Netzwelt-Ticker Der Dalai Lama twittert
Screenshot der Twitterseite des Dalai Lama: Schnell entschlossen Microblogger geworden
Foto: AFPOb Chinas Staatschef Hu Jintao nun twittert oder nicht, man weiß es nicht. Seine Profilseite bei einem chinesischen Twitter-Klon verschwand so schnell, wie sie bemerkt wurde. Beim Twitter-Account des Dalai Lama wird das hoffentlich anders sein. Seine Heiligkeit hat jetzt offiziell im Netz zu zwitschern begonnen. Kaum online, hat der buddhistische Würdenträger bereits 100.000 Follower, die auf Nachrichten und Sentenzen ihres Meisters hoffen.
Der lässt in 140 Zeichen mitteilen, er liebe China trotz der Unterdrückung, die dort ausgeübt wird. Ansonsten versorgt er seine wissbegierige Gemeinde offenbar in erster Linie mit Statusmeldungen über seine Tätigkeiten. So ein Dalai Lama hat viel zu tun.
Seine Entscheidung, sich aktiv an dem populären Microblogging-Dienst zu beteiligen, fiel recht kurzfristig. Twitter-Gründer Evan Williams erzählte, er habe den Dalai Lama am Sonntag in Los Angeles getroffen und ihn eingeladen, doch auch zu twittern. Der spirituelle Führer Tibets habe bei dieser Vorstellung "gelacht". Doch schon am Montag hatte das Büro des Dalai Lama in Indien ihm einen Twitteraccount eingerichtet. Langes Zögern gehört offensichtlich nicht zu den Eigenschaften seiner Heiligkeit.
Bewegungsprofile per Handy
Dass ein Handy Aufschluss über die Bewegungen seines Besitzers geben kann, ist ein alter Hut. Möglich wird's durch die Auswertung, in welchen Funkzellen das Mobiltelefon angemeldet war oder, noch genauer, durch aufgezeichnete GPS-Daten. Wirklich beunruhigend sind aber jüngst in "Science" publizierte Erkenntnisse von Forschern zur Vorhersagbarkeit von menschlichem Verhalten. Per Handy aufgezeichnete Bewegungsprofile spielten dabei eine wichtige Rolle.
Dabei ist der Umstand förderlich, dass wir alle zumeist Gewohnheitstiere sind. Damit und durch die Analyse der individuellen Bewegungsprofile gelang es Wissenschaftlern aus den USA und China, Bewegungsmuster und Aufenthaltsorte der Probanden mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 93 Prozent vorherzusagen.
So hilfreich diese Erkenntnisse sind, wenn es um die Berechnung zukünftiger Virusausbreitungen im Netz geht, so gruselig sind diese Möglichkeiten im Überwachungsstaat. Natürlich gibt es immer Unwägbarkeiten. Nicht jeder lässt sein Mobiltelefon pausenlos angeschaltet und manchmal gerät man auch in Funklöcher.
Aber aus der Häufigkeit und Reihenfolge, mit der ein Nutzer bestimmte Orte in der Vergangenheit aufgesucht hat, lassen sich recht genaue Bewegungsmuster prognostizieren. Dazu reichte es für die Studie schon aus, wenn der Nutzer sein Telefon lediglich alle zwei Stunden benutzte.
YouTube zieht für IE6 den Stecker
Nur noch wenige Wochen, dann entzieht YouTube dem Internet Explorer 6 seine Unterstützung. Ab dem 13. März wird der veraltete Browser von dem Videodienst nicht mehr unterstützt. Das bedeutet, dass die Entwickler neuer Features und Tools für die Videoplattform künftig keine Rücksicht mehr auf die Gegebenheiten älterer Programme nehmen.
Natürlich können sich die Nutzer veralteter Versionen unterhalb des IE7, Firefox 3.0, Chrome 4.0 oder Safari 3.0 ab dem genannten Datum immer noch am YouTube-Angebot erfreuen. Sie werden allerdings neu entwickelte Funktionen nicht mehr zu Gesicht bekommen. Da dürfte die Nachricht recht erfreulich sein, dass ein deutscher Entwickler ein Plug-in geschrieben hat, das es IE-Nutzern erlaubt, HTML5-Videos direkt im Browser zu betrachten. Das Progrämmchen funktioniert bis hinunter zur IE5-Steinzeitversionen.
EU-Parlamentarier gegen ACTA-Geheimniskrämerei
In der endlosen Geschichte der Verhandlungen zum Antipiraterie-Abkommen ACTA haben sich jetzt einige Mitglieder des EU-Parlaments zu Wort gemeldet. Und sie sind nicht zufrieden mit den bisherigen Abläufen. Wie "Heise.de" meldet, forderte der Grünen-Abgeordnete Carl Schlyter den neuen Handelskommissar Karel de Gucht auf, seine Ankündigungen endlich wahr zu machen und das Parlament über die Verhandlungen zu informieren. Die britische Liberale Catherine Bearder stieß ins gleiche Horn und verwies darauf, was geschehe, wenn der Informationsfluss zu dünn sei: wegen Informationsmangels war das Swift-Abkommen zwischen EU und den USA im EU-Parlament geplatzt. Nun aber würden die Abgeordneten abermals im Dunkeln tappen, was die Inhalte des ACTA-Abkommens angehe.
Auch Intel wurde von Hackern attackiert
Nicht nur Suchmaschinist Google wurde jüngst zum Ziel einer massiven Hacker-Attacke, auch Chiphersteller Intel wurde nach eigenen Angabe Opfer eines ähnlichen Ereignisses. Wie der Konzern am Dienstag der US-Börsenaufsicht mitteilte, habe es im Januar einen "ausgeklügelten" Angriff, zur selben Zeit, in der auch die chinesischen Attacken auf Google stattgefunden hatten, gegeben. Etwaige Verbindungen zwischen den Geschehnissen seien nicht eindeutig. "Die einzige Übereinstimmung ist der Zeitpunkt", so Intel-Sprecher Chuck Mulloy zu "Reuters". Ob und wie weit man in der Angelegenheit mit Google zusammenarbeite, wollte keine Seite konkret benennen.
Jetzt zwitschert auch Yahoo
Was die Konkurrenz kann, schafft jetzt auch Yahoo: Besitzer von Twitter-Accounts können ihre Tweets jetzt auch auf Yahoo-Seiten absetzen. Das ist das Ergebnis einer jüngst eingegangenen Kooperation. In Zukunft können Twitter-Feeds auch von Yahoo-Seiten abgerufen werden. Außerdem integriert die Yahoo-Suche Twitter-Aktualisierungen, dasselbe gilt für News-, Wirtschafts- und Unterhaltungsangebote.
Die Zusammenarbeit soll schrittweise aufgebaut werden. Die Twitter-integrierte Suche wird ab sofort in den USA angeboten, andere Länder sollen bald einbezogen werden. Dies stelle die Schlüsselstelle von Yahoos neuer "Sozial-Strategie" dar, so das Unternehmen laut "Paid Content".
Schon im Dezember wurde eine ähnliche Vereinbarung mit Facebook geschlossen, so dass das Tun und Lassen der jeweiligen Facebook-Freunde auch auf Yahoo-Seiten verfolgt werden kann.
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