Netzwelt-Ticker Der Pate scheiterte an schlechtem Code
Schon wieder: Yahoo half chinesischen Behörden
Wie "Infoworld" schreibt , hat die Organisation Reporter ohne Grenzen erneut einen Fall ausgemacht, in dem Yahoo chinesischen Behörden half, einen Regimekritiker dingfest zu machen. Konkret geht es um den Chinesen Jiang Lijun, der im Internet Artikel verbreitete, in denen er zu mehr Demokratie in seiner Heimat aufrief. Nach Gerichtsdokumenten, die der Organisation vorliegen waren E-Mail-Daten, die Yahoo der Polizei übergab, ausschlaggebend für die Identifizierung des Dissidenten, der im November 2003 zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. "Stück für Stück setzten wir Beweise für etwas zusammen, das wir lange vermutet haben, nämlich, dass Yahoo in fast alle Fälle verwickelt ist, in denen wir Menschen verteidigt haben," schreibt die Organisation. Jiang Lijun ist bereits der dritte Fall, in dem Yahoo im Zusammenhang mit der Verhaftung eines chinesischen Dissidenten genannt wird.
Lausiger Code bringt Mafia-Boss in den Knast
Ein leicht zu durchschauendes Code-System hat italienischen Fahndern offenbar geholfen dem Mafia-Boss Bernardo Provenzano auf die Schliche zu kommenund vergangene Woche zu verhaften. Wie "The Register" berichtet , verschlüsselte Provenzano seine Nachrichten an Familienmitglieder und Untergebene mit einer einfachen Kombination aus regelmäßig verschobenen Buchstaben und Zahlen. Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier bewertet dieses System als Kindergarten-Code mit dem man vielleicht seine kleine Schwester, jedoch kaum die Polizei austricksen könne.
Microsoft wollte VIA statt Intel
Den unter dem Codenamen "Origami" entwickelten und als Ultra Mobile PCs (UMPC) auf der CeBIT vorgestellten Tablettrechnern weht ein kräftiger Wind entgegen. Patzer bei Produktvorstellungen und vor allem die hohen Preise um 1200 US-Dollar sorgen für Negativ-Schlagzeilen. Dabei hatte Microsoft einem Bericht der "DigiTimes" zufolge ursprünglich ganz andere Pläne. Demnach sahen erste Pläne die Verwendung von Komponenten des Hersteller VIA vor, wodurch ein Preis im Bereich von 700 US-Dollar realisierbar gewesen wäre. Laut DigiTimes sträubten sich Hardware-Hersteller wie Samsung und Asustek gegen diesen Vorschlag. Sie wollten lieber den guten Namen und die enormen Forschungs- und Entwicklungs-Labors des Chip-Giganten Intel nutzen, so Digitimes. Die Autoren von "Engadget" melden verständliche Zweifel an dieser Geschichte an. So gibt es bereits einen VIA-basierten UMPC, der jedoch für 900 und nicht 700 US-Dollar verkauft wird. Zudem haben Samsung und Asustek laut Engadget keine allzu enge Bindung an Intel, da sie bereits des öfteren AMD-basierte PCs produzierten. Zudem können VIA am Ende vielleicht doch triumphieren. Denn Samsung plant bereits, Ende des Jahres einen UMPC mit VIA-Technologie herauszubringen. Der geplante Preis: 700 US-Dollar. Kann das Zufall sein?
Verurteilte Sexualstraftäter bei MySpace
"Wired" hat den Test gemacht. Wahllos gaben Redakteure des Magazins die Namen zufällig ausgewählter Männer aus der öffentlich zugänglichen kalifornischen Sexualstraftäter-Datenbank im Community-Portal MySpace ein. Das erschreckende Ergebnis: In fünf Fällen wurden sie fündig, bei mindestens zwei davon sind sie sicher, die registrierten Triebtäter gefunden zu haben. Alle fünf stellten sich online als nette Kerle dar, die keiner Seele etwas zuleide tun könnten, Frauen oder Freundinnen haben und gute Christen sind. Stimmen die "Wired"-Recherchen, wurden genau dieselben Leute bereits wegen Sexualstraftaten verurteilt. Besonders bedenklich scheint dabei, dass bis auf einen alle von "Wired" durchleuchteten Männer in Zusammenhang mit Kindesmissbrauch beschuldigt wurden. Ist das Zufall oder wurden diese Täter erst durch die intensive Berichterstattung darüber, dass MySpace von Triebtätern genutzt wird, um Kontakte zu Kindern und Jungendlichen aufzubauen, angelockt?
1:0 für HD DVD
Im Ringen um die Vormacht im Markt für hochauflösende Videofilme kann die HD-DVD-Allianz einen Etappensieg für sich verbuchen. In den USA stehen seit gestern die ersten HD-DVD-Player in den Läden. Mit einem Preis von 499 US-Dollar hebt sich der Erstling, Toshibas HD-A1, deutlich vom Preisniveau aktueller DVD-Player ab. Solche sind bereits für rund 100 Euro in guter Qualität zu bekommen. Entsprechend zögernd geht der Hersteller vor und lieferte bisher lediglich 10.000 Geräte nach Nordamerika. Das größte Problem dürften jedoch passende Filme sein. Die Elektronikkette Best Buy etwa hat gerade mal vier lieferbare HD DVD-Titel im Angebot. Ben Drawbaugh von "HD Beat" hat sich Filme und Player besorgt und sofort getestet. Sein Fazit: "HD DVD ist toll, aber wird man das merken?" nach seiner Meinung werden nur sehr aufmerksame Zuschauer den Unterschied zu DVDs wahrnehmen. Die "PC World" sieht das anders. Laut ihrem Test ist vor allem die Bildqualität beeindruckend.
Mehr Menschen machen es mobil
Mobile Geräte, allen voran Mobiltelefone, werden immer häufiger benutzt, um unterwegs E-Mails abzufragen oder im Web zu surfen. Dies ist das Ergebnis einer Studie , welche die Marktforschungsfirma Ipsos Insight in zwölf Ländern durchführte. Für die Menschen in den großen Industrie-Nationen ist es nichts Neues mehr, von einem mobilen Gerät aus auf das Internet zuzugreifen," sagt Ipsos-Geschäftsführer Brian Cruikshank. "Für viele Menschen gehört das längst zum Alltag." Verantwortlich für diese Zunahme sind nicht etwa Handy-verrückte Jugendliche, sondern vor allem die Über-35-Jährigen. Die größten Zuwächse haben Frankreich, Großbritannien und Japan zu verzeichnen, derweil der amerikanische Markt kaum wächst. Das spiegelt sich auch in der Verbreitung von Handys wieder. So verfügen laut Ipsos nur drei Viertel der US-Haushalte über ein Mobiltelefon, während die Abdeckung in Europa bei 80 Prozent liegt. Allen anderen voraus sind natürlich Südkoreaner, Japaner und chinesische Ballungsräume. Dort verzichtet nur noch jeder Zehnte auf ein tragbares Telefon.
Online-Ausreden
Vom ersten Date weiß man nie, wie es ausgehen wird. Stimmt die Chemie oder langweilt man sich zu Tode? Einen Ausweg aus dieser Misere bietet nun das US-Unternehmen Secure Networks USA an. Wie "Associated Press" meldet kann man auf der Website des Unternehmens festlegen, dass eine vorgefertigte Nachricht zu einer bestimmten Zeit an Freunde oder Verwandte geschickt wird. Deren Job ist es dann, auf dem Handy anzurufen und einen Notfall vorzutäuschen. So kann man sich zügig und ohne lange Erklärungen aus dem Staub machen. Läuft es wider Erwarten gut, sollte man rechtzeitig eine kurze Textnachricht an den Dienstleister absetzen, um den bestellten Anruf abzusagen. Gut, dass es das nur in den USA gibt.