Netzwelt-Ticker: Die 4-Terabyte-Festplatte kommt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Die 4-Terabyte-Festplatte kommt

In Japan bastelt Hitachi an einer verbesserten Lesekopf-Technik, die dicke Festplatten erlaubt. Außerdem: Schweinskram kann doppelt teuer werden, Verbraucherschützer rufen zum Vista-Boykott auf. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Steigerung der Speicherkapazität von Festplatten wird immer schwieriger, weil die Datendichte von einem schlichten Umstand abhängig ist: der Größe des Schreib- und Lesekopfes.

Der japanische Elektronikkonzern Hitachi hat jetzt mitgeteilt, man wolle ab dem Jahr 2009 Leseköpfe mit einer Größe von nur noch 50 Nanometern ausliefern, zwei Jahre später soll eine weitere Verkleinerung auf 30 Nanometer  bewerkstelligt werden.

Das aber würde eine Verdopplung der Speicherdichte erlauben und damit den Bau von Desktop-Festplatten mit einem Speichervolumen von bis zu vier Terabyte, die verschlankten Notebookversionen kämen mit einer Kapazität von immerhin 1 Terabyte daher. Endlich wieder Platz für die eigenen Urlaubsfilme "Almauftrieb in HD", "Klüngel auf Sylt IV" und "Sehnsucht nach Castrop Rauxel, Extendet Directors Cut".

Schweinskram: fünf Jahre Knast

Weniges ist so nervtötend wie die tägliche Flut von Porno-Spam, der den elektronischen Briefkasten verstopft, auch in Zeiten gut gepflegter Spamfilter rutscht immer noch etwas durch. Für alle entsprechend Genervten kommt die gute Nachricht des Tages aus Arizona: Dort wurden zwei Männer wegen des millionenfachen Versands unverlangter E-Mails mit pornografischem Inhalt zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt , außerdem wird noch eine Geldstrafe von 1,3 Millionen Dollar fällig.

Die Verurteilung erfolgte auf der Grundlage eines neuen Anti-Spam- Gesetzes, wie das US-Justizministerium mitteilte. Die beiden Männer hatten E-Mail-Adresslisten gekauft und die Inhaber mit Links zu Pornoseiten bombardiert, was ihnen im Verlauf von vier Jahren einen Verdienst von zwei Millionen Dollar beschert haben soll.

Dass die beiden für den Versand ihrer Schrottreklame einen holländischen Server benutzt hatten, half ihnen nicht viel. Die Nachrichten konnten bis nach Phoenix, Arizona, zurückverfolgt werden.

Weniger Festnetz, mehr Mobilfunk

Festnetz-Telefonie ist zwar immer noch billiger als die mobile Variante, aber eben nicht beweglich und damit häufig unpraktisch. Mit der Folge, dass immer mehr Menschen zum Handy statt zum herkömmlichen Telefonhörer greifen.

Der Branchenverband VATM schätzt, dass mittlerweile 23 Prozent der Verbindungsminuten über das Mobilfunknetz abgewickelt werden, meldet die "Welt" . Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber dem Wert von 14 Prozent vor drei Jahren. Auch die Zahl der im Umlauf befindlichen SIM-Karten nimmt weiter zu, seit Jahresbeginn von 85,7 auf 96,4 Millionen, was bei rund 80 Millionen Menschen in Deutschland mehr als Komplettversorgung bedeutet.

Boulevard mobil: "Bild"-Zeitung verkauft SIM-Karten

Die "Bild"-Zeitung tut was für ihre Reichweite und bringt ab Dienstag unter dem Namen "Bildmobil" Prepaid-Karten fürs Handy unter die Leute, wie de.internet.com  berichtet. Diese SIM-Karte soll ihren Besitzern den Zugriff auf eigens produzierte Mobilfunk-Inhalte ermöglichen. Verkauft wird sie ganz traditionell über den Zeitungs- und Zeitschriftenhandel.

Technischer Partner des Projekts ist der Mobilfunker Moconta, ein Joint-Venture von Vodafone und Bertelsmann, das markenspezifische Auftritte in der Welt des Mobiltelefons anbietet und zum Beispiel schon für den Handy-Zugang des Super-RTL-Kinderprogramms Toggo verantwortlich zeichnet.

Verbraucherschützer fordern Gratis-Vista-Downgrade

Der Ärger um Windows Vista nimmt für Microsoft kein Ende. Eigentlich als Paradepferd unter den Betriebssystemen gedacht, wird es diesmal vom niederländischen Verbraucherschutzverband  abgewatscht. Der ruft nämlich zum Vista-Boykott auf, solange die Redmonder sich weigern, denen, die Probleme mit Vista haben, die kostenlose Möglichkeit zur Alternative XP anzubieten.

Diese Downgrade-Option werde derzeit nur den hochpreisigen Vista-Versionen Business und Ultima geboten, es seien aber die Nutzer aller Vista-Varianten von immer wieder auftretenden Problemen mit nicht funktionierenden Peripheriegeräten betroffen. Die Erklärungsversuche von Microsoft, es würden doch derzeit viele auf Vista zugeschnittene Computer und Peripheriegeräte entwickelt, wirken da etwas hilflos. Denn für ein seit fast einem Jahr auf dem Markt befindliches Betriebssystem ist das möglicherweise ein klein wenig zu spät.

Apple - Hacker 1:3

Das Spiel läuft weiter und Apple gerät noch mehr in Rückstand. Der jüngste Treffer gelang einem 13-Jährigen, der zumindest behauptet, einen Code geschrieben zu haben, mit dessen Hilfe Programme von Drittanbietern auf dem iPod Touch laufen sollen.

News.com  berichtet von einem kleinen Programm namens iJailbreak (etwa "iAusbruch"), das die gewünschte Befreiungsaktion durchführt. Allerdings nur auf dem iPod Touch, beim iPhone versagt es seinen Dienst und funktioniert auch nur in Verbindung mit intelbasierten Macs. Dennoch markiert diese Nachricht innerhalb weniger Wochen nicht weniger als die dritte Niederlage von Apple gegenüber der findigen Hacker-Gemeinde, die schon beim iPhone zweimal die aufgerichteten Hürden für eine freie Nutzung des Gerätes überwunden hat.

Mehr lesen über