Netzwelt-Ticker Die Wege des Hasses
AIM Phoneline: Kostenlose Nummer
Dass man Instant Messenger dazu benutzen kann, kostenlose "Telefongespräche" über das Internet zu führen, ist absolut nichts Neues. Kein respektabler "Messi" kommt ohne Voice over IP aus. Per Headset spricht man von Rechner zu Rechner oder gar in Konferenzen mit mehreren Teilnehmern. Die Entwickler von AIM-Yahoo-Google-MSN-und-weiß-der-Fuchs-was-für-Dingern gönnen sich dabei nicht und überbieten sich ständig mit neuen Features. Der große Konkurrent im Hintergrund ist dabei Skype, das von eBay aufgekaufte VoIP-Unternehmen, das gegen Zahlung ja auch Telefone zu "ganz normalen" Telefonen erlaubt.
Genau da will AOLs AIM nun ansetzen. Als erster Messenger wird er mit "Phonmeline" seinen Usern eine kostenlose Telefonnummer anbieten, über die sie an ihrem Rechner sitzend für Anrufe von herkömmlichen Telefonen erreichbar sind - ein neuer Anreiz, den die Konkurrenz noch nicht zu bieten hat. Für den umgekehrten Weg - Telefonate vom AIM zu Normaltelefonen in den USA und 30 weiteren Ländern - will AIM in den Staaten 14,95 Dollar verlangen.
Internet-TV: Und noch ein Web-Sender
Wenn das so weiter geht, werden wir bald schon nur noch melden, wenn sich ein TV-Sender dagegen entscheidet, auch über das Web auszustrahlen: IP-TV ist mächtig im Kommen, zumindest in den Staaten geraten die TV-Networks schon regelrecht unter Zugzwang.
Dem ergibt sich gerade aktuell der Sender CBS, der mit diesem Schritt dem Konkurrenten ABC hinterher trabt, berichtet Reuters. Seit einigen Tagen bietet ABC on demand und kostenlos Downloads populärer TV-Serien wie "Desperate Housewives" (wir berichteten). CBS folgt mit dem "innertube" getauften Webangebot dem gleichen Modell und bietet neben exklusiv für das Web produzierten Shows Inhalte aus dem TV-Archiv. Für das nötige Kleingeld sorgen Werbekunden wie Cadbury Schweppes, Chili's, Pier 1 Imports Brinkmann Corp. und Verizon SuperPages.com.
Kuckuckseier: Die Verbreitungswege des Hasses
laufen zumeist über Internet-Server in den USA, hat das Simon Wiesenthal Center herausgefunden. Rund 6000 Websites, Propagandavideos und ähnliches von Fundamentalisten, Militanten, Rechtsextremen, Rassisten und sonstigen Wirrköpfen hat das Center im Laufe des letzten Jahres analysiert. Sehr viele gerade der schlimmsten Inhalte hätten ihren Ursprung anderenorts, doch wenn die Propagandisten des Terrors nach Verbreitungswegen suchten, schauten sie zuerst auf kostenlose Web-Server in den USA. Rick Eaton vom Wiesenthal-Center zieht ein Fazit, das auch deutsche Strafverfolger verfassungsfeindlicher Organisationen nur zu gut kennen: "Wenn jemand vorhat, die Gesetze seines eigenen Landes zu umgehen, veröffentlicht er es über amerikanische Server."
Blu-ray muss warten
Erneut musste Sony am Freitag bekannt geben, dass es die Veröffentlichung seiner ersten im Blu-ray-Format aufbreiteten Filme um einen weiteren Monat verschieben müsse. Überraschen kann die Nachricht jedoch nicht, denn bis Ende Juni gäbe es ja auch gar kein Gerät, auf dem man sich die hätte ansehen können: Samsung hatte erst vor kurzem die Veröffentlichung des ersten Blu-Ray-Players auf den 25. Juni verschoben. Jetzt sollen die ersten Filme rund fünf Tage vor dem Player auf dem Markt sein, woraus sich eine nur noch kleine Wartezeit ergibt, die zudem gut zu ertragen sein sollte, wenn man die Filmauswahl sieht. Mit "50 First Dates," "The Fifth Element," "Hitch," "House of Flying Daggers," "A Knight's Tale," "The Last Waltz," "Resident Evil Apocalypse" und "XXX." hat Sony ein paar gut abgehangene Top-Seller im Angebot, die Filmfreaks mit Ruhe erwarten können sollten, weil sie sie wahrscheinlich eh schon kennen. Wirklich neu ist zunächst nur "Underworld Evolution", der erste Film, bei dem Blu-ray- und DVD-Verkaufsstart auf einen Tag fallen.
pat/AFP/AP/rts