Netzwelt-Ticker Die Xbox als Dutzendware
Die meisten von uns würden nach einem dritten, vierten Umtausch entnervt aufgeben egal, um welches Produkt es sich jeweils handelt und den Kaufpreis zurückverlangen. Aber wir sind ja auch nicht Justin Lowe. Der Hardcore-Gamer tauschte seine Xbox bislang alle ein bis zwei Monate um, seit er sie irgendwann gegen Ende des Jahres 2005 gekauft hat. Unter den bislang elf defekten Konsolen sollen sich zum Beispiel drei mit dem berüchtigten "Roten Ring des Todes" um ihren beleuchteten Einschaltknopf verabschiedet haben, zweimal waren die Geräte schon nach dem Auspacken hinüber, danach trennte er sich wegen Lesefehlern oder diversen Bild- und Tonproblemen und einmal soll die Xbox sogar in Flammen aufgegangen sein.
Zurzeit daddelt Justin Lowe an seiner zwölften Xbox und ist Microsoft immer noch nicht böse, wie er der Gamer-Webseite "1up" verriet , die seine Geschichte überprüft haben will. Er scheint ein geduldiger Mensch zu sein, denn in den zweieinhalb Jahren musste er sich nicht nur mit unterschiedlich kulant gestimmten und oft ungläubigen Hotline-Mitarbeitern abplagen. Zudem schickte man ihm anfangs keine neuen, sondern runderneuerte Konsolen als Umtausch zu - seit einiger Zeit erhalte er aber ausschließlich fabrikneue Ware. Ungeklärt muss vorerst bleiben, ob Justin Lowe nun nur ein Pechvogel ist oder ob die Xbox tatsächlich so fehlerbehaftet ist.
Danach hat "1up" den Hersteller Microsoft gefragt und freilich nichts über irgendeine Fehlerrate bei den Xboxen erfahren, wohl aber, dass Microsoft zum einen sehr viel Mitgefühl mit Justin Lowe habe, Beschwerden über Probleme mit der Xbox aber vor allem von einer "lautstarken Minderheit" stammten. Man habe aber, so wird ein Microsoft-Sprecher zitiert, einen gewissen Trend zur Unzufriedenheit mit dem Kundenservice feststellen können, weswegen man an eben diesem nun Verbesserungen vorzunehmen begonnen habe.
Youtube spricht bald deutsch
Aus Sicht der Verwertungsgesellschaft Gema spricht nun nichts mehr dagegen, wenn Youtube demnächst ein deutschsprachiges Angebot startet. "Bei den Rechten, die die Gemavergeben kann, sind wir uns mit Youtube einig", zitiert die Wirtschaftswoche den Gema-Syndikus Alexander Wolf .
Lediglich Fragen der sogenannten Synchronisationsrechte seien noch offen. Deswegen verhandelt das Videoportal nun noch mit dem Deutschen Musikverleger-Verband, wie dessen Verbandschef Heinz Stroh bestätigte. Bis Ende 2008 soll Youtube eine Pauschale in nicht genannter Höhe an die Verwerter zahlen. "Erst danach wird präzise abgerechnet", so Gema-Jurist Wolf.
Schwarz-rot plant schnelle Urheberrechts-Novelle
Wie "heise.de" meldet, plant die Bundesregierung, noch an diesem Donnerstag die umstrittene Urheberrechtsreform vom Bundestag durchwinken zu lassen, damit diese zum 12. Juli in Kraft treten kann. Allerdings: "Wie die Regelungen der Endfassung im Detail aussehen werden, ist noch nicht bekannt ."
Enthalten sein werden Regelungen zur Privatkopie und zum Kopierschutz, deren juristische Folgen uns danach noch lange beschäftigen dürften, wie man bei "heise.de" in einer Zusammenstellung der "umfangreichen Hintergründe zur Auseinandersetzung um das Urheberrecht in der digitalen Welt" wohl zu Recht anmerkt . Vor allem wenn man bedenkt, mit wie viel Sachverstand allein die federführende Bundesjustizministerin glänzt. ("Browser, was sind jetzt noch mal Browser?")
Hybridfilme kommen später (oder gar nicht)
Wie wir "Golem.de" entnehmen konnten, will man bei Warner Home Video nichts überstürzen: "Total HD kommt später" . Total-was? Total Hi Def, die "dual-format high-definition disc", ein Doppelformat-Silberling für Heimvideos. Auf der einen Seite soll es den darauf veröffentlichten Film jeweils in einer HD-DVD-Version mit bis zu 30 Gigabyte geben, auf der zweiten Seite aber gibt es ihn auch im Blu-ray-Format mit bis zu 50 Gigabyte Umfang. Der Filmfreund braucht dann nur den einen oder den anderen entsprechenden Abspieler, um die Disc anschauen zu können. Angekündigt hat Warner dieses durchaus kundenfreundliche Format im Januar.
Augenscheinlich aber ist man nicht auf die damals erhoffte "breite Akzeptanz durch die Industrie" gestoßen, weswegen man nun nicht in diesem Sommer starten, sondern frühestens Anfang 2008 die ersten Filme auf Total HD veröffentlichen will. Vielleicht aber auch überhaupt nicht. Denn im Rennen HD DVD gegen Blu-ray zeichnet sich mehr als nur eine erste Tendenz ab. Bereits eine kurze Abfrage bei "Amazon.de" ergab, das bei 220 gegen 289 erhältlichen Filmtiteln Blu-ray mittlerweile die Nase vorn hat. Und wenn Blu-ray gewinnt, kann man seinen HD-DVD-Player sowieso einmotten.
Per Mausklick maltesisch
Wer glauben Sie könnte den folgenden Satz wohl mal ganz fix ins Deutsche übersetzen? "Heute wurde eine zentrale Anlaufstelle für EU-bezogene Terminologie im Rahmen einer von Europäischem Parlament und Europäischer Kommission veranstalteten Feier der Öffentlichkeit offiziell zugänglich gemacht." Klarer Fall: So etwas schafft die "ORF-Futurezone" und meldet daraufhin im Handumdrehen: "EU geht mit Übersetzungstool ans Netz" .
Zwar handelt es sich dabei vor allem um ein Wörterbuch für "EU-bezogene Terminologie" in Wirtschafts- und anderen hochoffiziellen Fragen, also etwa die jeweils offizielle Sprachregelung wie man zum Beispiel Multimedia-Computer in Gesetzestexten zu benamsen hat; das dann aber gleich in sämtlichen 23 Sprachen der europäischen Gemeinschaft.
Wer also mal fix ein paar Brocken Maltesisch, Rumänisch oder Bulgarisch übersetzt haben muss, dem wird mit dem für 1,41 Millionen Euro entwickelten IATE weiter geholfen. Seltsam nur: Die jährlichen Betriebskosten des Wörterbuchs werden mit 627.000 Euro veranschlagt. Für weniger spezielle Vokabelanfragen sind die kostenlosen LEO-Dictionaries empfehlenswert.