Netzwelt-Ticker: Digitalradio DAB+ behindert Polizeifunk - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Digitalradio DAB+ behindert Polizeifunk

Wegen Funkstörungen hätte beinahe eine Demonstration in Dortmund abgesagt werden müssen, Facebook startet diesen Monat seinen Musikdienst und Google erlaubt wieder den Offline-Modus für Mail, Calendar und Docs. Das und mehr im Überblick.
Digitaler Polizeifunk: Störungen durch digitales Radio DAB+
Digitaler Polizeifunk: Störungen durch digitales Radio DAB+

Digitaler Polizeifunk: Störungen durch digitales Radio DAB+

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit dem neuen terrestrischen Standard für das digitale Radio DAB+ werden die Macher weiter nicht recht froh. Nicht genug damit, dass zahlreiche TV-Nutzer in NRW von Bildstörungen berichten, wenn sie den ARD-Kanal einschalten, nun ist auch noch der Polizeifunk betroffen. Das Ganze ist umso rätselhafter, als DAB+ und der Polizeifunk gar nicht auf derselben Frequenz senden. "Diese Störungen waren im Vorfeld nicht absehbar", zitiert "Der Westen" den Sprecher der Bonner Bundesnetzagentur .

Was beim Fernsehgucken höchstens lästig ist, kann bei Polizeieinsätzen zu schwerwiegenden Problemen führen. So zum Beispiel, wenn Beamte über Funk Verstärkung anfordern und nicht zur Zentrale durchkommen, weil aus dem Funkgerät nur Rauschen dringt. Erich Rettinghaus, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW, versucht zu beruhigen: "Die Bürger müssen sich aber keine Sorgen machen, dass der Polizeifunk jetzt lahmgelegt ist." Betroffen seien vor allem "Dortmund, Köln und Teile Ostwestfalens".

In Dortmund hätte das zu Schwierigkeiten führen können. Dort steht wegen einer geplanten Nazi-Demonstration am Wochenende ein Polizeigroßeinsatz an. Beinahe hätten die Behörden die Demonstration abgesagt, da ohne funktionierende Kommunikation Einsätze bei Ausschreitungen nicht zu koordinieren sind. Nun wurde eine Lösung gefunden. Das Digitalradio DAB+ wird das gesamte Wochenende abgeschaltet.

Am Montag sind die Probleme dann allerdings wieder die alten.

Facebook-Spotify-Kooperation soll Ende September an den Start gehen

Schon seit Mai spekulieren Branchenkenner über eine mögliche Kooperation von Facebook mit dem Musikdienst Spotify. Das Angebot des Song-Service könnte als Button in die Facebook-Seite integriert werden und dem Nutzer Zugriff auf mehrere Millionen Musiktitel gewähren. Nun meldet der Fachdienst "Mashable" Neues aus der Gerüchteküche: Angeblich will das weltgrößte soziale Netzwerk am 22. September, pünktlich zur Entwicklerkonferenz f8, seinen Musik-Service veröffentlichen, in Zusammenarbeit mit Spotify, MGO und Rdio . Wie es unter Berufung auf "mit der Angelegenheit vertraute Quellen" heißt, will Facebook die Musikdaten nicht auf eigenen Servern speichern und von dort zum Streamen anbieten. Die Musik wird weiter von den Partner-Unternehmen zur Verfügung gestellt. Damit würden die Netzwerker auf das erprobte Konzept setzen, ihren Nutzern als Multimedia-Plattform unterschiedlichste Inhalte anzubieten, so wie jetzt schon bei Apps und Spielen.

Media-Saturn eröffnet iTunes-Konkurrenz

Auch hierzulande tut sich etwas im Musikgeschäft. Die Metro-Tochter Media-Saturn, bislang Europas größter Elektronik-Händler, schaltet am heutigen Donnerstag ein eigenes Musikangebot namens "Juke" frei. Der Online-Laden soll der Kundschaft Zugriff auf 13 Millionen Titel erlauben. Die kommen zunächst via Streaming aufs Nutzer-Ohr. Wer sie dann noch einer Playlist zuordnet, speichert sie auch auf dem heimischen Rechner. Damit ist die Nutzung der Musik selbst ohne Internet-Verbindung möglich, aber nur, solange das Abo läuft, wie das "Handelsblatt" anmerkt . Das Abo soll zum Monatspreis von 9,99 Euro unbegrenzten Zugriff auf den kompletten Musikbestand gewähren.

Außerdem noch:

  • Abschreiben ist neues "Studienfach" an US-Unis. Das ist das Fazit einer Umfrage unter mehr als 1000 amerikanischen Universitätsrektoren. Über die Hälfte gab an, Diebstahl geistigen Eigentums und Plagiate hätten in den letzten zehn Jahren massiv zugenommen. Hauptschuld an der Entwicklung trügen Computer und Internet .
  • Facebook-Kläger muss alle E-Mails seit 2003 offenlegen. Eine erneute Schlappe für den selbsternannten Facebook-Mitbesitzer Paul Ceglia: Der Ex-Partner von Mark Zuckerberg soll auf gerichtliche Anordnung Zugang zu sämtlichen, auch privaten E-Mails geben, die er seit 2003 ausgetauscht hat. Einsprüche wegen Verletzung der Privatsphäre schmetterte das Gericht ab .
  • Google gibt den Online-Zwang für Mail, Calendar und Docs auf. Das ist doch mal nett: Jetzt können Nutzer diverser sogenannter kollaborativer Dienste des Suchmaschinisten Google diese auch dann nutzen, wenn gerade keine Verbindung zum Internet besteht. Mit der Freischaltung des früher schon einmal angebotenen Offline-Modus löst Google ein Versprechen ein - die Funktion wurde auf HTML5 umgestellt. Allerdings kommen nur Nutzer des hauseigenen Browsers Chrome in den Genuss der neuen Freiheit. Den Anfang macht seit Mittwoch der Mail-Dienst. Allerdings muss zuvor eine Chrome-Erweiterung installiert werden, die den zusätzlichen Offline-Zugriff ermöglicht .
  • Das "Küchen-Tablet" der "New York Times" zum Frühstück . Microsofts digitaler Computer-Tisch mit Touchscreen hat beim Touchscreen-Küchentisch der Zeitung Pate gestanden. Die Techniker der New Yorker Zeitung fertigten einen Tisch, dessen Oberfläche via Apps Lesezugriff auf verschiedenste Leseinhalte bietet. Die können sowohl personalisiert als auch mit anderen ausgetauscht werden. Und das Beste: Eine umgekippte Kaffeetasse ruiniert nicht mehr den Zeitungsgenuss.
  • Der Comic zum Schluss: Supermans Probleme mit Google+