Netzwelt-Ticker: E-Mail-Wurm tötet Harry Potter - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker E-Mail-Wurm tötet Harry Potter

Auf einem USB-Stick lagert angeblich ein Word-Dokument des siebten und letzten "Harry Potter"-Bandes. In Wirklichkeit ist es ein Virus, das sich wie von Zauberhand auf den Nutzer-PC schlängelt - und mit diesem allerhand Schabernack treibt. Man lese und bereue.
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Das ganze Bohei um den neuen "Harry Potter"-Band, der noch diesen Monat erscheint, hat einen Virenautor zu einer Gemeinheit inspiriert. Auf mehreren als Köder ausgelegten USB-Stick brachte er ein Word-Dokument unter. Auf den Sticks, die er mal wahllos an öffentlichen Plätzen hinterlegte, mal einfach Passanten in die Hand drückte, ist angeblich der neue Zauberroman gespeichert.

Öffnet man das verheißungsvolle Word-Dokument, heißt es jedoch nur lapidar: "Harry Potter ist tot." Die Freude darüber dürfte aber nur kurz währen - selbst dann, wenn man Gabriel heißt und von Hauptberuf Hacker ist

Denn im Hintergrund hat sich, während man noch liest, der Wurm W32/Hairy-A wie von Zauberhand vom USB-Stick auf den Computer übertragen und diverse "Harry Potter"-Charaktere als neue User im System angemeldet. Eine Textnachricht warnt nach einem Neustart: "Lese und bereue; das Ende ist nah; kehrt ab vom üblen Pfad, oh ihr Menschen; damit ihr nicht in der Hölle schmort … allen voran J.K. Rowling."

Die Art und Weise, den Virus zu verbreiten, ist natürlich ziemlich "old school". "Offenbar ging es dem Virenautor nicht darum, möglichst viele Rechner zu infizieren", sagt Graham Cluley, Manager bei der Anti-Viren-Firma Sophos. Die ganze Aktion sei wohl eher von einem generellen Ekel gegen J.K. Rowling und ihre unglaublich populären Bücher getrieben worden.

Die "Information Week" gibt indes Entwarnung  : Außer dass der Wurm versucht, sich auf andere Computer zu übertragen, geschehe nichts. Kein Weltuntergang, keine Hölle - und ob Harry wirklich stirbt, stellt sich ohnehin erst in den nächsten Wochen heraus.

Electronic-Arts-Boss: "Wir langweilen die Leute zu Tode"

Endlich bringt mal ein Spieleboss auf den Punkt, was eine ganze Branche schon seit langem als düsteres Geheimnis mit sich herumträgt: Viele Computerspiele langweilen die Spieler zu Tode. Die zehnte Fortsetzung eines Fußball-, Basketball- oder Autorennspiels zum Beispiel. Oder das zehntausendachthunderdreiundsiebzigste Echtzeit-Strategiespiel.

Sprich: die Fifas, NBAs, NHLs und Command & Conquers der Welt, die vor allem Electronic Arts (EA) alle Jahre wieder leicht aktualisiert auf den Markt wirft. Sicherheit vor Innovation; hoher Schwierigkeitsgrad statt Spielspaß. Das sieht laut "Wall Street Journal"  auch EA-Boss John Riccitielloso so. Er befürchtet, dass herkömmliche Videospiele "Gefahr laufen, ein bisschen weniger interessant als Facebook, iPods oder das neue Handy" zu sein.

Statt 50 bis 60 Dollar teure 40-Stunden-Spiele an Hardcore-Zocker zu verkaufen, solle man verstärkt die sogenannten Casual Gamer ansprechen. All diejenigen also, die lustige, innovative, einfache Spiele für zwischendurch bevorzugen. Ausdrücklich lobte er die "Guitar Hero"-Serie des Konkurrenten Activision oder Vivendis Online-Rollenspiel "World of Warcraft". Den größten hauseigenen Erfolg, der ebenfalls die Casual Gamer anspricht, erwähnte Riccitiello hingegen nicht: die "Sims". Das Spiel ist vor allem bei Menschen, die bisher eher nicht am Computer spielten, erfolgreich.

Angeblich nur als Experiment und unter firmeninternen Widerstand veröffentlicht sind die "Sims" heute eine der meistverkauften Spielereihen überhaupt. Hinter dem Spiel steckt maßgeblich Spieldesigner Will Wright, der gerade - auch für Electronic Arts - an dem Spiel "Spore" arbeitet. Dieses soll wie die "Sims" eine Brücke zwischen Hardcore- und Gelegenheitsspielern schlagen.

Kinderporno-Vorwürfe: Pirate Bay schießt zurück

Der Druck auf die Torrent-Suchseite Pirate Bay wird größer. Auch in deren Mutterland Schweden. Vergangene Woche kamen Gerüchte auf, die umstrittene Suchmaschine solle in einen Kinderporno-Filter der schwedischen Polizei aufgenommen werden. Schwedische Internet-Nutzer hätten statt der Suchmaske einen Warnhinweis der Polizei zu Gesicht bekommen: "Achtung, Ihr Internet-Browser hat versucht, eine Seite aufzurufen, die zur Verbreitung von Kinderpornografie dient. Das ist strafbar."

The Pirate Bay schrieb im eigenen Blog: "Stimmt, man will uns zensieren."  Darauf entbrannte in vielen Foren eine Diskussion darüber, warum ausgerechnet Pirate Bay in diesen Filter aufgenommen werden soll. Nach eigener Aussage hat sich die schwedische Polizei nie bei dem Webseiten-Betreiber gemeldet - geschweige denn ihre Vorwürfe anhand von belastendem Material begründet.

Pirate Bay geht deswegen davon aus, dass die Aufnahme in den Filter und die Vorwürfe der Verbreitung von Kinderpornografie nur ein Abschalt-Versuch durch die Hintertür sind. Schon länger werden allerhand Anstrengungen unternommen, das Lieblingshassobjekt der Film-Industrie vom Netz zu nehmen. Eine Razzia bei Pirate Bay soll sogar auf Druck der USA gegenüber der schwedischen Regierung unternommen worden sein.

Inzwischen hat die schwedische Polizei wohl eingelenkt, heißt es im aktuellen Blog-Eintrag der Piratenseite . Der aktualisierte Kinderporno-Filter werde Pirate Bay nicht mehr beinhalten. Die Webseitenbetreiber überlegen nun, gegen den verantwortlichen Polizisten wegen Rufmord oder Straftat im Amt vorzugehen.

MediaDefender: "MiiVi.com nur 'internes Projekt'"

Nachdem die Firma MediaDefender letzte Woche beim Versuch ertappt wurde, mit der gefälschten Bit-Torrent-Seite MiiVi.com arglose Filmdownloader in die Falle zu locken, bemüht sich das kalifornische Unternehmen nun um Schadensbegrenzung: Das sei alles ganz anders gewesen, das sei nur ein internes Projekt, man habe nur vergessen, die Seite durch ein Passwort zu schützen.

Jaja, denkt sich da nicht nur Ars Technica : Und deshalb habt ihr wohl auch hastig den Registrierungseintrag, der euch verraten hat , notdürftig vertuscht, als euer MiiVi.com durch die Blogs geschickt wurde - und ihn letztlich sogar ganz gelöscht. "Um Spam zu verhindern", wie ein MediaDefender-Gründer offiziell angibt.

Wie auch immer, der Vorfall ist arg peinlich. MiiVi.com gab sich als biedere Website, auf der man die Filme "Batman Begins" und "300" herunterladen konnte - natürlich kostenlos, natürlich illegal. Über eine Bit-Torrent-Software, die den Download beschleunigen sollte. Wer sich diese runterlud - so Ars Technica - lud sich in Wirklichkeit einen Spion auf den Computer, der auf der eigenen Festplatte herumschnüffelte und vermeintliche Filmfunde heimlich an MediaDefender zurückschickte.

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