Netzwelt-Ticker: Echte Kriege mit dem Playstation-Chip - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Echte Kriege mit dem Playstation-Chip

Soldaten aufgepasst: Der Cell-Chip aus der Playstation 3 könnte schon bald in Panzern Grafiken rendern. Und Website-Betreiber aufgepasst: Amazon macht Googles Sponsored Links Konkurrenz. Dies und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Weshalb sich Skype mit Intel verbündet

Gestern gaben Skype und Intel eine Partnerschaft bekannt. Einige neue Skype-Features, allen voran die Fähigkeit, Telefon-Konferenzen mit bis zu zehn Teilnehmern zu führen, sind für Intel-Technologie optimiert worden. PC-Anwendern mit AMD inside oder gar Mac-Usern mit PowerPC bleiben diese neuen Funktionen verschlossen. Ken Fisher von "ars technica"  hat seine ganz persönliche Theorie zu dieser Entwicklung aufgestellt. Nach seiner Meinung ist Skype derzeit noch viel zu sehr ein Spielzeug für Geeks. Das soll sich ändern, schließlich hat eBay mächtig viel Geld in das kleine Unternehmen investiert. Die Partnerschaft mit Intel, so Fisher, sei für Skype nun ein Türöffner zu den Büros dieser Welt, in denen vornehmlich mit Intel-basierten PCs gearbeitet wird. Den meisten "Geeks" dürfte das freilich schnuppe sein. Hauptsache, die Computer-Begeisterten können weiterhin für kleines Geld Skype-o-fonieren.

Panzer mit Playstation-Prozessor?

Der von IBM, Toshiba und Sony gemeinsam für die Playstation 3 entwickelte Cell-Chip soll, wenn es nach IBM geht, auch in "ernsthaften" Anwendungen Verwendung finden. Bei IBM denkt man dabei vor allem an Rüstung, Medizin und Unterhaltung, schreibt "SFGate.com" . Vor allem für grafikintensive Anwendungen sei der Chip geeignet und könnte prima in Militärfahrzeuge integriert werden. Aber auch medizinische Anwendungen, etwa in der Kernspin-Tomographie könnten von den Fähigkeiten der Cell-Technologie profitieren. Schon im vergangenen Jahr hatte IBM verkündet, dass der Cell-Chip durch die Firma Mercury Computing Systems Inc. für medizinische und miltätische Zwecke genutzt werden soll.

Amazon kopiert Googles Cash-Cow

Nach einem Bericht der "Infoworld"  testet der Online-Buchhändler Amazon derzeit ein Programm zur Einführung sogenannter "Sponsored Links". Solche bezahlten Links erscheinen bei Suchanfragen prominent platziert neben den regulären Suchergebnissen und sollen Internet-Anwender auf die damit beworbenen Online-Angebote lenken. Google macht mit dieser Werbemethode gigantische Umsätze. Amazon muss sich allerdings mächtig ins Zeug legen, um Webseiten-Betreiber von der neuen Einnamequelle zu überzeugen. Denn viele davon nehmen bereits an Googles Sponsored-Links-Programm teil. Dessen Geschäftsbedingungen, das gibt im Infoworld-Interview ein Website-Herausgeber zu bedenken, verbieten die gleichzeitige Nutzung vergleichbarer Programme von anderen Anbietern. Der Zweite hat es eben immer ein wenig schwerer.

Sing, Vögelein Sing

Die Nachfrage nach einem Media-Player ohne Digitales Rechtemanagement (DRM) muss wohl gewaltig sein. Nur wenige Stunden, nachdem "Boing Boing" und "Slashdot" darauf hinwiesen, dass mit Songbird  nun eine Alternative zu iTunes und Windows Media Player verfügbar sei, brach der Server unter der Last der Anfragen zusammen. Besser also, man besorgt sich das Vögelein gleich vom frisch geschalteten Ersatz-Server .

P2P: 1, SCPP: 0

Bevor ich das vergesse: Die Nutzung von Peer-to-peer-Netzwerken (P2P), über die Software, Musik und Videos getauscht werden, ist von einem französischen Gericht für legal erklärt worden. Das Urteil wurde bereits im Dezember gefällt, so der "Register" , aber erst jetzt öffentlich bekannt gegeben. Angeklagt war ein Internet-Nutzer, dem die Société Civile des Producteurs Phonographiques (SCPP), das Pendant zum deutschen Phono-Verband, vorwarf 1875 urheberrechtlich geschützte Dateien über das P2P-System KaZaA getauscht zu haben. Das, so das Gericht, sei vollkommen in Ordnung, so lange es ausschließlich zu privaten Zwecken geschehe. Das will die SCPP nicht auf sich sitzen lassen und hat angekündigt, den Fall in die nächste Instanz zu tragen.

Google Desktop 3

Google hat eine neue Version der Desktop-Suchsoftware Google Desktop  veröffentlicht. Die wichtigsten Neuerungen: es können jetzt mehrere PCs gleichzeitig durchsucht und die Suchergebnisse direkt an Freunde weitergeleitet werden. Außerdem kann die Suchfunktion jetzt durch ein Passwort gesichert werden. Vorerst ist nur eine englischsprachige Version der Software verfügbar. Die deutsch lokalisierte Fassung wird für Ende März in Aussicht gestellt.

In bester Begleitung

Das Online-Games, in denen die Spieler ihre eigene Welt erschaffen, mächtig im Trend sind, haben wir ja schon berichtet. So soll man in "Second Life" virtuelle Häuser bauen, Handel treiben und Freundschaften schließen. Doch wie der "Consumerist"  zu berichten weiß, geht es auch in dieser digitalen Welt auch um horizontale Vergnügungen. Unter dem Titel "Second Life Escort Ratings" befasst sich ein besonders ambitionierter "Spieler" ausführlich mit der Frage, welche Pixel-Damen ihn wohl am besten "begleitet" und welche Clubs ihm am besten gefallen haben - rein virtuell natürlich.

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