Netzwelt-Ticker EU-Kommission droht Deutschland wegen Handygebühren
Die EU-Kommission droht Deutschland mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, um niedrigere Handygebühren in Deutschland durchzusetzen. Der Kommission sind besonders die hohen Terminierungsentgelte ein Dorn im Auge.
Terminierungsentgelte berechnen die Mobilfunkanbieter untereinander, wenn Telefongespräche die eigenen Netzgrenzen überschreiten, sie sind quasi ein Zoll. In Deutschland liegen diese Terminierungsentgelte bei durchschnittlich 8,5 Cent; die Bundesnetzagentur zementierte diese Gebühren bis 2010.
Der EU sind diese Gebühren zu hoch, sie seien nicht gerechtfertig. Sie will bis 2012 Terminierungsentgelte von 1,5 bis drei Cent durchsetzen. Die niedrigeren Gebühren werden den Mobilfunkern wohl vier Milliarden Euro Umsatz kosten, den Kunden aber zwei Milliarden Euro ersparen. Um ihr Ziel durchzusetzen, fordert die EU-Kommission ein Mitspracherecht, das Matthias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur ihr aber nicht einräumen will, schreibt Winfuture.de . Zwei Monate hat er jetzt Zeit, um die EU-Kommission von seinen Argumenten zu überzeugen, dann wandert der Fall vor den EU-Gerichtshof.
Elf Jahre Haft für blinden Telefonhacker
Weil er mit seiner Hackerbande ins Telefonnetz einbrach und dort fiese Telefonstreiche durchführte, wurde ein blinder Teenager aus der Nähe von Boston am Freitag zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt . Dem jetzt Neunzehnjährigen wurden mehr als 60 "Swatting"-Anrufe zur Last gelegt: Dazu rief er unter gefälschter Rufnummer beim Notruf an, meldete Überfälle und Mordszenarien, bis sich ein Sondereinsatzkommando (SWAT-Team) auf den Weg machte und den eigentlichen Anschlussinhaber unsanft aus dem Schlaf riss.
Erschwerend kam hinzu, dass der Jugendliche zusammen mit seinem Bruder und einem Hackerkollegen einem Mitarbeiter des Telekommunikationskonzerns Verizon, der mit der Untersuchung der Hacking-Fälle beauftragt war, auflauerte, ihn bedrohte und einzuschüchtern versuchte.
Saison für Botnet-Spam
Es rauschte im Juni viel Spam (Werbemüll) durch die dünnen Rohre des Internets. Das Symantec MessageLab zählte nach: Mindestens acht von zehn dieser Nervmails wurden von einem Botnet verschickt . Ein Botnet ist eine Armee von Trojaner-infizierten Privatrechnern, die von Hackern ferngesteuert werden.
Das größte Botnet sei das Cutwail-Netz, das seit März dieses Jahres seine Größe und seinen Spam-Output verdoppeln konnte und jetzt allein für 45 Prozent des Botnet-Spams verantwortlich sein soll. Nicht genug: Neuere, kleinere Botnets kapern Freemail-Webdienste und verschicken E-Mail-Nachrichten, die für die Forscher nicht mehr als Botnet-Spam erkennbar sind. Und immer mehr Spammer setzen auf Spam in Instant-Messengern wie ICQ und MSN.
Doch der Juni-Report des Symantec MessageLabs (PDF-Datei, 996 Kb) hat noch weitere schlechte Nachrichten: Neun von zehn im Juni verschickte E-Mails waren Spam-Nachrichten - und das wird sich nicht ändern, solange gutgläubige und verzweifelte Internet-Nutzer die Angebote für Penispille, Räuberrolex und Absturzaktie interessiert anklicken. Alle schlechten Nachrichten, kompakt in bunten Graphen, zeigt die "MessageLabs Intelligence"-Statistikseite.
Fischdiebe setzen auf Google Earth
Pünktlich zum Sommerloch bringt "The Telegraph" diese schöne Geschichte von den Dieben, die mit Hilfe von Googles Online-Globus Google Earth auf die Jagd nach teuren Koi-Karpfen gehen . Oder zumindest "vermutlich" Online-Karten benutzen, um die Tümpel zu identifizieren, die für die Goldfische geeignet sind.
Innerhalb dreier Wochen seien bereits zwölfmal exotische Fische und Tümpelequipment im Wert von Hunderten von britischen Pfund in der Stadt Hull in East Yorks als vermisst gemeldet worden. Auf den Online-Verdacht kam der Polizeibeamter Sam Gregory: "Eines der Grundstücke ist von einem fast drei Meter hohen Zaun umgeben. Der Tümpel ist in der Ecke und nicht zu sehen." Außer aus dem All, aus dem Google-Earth-Augen in Engländers Garten schauen.
Unwahrscheinlich ist das nicht: Die detaillierten Satellitenbilder stehen im Verdacht, von marodierenden Einbrecherbanden quasi als Katalog und Planungshilfe genutzt zu werden - zumal viele wohlhabende Google-Earth-Fans dumm genug sind, die Bilder ihrer Häuser noch mit detaillierten Fotos zu ergänzen. Frei nach dem Motto: Mein Garten, mein Haus, mein Hintereingang und all das, was da bis zum Einbruch mal herumstand...
Satire: Besser googeln mit Bing
Eine bitterböse Satire macht sich über Microsofts Werbekampagne für die neue Suchmaschine Bing lustig: Googeln mit Bing .
Die Satire bringt das Grundproblem aller Google-Konkurrenten gekonnt auf den Punkt: Die Dienste können noch so gut sein, was man damit macht, nennt man "googeln". Auch mit Bing googelt es sich ganz ausgezeichnet, befand kürzlich eine Studie - nach allen Sachen, die auch Google suchen kann. Dass die Ergebnisse nicht selten besser waren als bei Google, änderte nichts am Resultat: Die Testpersonen zollten Bing Beifall - und nutzten weiter Google. Der gemeine Nutzer ist halt ein Gewohnheitstier.
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