Netzwelt-Ticker: Facebook soll Milliarden-Umsatz machen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Facebook soll Milliarden-Umsatz machen

Umsatzzahlen von Facebook gibt es nicht, aber im Interview streitet Mark Zuckerberg einen Millarden-Umsatz nicht ab. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Bing klingt jetzt noch besser und die EU watscht die Musikindustrie wegen fehlender Angebote für legale Downloads ab.
Mark Zuckerberg: Facebook macht 2010 angeblich ein Zwanzigstel des Google-Umsatzes
Mark Zuckerberg: Facebook macht 2010 angeblich ein Zwanzigstel des Google-Umsatzes

Mark Zuckerberg: Facebook macht 2010 angeblich ein Zwanzigstel des Google-Umsatzes

Foto: ? Rick Wilking / Reuters/ REUTERS
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Das inoffizielle Facebook-Blog "Inside Facebook" hat mit Firmenchef Mark Zuckerberg ein langes Interview geführt und handelt darin eine ganze Reihe verschiedener Themen ab. Wichtige Frage: Wie viel Geld nimmt Facebook in diesem Jahr ein? Der Interviewer stellt seine Schätzung in den Rauum: 1,1 Milliarden US-Dollar. Zuckbergs Kommentar : "Ich würde sagen, diese Schätzung liegt nicht so weit weg, dass sie uns schadet, also fühlen wir uns nicht genötigt, sie zu korrigieren."

Ein anderer Punkt zeigt, dass Facebook mit seiner Expansionsstrategie noch längst nicht am Ende ist. Dabei spielen die Facebook Credits eine zentrale Rolle. Das eine Art virtueller Währung, die bislang vor allem in Spielen verwendet wird. In diesem Bereich sei es "sinnvoll", in verschiedenen Spielen von Entwicklern wie CrowdStar oder Zynga nur mit einer einzigen Währung zu bezahlen.

Derzeit sei das noch nicht möglich, und "das nervt", so Zuckerberg. Mit einer derartigen Zusammenführung würde sich auch die Rendite stark erhöhen, die derzeit noch weit von den bis zu 40 Prozent im Anzeigenbereich entfernt sei. Am Ende könnte ein Bezahlsystem stehen, mit dem Anwender auch Apps erwerben können.

Wenn dieses Denkmodell umgesetzt wird und Facebook sich auch als Finanzdienstleister etabliert, haben Paypal & Co. einen neuen, ernsthaften Konkurrenten zu fürchten.

Microsoft gibt Musikstücke in Bing-Suchergebnissen aus

Letzte Woche machte Google mit seinem für den Herbst angekündigten Musik-Download- und Streaming-Service eine deutliche Kampfansage an Apples iTunes, nun mischt auch Microsoft ein wenig im Musikbusiness mit. Die entsprechenden Neuerungen finden sich in der hauseigenen Suchmaschine Bing, die heute ein umfassendes Update erfahren hat.  In den Suchresultaten erscheinen jetzt nicht nur Songtexte, sondern auch die dazugehörigen Musikstücke, die mit dem Musikservice Zune verknüpft sind. Der Clou: Einmal Anhören in kompletter Länge nach dem Anklicken ist gratis, Links leiten den Surfer zu den passenden Kauf-Seiten weiter.

Doch die Entertainmenterweiterungen gehen weiter, dazu gehören auch Filme, TV-Serien und Games. In der Bing-Datenbank sind jetzt an die 35.000 Videospiele enthalten, zusätzlich gibt es ein Archiv für Fernsehserien, das viele Episoden in voller Länge zugänglich macht.

Für Surfer aus Deutschland gilt leider wieder einmal "wir müssen draußenbleiben", die neuen Features sind nur in der US-Version verfügbar.

Google Voice jetzt für alle - in Amerika

Auch Suchmaschinist Google bevorzugt die Anwender in seinem Heimatland, wenn seine Web-Telefonzentrale Voice ab sofort allen Anwendern zur Nutzung offensteht, aber eben nur in den USA. Bisher war dort eine Einladung erforderlich, jetzt reicht die einfache Anmeldung aus. Von Deutschland aus ist der Dienst nach wie vor nicht nutzbar. Es gibt bei Google Voice noch eine ganze Reihe ausgeklügelter Features, "Ars Technica" hat die Weiterleitungsfunktion am besten gefallen. Mit der können verschiedene Anrufer an unterschiedliche Nummern weitergeleitet werden. Reklamefuzzis landen dann im Nirgendwo, während der Freund, der zu Hause gerade die Katzen hütet, natürlich aufs Handy durchgestellt wird. 

Filmwirtschaft beharrt auf Netzsperren

Die Filmindustrie ist konservativ und liebt gewohnte Feindbilder. Also sollen Nutzer von Tauschbörsen, die dort urheberrechtlich geschütztes Material tauschen, auch weiterhin massiv verfolgt werden. Auf der Cinema Expo in Amsterdam verkündeten Branchenexperten, durch Piraterie würden der Filmwirtschaft bis 2015 1,2 Millionen Jobs und 240 Milliarden Euro verlustig gehen. Worauf sich die Berechnungen stützen, wurde allerdings nicht recht klar, zumal es große Überlappungen zwischen Tauschbörsenfans und Kunden von Kinos oder DVD- und Blu-Ray-Käufern gibt. An der Verwertungskette, die offensichtlich nicht genügend Gewinn abwirft, wollen die Verantwortlichen der Branche jedoch nichts ändern, wie "Gulli" berichtet.  Auch ein umfangreichen Downloadportal für das legale Herunterladen von Filmen möchte derzeit niemand einrichten. Vielmehr sei es jetzt Zeit, die strafrechtlichen Maßnahmen zur Verfolgung der Missetäter zu verschärfen und hart durchzusetzen. In diesen Wunschkatalog gehört nicht zuletzt die Forderung nach Netzsperren, um den Nutzern den Zugang zu Filesharing-Seiten und Sharehostern zu erschweren.

EU kritisiert Mangel an legalen Angeboten für Musik-Downloads

Indirekt könnte sich denn auch die Filmwirtschaft zu Herzen nehmen, was die EU derzeit den Verantwortlichen der Musikindustrie vorhält: den Mangel an Angeboten für legale Musik-Downloads. Dabei geht es der Branche schlecht, die aber verweist zur Erklärung ihrer maladen Situation auf Produktpiraterie und illegale Downloads. Doch der Blick in die USA zeigt, dass es durchaus Chancen für einen funktionierenden Downloadmarkt gibt. Denn dort laden die Menschen viermal so viel Musik aus dem Web herunter wie in Europa, wie die "FAZ" anmerkt.  Die Erklärung für diese Differenz zwischen den beiden Märkten liege nicht im größeren Musik-Interesse der Amerikaner, vielmehr würden in Europa fehlende Angebote und ein fragmentierter Markt als Bremse wirken. Gesetzliche Maßnahmen sollen diesem Übel nun abhelfen. Dazu müssten erst einmal die gesetzlichen Rahmenbedingungen in allen EU-Mitgliedsländern harmonisiert werden. Das würde bedeuten, dass die vertraglichen Regelungen diverser Rechteverwertungsgesellschaften in allen Mitgliedsländern vereinheitlicht und damit der derzeitigen Kleinstaaterei ein Ende gemacht werden müsste. Wahrlich eine epische Aufgabe.

Eingestelltes Gourmetmagazin für iPad wiederbelebt

Das iPad soll's richten. Letzten Oktober wurde "Gourmet", das edle Fressmagazin aus dem Hause Condé Nast, wegen massiver Anzeigenrückgänge beerdigt. Nun feiert es virtuelle Wiederauferstehung, als digitale Ausgabe in Form einer App für das iPad. Ende des Jahres soll "Gourmet live" zum Nulltarif zu haben sein. Um trotzdem Geld zu verdienen, sollen sogenannte Premium-Inhalte erst nach Bezahlung verfügbar sein, Social-Network-Funktionen werden mit Spieleangeboten verbunden und sollen ebenfalls für Umsatz sorgen. "Es ist keine Zeitschrift und es ist keine Digitalversion einer Zeitschrift", so Condé Nast-Chef Chuck Townsend in der "New York Times".  "Es ist eine völlig neue Art der Kundenansprache."

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