Netzwelt-Ticker: Facebook-Sourcecode ausgelaufen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Facebook-Sourcecode ausgelaufen

Eine Computerpanne beim US-Anti-Terrorsystem verursacht stundenlange Wartezeit für Flugpassagiere, die Uno wird gehackt, Google verärgert Kunden. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hackerangriff auf Uno

Auch auf der anderen Seite der USA zeigte sich die Computerwelt von ihrer unschönen Seite. In New York traf es die Vereinten Nationen, deren Internetpräsenz am Sonntag Opfer eines Hackerangriffs wurde, berichtet die BBC .

Auf den Seiten, auf denen sonst Erklärungen und Stellungnahmen von Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon aufgelistet sind, stieß der erstaunte Leser auf Tiraden in holprigem Englisch, "Hey Ysrail und Usa bringt keine Kinder und andere Leute um. Frieden für immer. Kein Krieg".

Auch andere Uno-Seiten waren auf ähnliche Weise verziert worden und wurden daher vorübergehend vom Netz genommen. Die Hacker stellten sich ordentlich vor: "Hacked by kerem125 M0sted and Gsy" und erklärten allen, die es noch nicht begriffen hatten, es handele sich bei der Aktion um einen "CyberProtest". Eine Gruppe mit diesen Namen hatte zuvor schon andere Seiten gehackt und sich als "türkische Verunstalter" bezeichnet.

Google: Übermorgen ist Schluss mit Kauf-Videos

Es war nach dem YouTube-Kauf schon länger abzusehen, dass Google seinem eigenen Service für Video-on-Demand keine allzugroße Zukunft mehr geben würde, zu sehr kränkelte das Angebot. Am Wochenende kam dann nach 19 Monaten das Aus: Der Filmverkauf bei Google Video  wird übermorgen eingestellt.

Große Umsätze oder gar Gewinne machte der Suchmaschinenbetreiber mit seiner Videoseite nie, das Hauptgeschäft läuft weiterhin über werbefinanzierte Dienste. Anscheinend ist man in der Konzernzentrale der Ansicht, man könne den wenigen Kunden, die das Angebot genutzt hatten, ein weiteres Mal auf die Nerven gehen. Nicht genug, dass die Google-Filme mit einem eigenen DRM-Kopierschutz versehen waren und nur mit einem eigenen Programm betrachtet werden konnten, nun "verfallen" die Filme mit dem Ende von Google Video auch noch.

Eine Entschädigung für in Luft aufgelöste Filme gibt es nicht, nur einen Fünf-Dollar-Bonus für US-Kunden. Der allerdings muss innerhalb der nächsten zwei Monate eingelöst werden, sonst verfällt auch dieser Anspruch. Für die Betroffenen sehr ärgerlich .

Facebooks Source Code ist draußen

Im Moment schafft es Facebook nicht, aus den negativen Schlagzeilen zu kommen. Zu dem Schaden wegen Pädophiler und Rassisten, die sich auf der Internetplattform tummelten, kommt nun auch noch der Spott: Entweder sind die Sicherheitsvorkehrungen bei Facebook lausig oder das Arbeitsklima.

Am Samstag tauchte im Netz ein Weblog namens "Facebook Secrets"  mit nur einem einzigen Eintrag auf, der den kompletten Source Code der Facebook-Startseite enthält. Bei Techcrunch  überlegt Nik Cubrilovic nun, auf welche Weise diese an sich geheimen Informationen ihren Weg nach draußen gefunden haben. Entweder gab es ein Sicherheitsleck oder ein frustrierter Facebook-Programmierer hat den Code absichtlich verschickt.

Die erste Version scheint näher an der Wirklichkeit zu sein, was auch durch das erwähnte Blog bestätigt wird, hinter dessen einzigem Eintrag sich ein Schreiber verbirgt, der offensichtlich anonym bleiben möchte. Ob es sich um den tatsächlichen Source Code oder doch nur eine gut frisierte Ente handelt, kann bisher nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden, allerdings schätzt Cubrilovic die Angelegenheit nach einem ersten Überblick als glaubwürdig ein. Zumindest könnte der Vorfall erklären, warum der Facebook-Klon studiVZ anfänglich solche Probleme mit der Datensicherheit hatte.

Computerpanne bei Anti-Terrorsystem: Tausende sitzen auf Flughafen fest

Mehr als 17.000 genervte Flugpassagiere saßen am Wochenende für Stunden am Flughafen Los Angeles fest. Grund: Der Computer mit den Daten der Passagiere streikte ab Samstagnachmittag, wie die "Washington Post" meldet. Mit den auf diesen Rechnern gespeicherten Listen, die auch Informationen über etwaige Haftbefehle enthalten, soll möglichen Terroristen die Einreise in die USA verwehrt werden. Nun aber traf es völlig harmlose Touristen, denn ohne die jeweilige Sicherheitsüberprüfung durften sie nicht ins Land und mussten teilweise über Stunden in den Flugzeugen ausharren.

Normalerweise "erlaubt das System unseren Beamten zu entscheiden, wem wir die Einreise in die Vereinigten Staaten gestatten können", erklärte der Chef der Einwanderungsbehörde Mike Fleming. Die Ursache für die Computerpanne soll in mangelhafter Hardware und dem Fehlen eines Backups bestanden haben. Entsprechend lange dauerte es, bis zumindest einige Rechner wieder hochgefahren werden konnten, überdies wurden einige weitere Flüge in andere Städte umgeleitet.

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