Netzwelt-Ticker Facebook wird zum Marktplatz
Das Studentenportal Facebook geht den Microsoft-Weg und lädt andere Unternehmen ein, Produkte und Software zu entwickeln, die in Verbindung mit der Webseite verwendet werden können. Bisher seien soziale Netzwerke geschlossene Systeme gewesen, so Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, das werde sich nun ändern. Vor kurzem wurde der Einstieg in den Kleinanzeigenmarkt verkündet, nun werden keine kleinen Brötchen mehr gebacken, denn jetzt geht man zur kommerziellen Verwertung über . Mit insgesamt 65 Unternehmen gibt es Übereinkommen zur Zusammenarbeit, darunter so bekannte wie das Onlinekaufhaus Amazon, das Facebook-Mitgliedern gestatten wird, Amazon-Buchrezensionen auf ihren Profilseiten zu veröffentlichen. Diese Strategie der Kooperation hat schon einmal funktioniert und Bill Gates zum reichsten Mann der Welt gemacht.
Apple ist sauer auf iGasm
Ann Summers ist eine innovatives Unternehmen. Es verkauft Sexspielzeug und bewirbt seine Produkte entsprechend. Und hier fängt der Ärger an, wie news.com berichtet . Denn ein Reklamemotiv zeigt eine Art lasziv räkelndes Unterwäschemodel, das ein kleines weißes Gerät hält, den "iGasm". Ein Kabel führt zu den Kopfhörern, das andere verschwindet tief unten im Slip. Der Werbespruch "bring deinen Musikgenuss auf einen völlig neuen Level!" lässt in Verbindung mit dem Vibrator am Ende des zweiten Kabels der Fantasie viel Spielraum. Zuviel für Apples Anwälte, die diese Werbung verbieten lassen wollen. Um nicht als verklemmte Spießer dazustehen, sind sie auf eine originelle Begründung verfallen: das Motiv sehe Apples iPod-Werbung ziemlich ähnlich, denn diese arbeitet auch mit dunklen Schattenrissen. Ann Summers will dem Ansinnen allerdings nicht nachgeben und wird mit der Bemerkung zitiert: "Vielleicht sollte ich ihnen einen iGasm schicken und ihnen wieder ein Lächeln aufs Gesicht za ubern."
Türkei zensiert Atatürk-Beleidigungen
Trotz Bewerbung um die Mitgliedschaft in der EU fällt die Türkei immer wieder mit einem für den europäischen Geschmack merkwürdigen Verständnis von Meinungsfreiheit auf. Dabei geht es nicht nur um vorübergehende YouTube-Sperrungen oder den Paragrafen, der die "Herabwürdigung des Türkentums" unter Strafe stellt, dieser Tage ist ein Gesetz dazugekommen, das Beleidigungen des Staatsgründers Atatürk als "Verbrechen" ahndet 3. Betreiber von Webseiten sind nun verpflichtet, Schmähungen gegen den "Vater aller Türken" umgehend zu entfernen, außerdem können die Behörden auch gleich selbst Seiten blockieren, die sich unbotmäßig gegenüber Atatürk äußern. Diese doppelte Zensurmaßnahme ist beim Journalistenverband Reporter ohne Grenzen auf scharfe Kritik gestoßen : "Internetuser wie Verbrecher zu bestrafen, ist übertrieben. Es zeigt, dass die Behörden Webseitenbetreiber zur Selbstzensur zwingen wollen. Wie weit will die Regierung mit ihrem Druck gegen abweichende Meinungen noch gehen?"
Die Antwort ist und bleibt "42"
Vor einigen Tagen veranstaltete Microsoft eine große Welle wegen angeblicher Patentverletzungen durch Open-Source-Projekte wie Linux. Die Rede war von zunächst 42, dann sogar 235 verschiedenen Patenten, allerdings blieb man in Redmond die Antwort auf die Frage schuldig, welche Schutzrechte denn genau Schaden genommen hätten. Nun hat man sich zu einer Erklärung bequemt, wie The Register berichtet . Microsofts Patentanwalt Jim Markwith teilte den erstaunten Zuhörern auf der Open Source Business Conference mit, abgesehen davon, dass es unfein wäre, Namen zu nennen, wäre es für die konzerneigene Verwaltung unmöglich, mit der Vielzahl von Eingaben und Schreiben fertigzuwerden, die unweigerlich auf die genaue Benennung der Patentverletzungen folgen würden.
Beheizbare USB-Tastatur gegen kalte Finger
Das Timing hätte wohl ein bisschen besser sein können, denn in Zeiten, in denen nicht einmal Eisbären noch so richtig kalte Pfoten bekommen und der Sommer vor der Tür steht, steht eine beheizbare Tastatur auf dem Einkaufszettel sicher nicht ganz oben. Trotzdem ist die Erfindung für alle, die vor allem im Winter unter kalten Fingern leiden, eine gute Sache. Die Tastatur wird via USB an den Computer angeschlossen und über ein Netzteil mit Strom versorgt. Die Tastenheizung kann auf 30 oder 38 Grad Celsius eingestellt werden. Das Gerät wird derzeit in den USA für vergleichsweise günstige 44 US-Dollar vertrieben, soll aber auch in Europa erhältlich sein, so winfuture . Es war jedoch weder herauszubekommen, ob das Tastaturlayout in jeweils lokalisierten Versionen angeboten wird, noch, ob für die heißen Sommertage statt einer Heizung ein Ventilator eingepasst werden kann.