Netzwelt-Ticker Flatrate für Tauschbörsen
Filesharing ist schädlich und böse, das versuchen Film- und Musikverbände ihren potentiellen Kunden seit Jahren immer wieder einzuhämmern und verfolgen jede Urheberrechtsverletzung mit gnadenloser Härte. Trotzdem erfreuen sich Tauschdienste wie Bittorrent und Co. bei der Netzgemeinde nach wie vor ungebrochener Sympathie. Also versucht man in Schweden einen anderen Weg.
Getreu dem Motto "die Kuh, die du nicht schlachten kannst, musst du melken" will die schwedische Verwertungsgesellschaft STIM ab Herbst gemeinsam mit einigen Providern ein Bezahlmodell testen . In einer Art erweiterter Flatrate entrichtet der Internetsurfer dann eine Monatsgebühr, deren genaue Höhe noch nicht feststeht. Möglicherweise gibt es unterschiedliche Tarifgruppen, abhängig vom Popularitätsgrad (und dem normalen Marktpreis) verschiedener Musikrichtungen. Allerdings will die schwedische Gema nicht nur die auf diese Art erreichten Downloadzahlen in Erfahrung bringen, sondern auch, welche Musik wie oft abgespielt wird.
Microsoft: kein Zune-Phone, kein Blu-ray für die Xbox
Immer wieder gab es Gerüchte über ein Zune-Phone als "Antwort auf Apples iPhone". Microsofts bis dato mäßig erfolgreicher MP3-Player sollte zum alleskönnenden Superhandy aufgemotzt werden. Stimmt alles nicht, sagt Robbie Bach, und der muss es wissen. Der Chef der Redmonder Unterhaltungsabteilung erklärte jetzt, im Fokus aller Bemühungen stünde vielmehr Windows Mobile, es gebe keinerlei Pläne, den Zune zu einem Telefon oder internetfähigen Gerät auszubauen . Allein dieses Jahr sollen 20 Millionen Geräte mit Windows Mobile verkauft werden, "wir werden das besser verkaufen als das iPhone oder den Blackberry", tönte Bach. Darüberhinaus bestritt der Manager jegliche Pläne, die Xbox 360 mit einem Blu-ray-Laufwerk auszurüsten. Schließlich habe sich der Blu-ray-Markt viel langsamer als erwartet entwickelt.
T-Mobile verklagt Starbucks
Die amerikanische Kaffeekette Starbucks hat ihren technischen Partner gewechselt, um der werten Kundschaft drahtlosen Internetzugang zu ermöglichen. Bislang sorgte T-Mobile an Tausenden Starbucks-Filialen für WiFi-Zugang, doch dann verbandelte der Kaffeeröster sich mit AT&T. Das will T-Mobile nicht klaglos hinnehmen, schließlich habe man eine Menge Geld in die Infrastruktur und technische Ausrüstung investiert. Der Kontrakt mit AT&T verstoße gegen exklusive Vereinbarungen mit T-Mobile. Nur logisch, dass die Telekom-Tochter den Expartner jetzt wegen unlauteren Wettbewerbes und Vertragsbruchs verklagt .
Telekom vor massivem Kundenschwund?
Auch in Deutschland sind für den Magentakonzern keine rosigen Zeiten in Sicht. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, plant nach dem jüngsten Schnüffelskandal ein sattes Drittel der Kunden, "bestimmt" oder "wahrscheinlich" zur Konkurrenz zu wechseln . In einer repräsentativen Umfrage gab beinah die Hälfte der Befragten an, kein Vertrauen mehr in den ehemaligen Staatsbetrieb zu haben. Wenn schon Journalisten bespitzelt würden, sei es um die Sicherheit der eigenen Kundendaten wohl auch nicht allzu gut bestellt.
Britischer Parlamentsausschuss warnt vor Überwachungsgesellschaft
Über 14 Millionen Kameras überwachen mittlerweile den öffentlichen Raum in Großbritannien. Damit scheint die Grenze des Erträglichen erreicht. Jedenfalls nach Ansicht eines britischen Untersuchungsausschusses, der empfiehlt, den Zeitrahmen für die Speicherung von Daten und ihren Umfang auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren. Das Home Affairs Committee erklärte am Sonntag, die Regierung müsse darauf achten, dass die Datensammelwut das Land nicht in eine Überwachungsgesellschaft treibe. "Wir alle haben in den vergangenen Jahren außergewöhnliche Beispiele gesehen, wie sehr Dinge mit potentiell desaströsen Folgen schiefgehen können , wenn Daten falsch gehandhabt werden", so der Ausschussvorsitzende Keith Vaz. Es sei besorgniserregend, dass Daten zunehmend nur deshalb gesammelt würden, weil das die technischen Möglichkeiten hergäben - und dann auch zu anderen Zwecken verwendet würden als ursprünglich geplant.
Elite-Uni verschlampt Mitarbeiterdaten
Private Unternehmen können es, staatliche Behörden sowieso, warum sollen also nicht auch bei Akademikern Schlamperei und Nachlässigkeit vorherrschen? Die amerikanische Elite-Uni Stanford beklagt den Verlust eines Laptops mit vertraulichen Daten von Universitätsangestellten. Betroffen sind Dozenten, Studenten mit Arbeitsverträgen und auch nichtakademisches Personal, die vor Ende September 2007 angestellt waren. Der abhandengekommene Computer wurde kürzlich gestohlen, nun schreibt die Universitätsverwaltung gegenwärtig Beschäftigte ebenso wie frühere Mitarbeiter an , um sie zu informieren. Nach Einschätzung von Universitätsoffiziellen könnten bis zu 72.000 Menschen von dem Datenverlust betroffen sein.
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