Netzwelt-Ticker Flickr wird beweglich
Kommt Video-Flickr?
Der geneigte Internet-Nutzer muss schon etwas tiefer im Gedächtnis kramen, um sich an die ersten Ankündigungen zu erinnern, die Foto-Seite Flickr solle um eine Videofunktion erweitert werden. Tatsächlich war das schon im Jahre 2005, als der Bilderdienst von Yahoo übernommen wurde. Kaum drei Jahre später sollen den schönen Worten endlich Taten folgen: am Wochenende versprach Stewart Butterfield, Gründer der jetzigen Yahoo-Tochter, Flickr Video Beta werde im April an den Start gehen. Allerdings hatte er das auch schon fürs vergangene Jahr versprochen . Das bereits existierende Yahoo Video soll jedoch nicht eingestellt werden. Fragt sich nur, wen die Suchmaschinenbetreiber eigentlich beeindrucken wollen? Etwa den längst etablierten Platzhirschen YouTube, der gerade noch mal kräftig zur Attacke bläst?
Demo gegen Vorratsdatenspeicherung in Köln
Am Samstag fand in Köln eine Demonstration unter dem Motto "Für ein Morgen in Freiheit" gegen die zunehmende Überwachung der Bürger statt, an der ungefähr 2000 Menschen teilnahmen . Mehrere Politiker wie der Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck oder die Linken-Abgeordnete Petra Pau kritisierten "Anschläge gegen die Grundrechte", die die Überwachungsmaßnahmen in Wahrheit darstellten. Die Freude der Veranstalter über die zahlreichen Demonstrationsteilnehmer wurde ein wenig durch die Tatsache getrübt, dass sich ein gutes Viertel aus Anhängern einer leicht spinnerten Gruppierung namens "Anti Genozid Bewegung" rekrutierte. Die glauben nämlich, finstere Regierungsstellen würden allen Menschen heimlich RFID-Chips unter die Haut spritzen, um einen späteren Genozid vorzubereiten. Wer solche Freunde hat...
Kontodaten: Boom bei Phishing
Betrugsseiten, die arglosen Zeitgenossen seriöse Angebote vorgaukeln und ihnen so persönliche Angaben wie Kontodaten entlocken, werden immer überzeugender. Mit der Folge eines starken Anstiegs dieser Betrugsart im letzten Jahr. Um 20 Prozent nahmen 2007 Phishing-Fälle auf insgesamt 4200 zu, wie BKA-Chef Jörg Ziercke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" im Interview sagte, wobei er eine erheblich höhere Dunkelziffer vermutete. Nicht nur die Zahl der Betrugsfälle steige an, auch die verursachten Schadenssummen bewegten sich in immer neuen Höhen. Sei im Jahre 2006 noch ein durchschnittlicher Schaden von 2500 Euro angerichtet worden, betrage die Summe mittlerweile 4000 bis 4500 Euro. Und die Entwicklung werde mit Sicherheit weiterhin "dynamisch" verlaufen.
Demonoid ist wieder da
Einst war Demonoid einer der populärsten BitTorrent-Tracker, doch im vergangenen Jahr musste das Angebot die virtuellen Pforten schließen. Die Betreiber hatten an ihrem holländischen Standort juristischen Ärger wegen Urheberrechtsverletzungen bekommen. Ein Umzug nach Kanada brachte nur kurzfristige Entspannung. Nun ist Demonoid wieder aufgetaucht, anscheinend wird das Angebot diesmal in der Ukraine gehostet, wie "TorrentFreak" berichtet. Die Webseite ist derzeit noch offline, der Tracker allerdings funktioniert bereits seit einigen Tagen wieder.
Einbrecher lieben geklaute Navis
Klau einmal und sack zweimal ein. Das scheint die fiese Devise von Automardern zu sein, die nach erfolgreicher Entnahme von Navigationsgeräten auch gleich die Häuser der Autobesitzer ausrauben. Möglich wird das durch den Umstand, dass fast jeder Besitzer eines Navi für Routenplanungen seine Heimatadresse im Gerät einspeichert. Stellen die Diebe nun fest, dass der beklaute Autobesitzer derzeit weit genug von zu Hause weg ist, steuern sie schnell dessen Heimatadresse an und holen sich noch einen einträglichen Nachschlag. Auch wenn diese Warnung vom "Königlichen Automobilclub Victoria" in Australien stammt, sollte sie auch von Autofahrern im Alten Europa beherzigt werden.
Indien: doch kein Blackberry-Verbot
Manchmal kann auch zu große Sicherheit ein Verhängnis sein. Diese Erfahrung müssen derzeit Betreiber und Kunden des Push-Mail-Dienstes für Blackberry-Smartphones machen. Die schicken Telefone für wichtige Businessleute (und die, die nur so tun) gelten als äußerst sicher. Und genau das ist für Geheimdienste in manchen Ländern ein Ärgernis. Die indische Regierung hatte die Mobilfunker denn auch aufgefordert, Behörden des Landes den Zugang zum Angebot zu ermöglichen, andernfalls werde es mittelfristig verboten. Nun scheinen sich die Verantwortlichen in Neu-Delhi eines Besseren besonnen zu haben, ein Sprecher des Telekommunikations-Ministeriums erklärte jetzt, man plane derzeit keinerlei Verbotsmaßnahmen, meldet der "New Zealand Herald". Man habe kein Interesse daran, dass Blackberry-Geräte nicht mehr in Indien verwendet würden.
Captchas knacken mit Billiglöhnern
Wer glaubt, Passwörter oder selbst Captchas ließen sich auf Dauer nur mit schlauen Knack-Programmen umgehen, irrt. Gerade für letztere braucht es in der Regel immer noch Kohlenstoffeinheiten vor der Tastatur. Viele ausgetüftelte Programme scheitern derzeit noch an den kleinen Eingabefeldern. Die zu überwinden, ist auch für Spammer ein Herzensanliegen, weil sie auf diese Weise an für ihr Tun benötigte E-Mail-Adressen, zum Beispiel von Googlemail, kommen. Die Kosten sollten sich allerdings im Rahmen halten. Nichts liegt also näher, als ein paar arme Teufel zu engagieren, die diese Arbeit preiswert erledigen. In Russland hat sich so ein florierender Wirtschaftszweig entwickelt, dort erledigen Billigarbeiter diesen Job zum Tagessatz von zwei Euro. Und wie es scheint erfolgreich: wie die IT-Sicherheitsfirma MessageLabs in ihrer Februaruntersuchung zum Spamaufkommen feststellt, entstammen bereits 4,6 Prozent der Spam-Mails Webmail-Diensten .