Netzwelt-Ticker Frankreich führt Internetsperren ein
Frankreich und Deutschland gehen bei der Bekämpfung von Kinderpornografie unterschiedliche Wege. Während hierzulande nicht mehr erste Wahl sind, sondern die betroffenen Web-Seiten gleich ganz gelöscht werden sollen, bevorzugen die Franzosen Netzsperren. Gestern verabschiedete die Nationalversammlung einen weiteren Teil eines Gesetzespakets zur inneren Sicherheit, das auch die Sperrung von einschlägigen Web-Seiten beinhaltet, wie "Heise" meldet .
Die Gegner des Beschlusses konnten sich auch nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, die Verordnung zeitlich zu begrenzen und auf ihre Effizienz zu überprüfen. Das Gesetz mit dem harmlos klingenden Kürzel "Loppsi" (Loi d'orientation et de programmation pour la performance de la sécurité intérieure) hat umfangreiche Kritik auf sich gezogen. Sowohl der Nutzen für die Bekämpfung von Kinderpornografie wird bezweifelt, als auch die Geltung von Sperren bei anderen Vergehen abgelehnt. Denn auch im Fall von Identitätsklau und Fälschungsdelikten soll das Gesetz greifen. Überdies sollen die staatliche Videoüberwachung massiv ausgebaut und die Befugnisse zur Online-Durchsuchung erheblich erweitert werden. Und glaubt man Präsident Sarkozy, wird es nicht lange dauern, bis die Netzfilter auch für den Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen eingesetzt werden.
Kritikern stößt dabei besonders auf, dass sich die Politiker hinter dem Wohl von missbrauchten Kindern verstecken würden. "Die Kinderpornografie ist ein trojanisches Pferd für alles, was Angst macht", wird Benjamin Bayart, Präsident des French Data Network, von "Gulli" zitiert . Der Sprecher von La Quadrature du Web, Jérémie Zimmermann, fügt außerdem an : "Der Schutz der Kindheit wird von Nicolas Sarkozy schamlos ausgenutzt, um eine Maßnahme einzuführen, die zu zusätzlicher Zensur und sehr gefährlichen Entwicklungen führen wird. Nach Hadop kommt Loppsi: Die Sicherheitsmaschinerie der Regierung wird genutzt, um das Internet auf Kosten der Freiheit zu kontrollieren."
Microsoft entwickelt Office 2011 für den Mac
Gestern gab's Neuigkeiten für den Mac - von Microsoft. Die Redmonder stellten in San Francisco eine Macintosh-Version ihrer Bürosoftware Office 2011 vor. Das Programm erlaubt es mehreren Nutzern, als Team an ein und demselben Projekt zu arbeiten. Gleichzeitig können verschiedene Personen gemeinsam Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente produzieren. Mit dem Tool "Presence Everywhere" erfahren die Beteiligten, wer gerade am Dokument arbeitet. Das Abspeichern im Netz mit Microsoft Office Web Apps erleichtert außerdem den Zugriff von anderen Nutzern , auch von unterwegs.
"iMussolini"-App ist wieder zu haben
Für ein paar Tage war die umstrittene iPhone-App "iMussolini" im App Store nicht zu bekommen. Der Grund waren nicht etwa die Proteste gegen Faschisten-Nostalgie, sondern schlichte Copyright-Streitigkeiten. Das Filmstudio Cinecittà Luce hat an den Fotos, Videos und Tonaufnahmen von Reden des italienischen Diktators Urheberrechte beansprucht. Nun weist der App-Macher Luigi Marino in seiner Anwendung auf diese Rechtssituation hin und erklärt außerdem, seine App diene keineswegs der Verherrlichung des Faschismus. Die solchermaßen verbesserte Version des Online-Duce hat ihren Preis. Kostete sie bisher 79 Cent, ist sie jetzt für 1,59 Euro zu haben .
Was das iPad wirklich kostet
Die Techniker von iSuppli haben das iPad auseinandergenommen und ausgerechnet, was die Einzelteile in der Herstellung kosten. Das für 499 Dollar angebotene Startmodell mit 16 GByte Speicherkapazität und ohne UMTS-Ausstattung kommt dabei auf 229 Dollar. Aber eine richtig schöne Gewinnspanne streicht Apple bei der Deluxe-Version mit 32-GByte-Speicher und UMTS ein. Bei einem Verkaufspreis von 829 Dollar lohnt sich jedes abgesetzte Gerät, das die Apple-Kasse in seiner Herstellung mit lediglich 346 Dollar belastet .
Nach Windows-Patch: Blue Screen of Death bei XP
Na sowas, da spielt man ein Sicherheits-Update von Microsoft auf, und dann sieht der Rechner plötzlich Blau. So geschehen bei einigen XP-Nutzern, deren Rechner nach dem Installieren des Updates MS10-015 abschmierten und den berüchtigten blauen Schirm zeigten. Nicht genug damit, die betroffenen Computer blieben zudem noch in einer Neustartschleife hängen. Erste Hilfe leistete Microsoft mit einer Anleitung, wie eine bestimmte Datei von der XP-Installations-CD kopiert wird, um dem Spuk ein Ende zu bereiten .
Facebook schaltet 30 Knacki-Accounts ab
Dass der Knast seine Insassen nicht unbedingt zu einsichtigen und besseren Menschen macht, demonstrierten 30 britische Strafgefangene, die von der Zelle aus mit der Welt über ihre Facebook-Accounts in Kontakt traten. Die schweren Jungs benutzten dabei ins Gefängnis eingeschmuggelte Handys. Dabei parlierten sie nicht mit ihren Liebsten, sondern nutzten die Leitung nach draußen für einen weitaus weniger erfreulichen Zeitvertreib. Sie belästigten und verhöhnten ihre Opfer oder deren Angehörige. Nach einer Zusammenkunft mit Betroffenen erklärte jetzt der britische Justizminister Jack Straw, Facebook habe die entsprechenden Knacki-Profile innerhalb von 48 Stunden gelöscht. Die "Kooperationsbereitschaft" des Social Networks habe ihn "beruhigt", zitiert die BBC den Politiker . Allerdings sei man sich darin einig, das System zur Überwachung von Web-Seiten müsse noch verbessert werden.
Google weist Einwände des US-Justizministeriums gegen Buch-Deal zurück
Die Juristen beim amerikanischen Justizministerium waren nicht begeistert. Auch die überarbeitete Fassung von Googles Book Settlement zur Bücherdigitalisierung sei nach wie vor bedenklich, was urheber- und wettbewerbsrechtliche Fragen beträfe. Diese Kritik will der Suchmaschinist nicht auf sich sitzen lassen. Beim zuständigen Bezirksrichter Denny Chin reichten die Google-Juristen am Donnerstag ein Schreiben ein, in dem sie die Vereinbarungen mit amerikanischen Autoren und Verlegern verteidigten. Umstritten ist vor allem die Regelung zur profitablen Digitalisierung von vergriffenen Büchern, deren Copyright noch in Kraft ist. Der Vertrieb in Form von E-Books läge nicht zuletzt auch im Interesse der Autoren, so Google. Die Vorhaltungen, hier entstehe ein E-Book-Monopol, bestritten die Google-Anwälte mit dem Hinweis, Microsoft und Yahoo hätten ebenfalls Digitalisierungsprojekte verfolgt, die jederzeit wieder aufleben könnten. Eine Stellungnahme des US-Justizministeriums konnte bislang nicht eingeholt werden. Die Büros der Washingtoner Ministerialbürokratie wurden diese Woche aufgrund der heftigen Schneestürme geschlossen .
Außerdem:
- Windows 7 erhält Anti-Klau-Update
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- Video-Plattform Veoh ist pleite