Netzwelt-Ticker Geld verdienen mit der Playstation 3
Mietspieler an der Playstation 3
Verteiltes Rechnen ("Distributed Computing") kann weltweit übers Internet jene Forscherarbeit schultern helfen, die sonst teuer von einem richtigen Supercomputer erledigt werden müsste. So lässt sich etwa die kalifornische Stanford Universität mit dem Projekt "Folding@home" seit einigen Jahren von leerlaufenden Heim- oder Büro-PC unter die Arme greifen. Man will herausfinden, wie sich Proteine korrekt zusammenfalten, um nicht solchen Schlamassel wie Alzheimer, Parkinson und anderes fürchterliche Zeugs mehr anzurichten.
Neuerdings können auch Playstation-3-Besitzer solche Proteinpakete durchrechnen es soll jeweils ungefähr acht Stunden dauern. Bislang erledigen etwa 10.000 freiwillige PS3-Nutzer Dank ihres Cell-Prozessors angeblich soviel Rechnerarbeit wie 200.000 PCs. Und schon denkt man bei Sony darüber nach, daraus ein Geschäftsmodell zu schustern. Cheftechnologe Masa Chatani will verteilte Rechenpower an interessierte Pharmaunternehmen verkaufen. Aber wie will man die Nutzer bei der Stange halten? Denn die sollen ihre Playstation dann ja rund um die Uhr tunlichst nie mehr ausschalten. Vorstellbar wäre ein Bonussystem, so Chatani gegenüber der Financial Times bei dem man zum Beispiel Bonuspunkte gegen Sony-Gratisprodukte eintauschen kann.
100-Dollar-Laptops im Feldversuch
Auf "Cnet" findet sich eine Reportage mitsamt einer Bilderstrecke aus einem Klassenzimmer in einer Schule in Nigeria. Dort, fünfzehn Kilometer vor der Hautstadt, hat eine Klasse von zehn- bis elfjährigen Schülern die allerersten 100-Dollar-Laptops ausgepackt und in Betrieb genommen.
Die laubfroschgrünen XO-Rechner wurden von Nicholas Negropontes Entwicklungs- und Erziehungsprojekt "One Laptop Per Child" (OLPC) entwickelt . Nun will man insgesamt 15 Millionen dieser Geräte in Entwicklungsländer verschiffen. Das Betriebsystem Linux sowie die Anwendungsprogramme sind quelloffen, der Akku lässt sich auch per Handkurbel aufladen und die Kids können ihre Rechner drahtlos miteinander verbinden. Möglich wird auch falls vorhanden der Zugang ins Internet.
Googlen macht reich
Für einige hundert der 2.300 Google-Mitarbeiter wird in diesem Jahr die Frist ablaufen, nach der sie ihre üppigen Aktienoptionen zur Bargeld machen dürfen - es soll insgesamt um 2,6 Milliarden US-Dollar gehen. Das lesen wir bei "Redorbit" , wo man bereits einen möglichen Braindrain in der Suchmaschinenfirma aufziehen sieht. Denn Aktionoptionen haben die ersten und sicher viele der besten Mitarbeiter bekommen. Wie wird die Firma ihre frisch gebackenen Multimillionäre bei der Stange halten? Interessante personalpolitische Fragen, die sich so in deutschen Firmen vorerst nicht stellen dürften.
Diskreditierter Betrüger
Seit vorgestern schwirren neue Trojaner-Mails durchs deutsche Internet, mit denen man unbedarften Windows-Usern Schadsoftware unterjubeln möchte. Diesmal tarnen sich die Absender allerdings nicht als Versandhaus oder die Telekom. Um die Empfänger dazu zu verleiten, den verseuchten Dateianhang zu öffnen, stellt sich der Absender als Abmahnanwalt Olaf Tank vor. Den guten Mann gibt es wirklich und er hat keinen guten Ruf. Die Bremische Verbraucherzentrale bezeichnet ihn etwa als "dreisten Betrüger". Das nun ausgerechnet er als Spamabsender kopiert wurde, lässt auf einen gewissen Humor auf Seiten der Virenversender schließen. Aber auch darauf, dass die Absender aus Deutschland kommen.
Allwissender Browser
Die Zeit des Versteckspiels im Internet soll bald vorbei sein. Aber nicht wegen Schäubles Polizei-Trojaner, sondern Dank der neuesten Xerox-Erfindung, über die der "New Scientist" auf seiner Webseite berichtet. Nur aufgrund des zuvor gezeigten Surfverhaltens, also der in der Browserhistorie vermerkten Seitenaufrufe, will die Firma die entsprechenden Infos zu Alter, Geschlecht und Einkommen eines Nutzers herausfiltern können. Damit sollen etwa Webseitenbetreiber ganz fix herausfinden, wer sie da besucht. Möglicherweise aber auch nicht. Wenn etwa mehrere Personen sich einen Rechner teilen, könnte es schwierig werden, sie auseinander zu halten. Und mit meinem eher dem gefühlten Lebensalter entsprechendem Surfverhalten würde man mich nicht nur bei Banken und Sparkassen gewiss ganz falsch einschätzen.
Was tust du?
Gekonnt kopiert ist immer besser als schlecht selbst gemacht. Das Original heißt "Twitter" und kommt aus den USA. Ein Web 2.0-(Beta)Service, mit dem sich voraussichtlich keine müde Mark verdienen lässt - außer man lässt sich für eine horrende Summe aufkaufen wie YouTube. Twitter-"Kunden" schreiben am Rechner oder auf dem Handy, was sie gerade so treiben. Etwa "Bohre in der Nase" und alle Welt kann mitlesen ( siehe Artikel in SPIEGEL ONLINE). Wenn es nach Kay Kühne, Alexander Drusio, Moritz Hohl und Veit Kühne geht, ist jede nächste Twitter-Message sowieso folgende: "Habe mich gerade bei Frazr angemeldet". Frazr soll schon 10.000 Nutzer haben.