Netzwelt-Ticker: Gendarmen surfen mit freier Software - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Gendarmen surfen mit freier Software

Der Linux-Gemeinde fehlt ein ordentliches Grafikprogramm, der Kamasutra-Wurm fällt aus, Google besorgt wieder mal die Datenschützer und die französische Gendarmerie verabschiedet sich vom Microsoft-Browser. Das und mehr in unserem täglichen Nachrichtenüberblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gimp nicht genug für Linux User

Welche Software bräuchte es, damit mehr Leute von Windows nach Linux wechseln? Diese Frage hat der amerikanische Netzwerk-Spezialist Novell den Besuchern der firmeneigenen CoolSolutions-Website im Januar gestellt, berichtet Desktoplinux.com . Über 10.000 User nahmen an der Umfrage teil, nach 31 Tagen Abstimmung steht die Top 10 der meistvermissten Software fest - und sie ist kein Zuckerschlecken für Linux-Fans. Vor allem Kreativ- und Orga-Software wird vermisst, allen voran das Grafik-Übertool Photoshop. Brisant: mit GIMP, waren sich Linux-Fans sicher, gibt es ein hochkarätiges Konkurrenz-Produkt für Linux, das auch noch Open Source ist. Doch professionellen Ansprüchen dürfte GIMP einfach nicht genügen. Zumindest noch nicht: Die nächste GIMP-Version soll einige sehr vermisste Profi-Features hinzufügen .

Kamasutra-Wurm ein Witz

Der Hype heilt alle Wunden - so oder ähnlich kann man sich das Ausbleiben des Kamasutra Super-Gau erklären. Freitag, so vermeldete auch SPIEGEL ONLINE, schlägt der Kamasutra-Virus zu, löscht doc, pdf und zip-Dateien. Hunderttausende Rechner könnten befallen sein, wurde befürchtet. Aber: War doch alles nur halb so schlimm. Doch gab es wirklich keine Gefahr? Geht es nach Associated Press, war der Hype um den zerstörerischen Virus dran schuld , dass nichts passiert ist. Anti-Virus-Software wurde von Usern aktualisiert, Rechner bereinigt und andere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, so dass der Virus nicht richtig zuschlagen konnte. Einzig in Mailand, so AP weiter, hätten 10.000 Computer der Stadtverwaltung abgeschaltet werden müssen. Die Kamasutra-Infektion wurde zu spät entdeckt, der Freitag war zu nah - also blieb den ganzen Tag der Strom aus, um den Zeitschalter des Virus' zu überlisten. Derweil machen sich Sicherheitsexperten Gedanken um die Nomenklatur. Am aktuellen Beispiel: Microsoft nannte den Freitagsvirus "Mywife", McAfee und CA Inc. "Blackmal" und die Presse: Kamasutra. Bei F-Secure heißt er Nyxem-E, bei Sophos Nyxem-D. Außerdem hieß er noch "Kasper", "KillAV", "Grew" oder "Blackworm". Der offizielle Name: CME-24. 

Google speichert Such-History

Was tun, wenn Google mal nicht dein Freund ist? So titelt "Cnet.com" eine FAQ über die Datenschutz-Politik von Suchmaschinen wie Google . Seit dem Gezerre um Userdaten vor dem amerikanischen Justizministerium, ist das Gebaren, vor allem von Google, in den Fokus von Datenschützern und besorgten Usern gewandert. Nun ist auch offiziell und in großer Öffentlichkeit bekannt, was Datenschützer schon seit langem wahnsinnig macht: Google speichert komplette Such-Histories einzelner User. "Cnet" bangt: es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Anwälte davon Wind bekommen und diese Daten in Prozessen von Google fordern. Möglich sei das - zumindest in Amerika - weil die Gesetzgebung (von 1986) Suchmaschinen nicht berücksichtigt. Daten, die Mailprovider speichern, werden zum Beispiel viel vorsichtiger gehandhabt. Also, was tun, wenn's brennt? FAQ lesen, bescheid wissen, Gegenmaßnahmen ergreifen...

Safari- und Firefox-Marktanteile sinken

Noch bis vor einem Monat, das berichtet Macnews.de , verlor der Internet Explorer von Microsoft stetig an Marktanteilen. Doch das könnte jetzt vorbei sein. Laut einer Net-Applications-Studie haben der Mac-Browser Safari und Firefox zusammen fast 0,15 Prozent gegenüber dem Vormonat verloren. Zum ersten Mal seit über einem Jahr sei der Marktanteil des Apple Browsers rückläufig. Und nach dem großen Sprung nach vorn im Dezember, erlitt Firefox einen Rückgang von 9,57 auf 9,5 Prozent - das erste Mal seit September 2005. An was das liegt? Macnews vermutet den Intel-Mac, vielleicht stecken aber auch die Ankündigungen vom Internet Explorer 7 dahinter... Eine gute Nachricht gibt's dann aber doch für Firefox-Freunde: die französische Gendarmerie, das berichtete jetzt die AFP, schwöre dem Microsoft-Browser ab und wechsele zum Firefox . 70.000 Computer würden nun den Open-Source-Browser und das Mozilla-Mailprogramm Thunderbird einsetzen. Verlässlichkeit, Sicherheit und Interoperabilität mit anderen staatlichen Organen...

Die Zukunft der Digitalkameras

Der Film ist aus, die Zukunft digital, das Design ist neu, die Funktionen wild. Und mehr als 9 Megapixel braucht kein Mensch. Aber was kommt jetzt, zum wahren Start der Digitalkamera-Revolution?  Die "New York Times" stellt neue Kamera-Features vor, orakelt ein paar Jahre in die Zukunft und stellt ganz interessant fest: das alte Kamera-Design hat ausgesorgt, mit der Digitalisierung wird sich vor allem auch das Aussehen komplett erneuern. Mit Handy-Kameras ist das ja bereits passiert...

Hier spielt die Spielmusik (versteckt)

Schatten überall - in "Thief III: Deadly Shadows" schlüpfte der Spieler in die Rolle des Diebes Garrett, der, von Schatten zu Schatten hopsend, nicht nur Schmuck und Geld und Nerven raubte, sondern auch gleich noch die Welt rettete. Untermalt war das ganz wunderbar von einem Industrial/Mittelalter-Soundtrack. Und den gibt's jetzt, dank eines ehemaligen Entwicklers kostenlos im Netz zum Download ! Ach ja - und während das 25-File-Paket herunterlädt, erklärt uns die "New York Times", warum die Spieleindustrie nicht mehr wächst  und Reuters, warum Online-Gaming auf Konsolen der nächste Bringer ist .

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