Netzwelt-Ticker Georgien - Krieg zu Ende, Hacker-Attacken nicht
Im Kaukasus schweigen die Waffen, hektisch wird an Friedensplänen gearbeitet. Doch virtuell geht der Kampf unvermittelt weiter, russische Hacker nehmen immer noch Webseiten unter Beschuss, selbst wenn sie im Ausland gehostet werden. Der amerikanische Webhoster Tulip etwa berichtet von massiv angestiegenem Datentraffic: Die von dem Unternehmen gehostete Seite des georgischen Präsidenten habe 5000-mal mehr Zugriffe als zu sonstigen Zeiten verzeichnet .
Die firmeneigene Schutzsoftware konnte die meisten Angriffe abwehren, trotzdem ging die Seite am Dienstag zwischenzeitlich in die Knie. Jedoch sind von den Angriffen auch russische Seiten betroffen - wenn sie regierungskritische Inhalten haben. So griffen Hacker zum Beispiel auch die Seite des ehemaligen russischen Schachweltmeisters und Politaktivisten Garri Kasparow an.
Neue SQL-Sicherheitslücke
Dieser Tage tauchte wieder einmal eine potentiell gefährliche Sicherheitslücke in der Datenbanksprache SQL auf, von der möglicherweise tausende Webserver betroffen sind. Mit ihr wird es möglich, auf den Servern abgelegte Daten zu durchsuchen. Dabei werden Server attackiert, auf denen MSSQL läuft, und bösartiger HTML-Code in der Datenbank abgelegt . Der ist dann in jeder auf dem Server gespeicherten Seite vorhanden und kann Besucher, ähnlich wie bei Phishingversuchen, auf andere Seiten umleiten. Davon sind wiederum hunderte von Webseiten betroffen, Behördenauftritte im Netz genauso wie Verkaufseiten und Finanzdienstleister.
Yahoo startet Fire Eagle für Ver-Ortung im Netz
Suchmaschinenbetreiber Yahoo ging gestern mit seiner lange angekündigten Geolocation-Plattform Fire Eagle an die Öffentlichkeit . Der Dienst bietet Nutzern die Möglichkeit, unterschiedlichste Webdienste und Widgets mit den eigenen Positionsdaten zu verknüpfen. Das ist vor allem für mobile Surfer interessant, die anderen Nutzern ihren jeweiligen Aufenthaltsort auf einer Karte anzeigen möchten.
Ein Konzept, das viele Unternehmen im kommerziellen Bereich schon seit langem nutzen, wenn Speditionen oder Taxizentralen über eingebaute GPS-Geräte ihre Fahrzeugflotten verwalten. Wem das in Sachen Datenschutz und Privatsphäre zu weit geht, kann Fire Eagle in seinem Funktionsumfang einschränken, entweder seine derzeitige Position verbergen oder auf Knopfdruck alle gesammelten Daten komplett löschen. Der effektivste Schutz gegen unliebsame Neugier ist allerdings auch der einfachste: Den Service gar nicht erst benutzen.
Super-Flickentag bei Microsoft
Jede Menge Updates hatten die Sicherheitsbeauftragten aus Redmond gestern fürs Windows Update im Gepäck, davon allein sechs als "kritisch" eingestufte . Die meisten sollen die Gefahr bannen, dass sich ein Anwender beim Öffnen bestimmter präparierter Dateien einen Schadcode einfängt. Vier davon beziehen sich auf Büroanwendungen, betroffen sind Access, Excel, Powerpoint und die Office Filter. Aber natürlich gab es auch für den Internet Explorer wieder einen dicken Flicken, der vor allem Lücken in der Speicherverwaltung schließen soll.
OpenGL 3.0 ist da
Neuigkeiten für Programmierer von 3D-Computergrafiken: die Version 3.0 der plattformübergreifenden Schnittstelle OpenGL ist erschienen . Das Update soll unter anderem die Programmierung moderner Grafikprozessoren ermöglichen. Allerdings scheint die Zielgruppe nicht in ungeteilte Begeisterung auszubrechen, war ihr doch noch im letzten Jahr von der für OpenGL verantwortlichen Kronos Group eine komplett neu entwickelte Programmierumgebung (API) versprochen worden . Die sollte nicht mehr so ressourcenfressend, dafür aber wesentlich flotter sein. Tatsächlich aber wurde das bestehende System nur um einige neue Features erweitert. Nun sind die Entwickler sauer, im OpenGL-Forum macht sich einer Luft : "Ich bin schwer enttäuscht, ja sogar wütend. Wir haben lange Zeit ohne irgendeine Nachricht gewartet und gehofft, wie versprochen ein sauberes API zu erhalten. Das einzige, das wir bekommen haben war eine Liste mit 'Features, die nicht mehr verwendet werden sollten'".
US-Wahlkampf: SMS statt Pressekonferenz
Barack Obama macht seinem Ruf alle Ehre, auch der Präsidentschaftskandidat für Hightech-Freaks und Nerds zu sein. Wenn sich der demokratische Politiker entschieden hat, wer an seiner Seite als Vizepräsident kandidieren wird, soll die Neuigkeit nämlich nicht wie bisher auf einer Pressekonferenz unters Medienvolk gebracht werden, sondern die Unterstützer und Wahlhelfer erhalten vor allen anderen eine SMS oder ein E-Mail .
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