Netzwelt-Ticker: Gerüchte um Apple-Netbook - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Gerüchte um Apple-Netbook

Indiskretionen aus China heizen die Gerüchte um ein Apple-Netbook an. Außerdem: Kamerahersteller Olympus spricht sich gegen Megapixel-Wahn aus, Apple-Mitbegründer Steve "Woz" Wozniak macht Karriere als Tänzer, und Frankreich debattiert seit heute Netzsperren. Das und mehr im Überblick.
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Hatte Apple-Boss Steve Jobs nicht erst vergangenen Herbst abgewiegelt, Netbooks seien zwar ein netter, neuer Markt, aber erstmal nichts für Apple? Nun meldet die Nachrichtenagentur Dow Jones  unter Berufung auf zwei voneinander unabhängigen Quellen, Apple arbeite an einem Mini-Laptop mit einem 9,7- oder 10-Zoll-Bildschirm.

Ars Technica steht vor einem Rätsel, wagt sich an eine Analyse und kommt zum wenig erhellenden Schluss : Es gibt viele Gründe, die für und wider ein neues Apple-Netbook sprechen. Tatsächlich aber habe das Unternehmen aus Cupertino längst ein Netbook auf dem Markt: Das iPhone und den iPod Touch. Manche Branchen-Spekulanten sehen genau dort den Apple-eigenen Ansatz ans Konzept Netbook - in einer Art Maxi-iPhone, firmenintern angeblich bereits "iTouch HD" getauft.

Die Gerüchte um ein Apple-Netbook flammten wieder auf, nachdem der Touchscreen-Hersteller Wintek der chinesischen Zeitung "Commercial Times" mitteilte, zusammen mit Apple an neuen Produkten zu arbeiten. Man wisse allerdings noch nicht, was für Produkte das genau einmal werden sollen.

Die "Commercial Times" ist da nach eigenen Angaben schon einen Schritt weiter und benennt den chinesische Notebook-Hersteller Quanta Computer als Produzenten des gerüchteumrankten Apple-Netbooks. Beiden Unternehmen sei Apples Zeitplan unbekannt, Wintek werde in der zweiten Hälfte 2009 jedenfalls mit der Auslieferung der Touchscreens beginnen.

Zwölf Millionen Pixel sind genug

Kamerahersteller Olympus will im Amateur-Segment aus dem Wettrennen um die meisten Megapixel aussteigen. Das kündigte Akira Watanabe, Spiegelreflex-Chefentwickler bei Olympus auf der Fotomesse PMA in einem Interview an. Zwölf Megapixel reichen dem Durchschnittsfotografen, meint Watanabe im CNET-Interview.

Watanabe will die Produkte der Konkurrenz mit anderen Fähigkeiten übertrumpfen : Beim Wettrennen um die meisten Megapixel werde man nicht teilnehmen - zumindest nicht mit der E-Systems-Kamerareihe. Wichtiger als die vielen Bildpunkte seien doch Kameraeigenschaften wie Dynamik, Farbwiedergabe und höhere Lichtempfindlichkeit.

Es sei ein billiger Verkaufstrick, einfach nur die vielen Bildpunkte zu bewerben und dabei das Pixelrauschen, geringe Dynamik und den großen Speicherbedarf unter den Tisch zu kehren. Wer trotzdem viele Pixel brauche, solle lieber gleich auf Profikameras umsteigen - die natürlich ihren Preis haben.

Zum Beispiel jene schon seit 2006 erhältliche Seitz-Angeberkamera mit 160 Millionen Bildpunkten  zum Schnäppchenpreis von 28.800 Euro. Damit sind 6x17-Bilder mit unglaublichen Details möglich - mit einer Belichtungszeit von mindestens einer Sekunde bei voller Auflösung.

Zum Vergleich: Die Kamera an Bord des Weltraumteleskops Kepler knipst Sterne mit 95 Megapixeln, ist dafür aber so lichtempfindlich, dass sie auf Erden wohl schon bei Dämmerung völlig überfordert wäre. Sie knipst außerdem keine Panoramafotos, sondern recht kleine Ausschnitte des Himmels - die Fläche einer mit ausgestrecktem Arm gegen den Himmel gehaltenen Hand - im Bereich des sichtbaren Lichts bis ins nahe Infrarot.

Der Woz, ein entfesselter Teletubbie?

Yes! Lange hat die Tech-Gemeinde darauf gewartet, jetzt ist es geschehen: Wie angekündigt hatte am Montag Apple-Mitbegründer Steve "Woz" Wozniak seinen ersten Auftritt bei "Dancing with the Stars".

Und was für einen! Zu den Klängen des auch textlich perfekt passenden BTO-Klassikers "You ain't seen nothing yet" wirbelte The Woz gewohnt bärig, Gewicht und Hebelkräfte nutzend seine durchtrainierte Partnerin über das Parkett. Dabei ging Woz, dessen körperliche Erscheinung eher an einen Holzfäller als an einen Computer-Tüftler (oder Gigolo) erinnert, mit Begeisterung in die Vollen und auf die Knie, wedelte und wirbelte und lächelte und performte, dass es eine wahre Wonne war - fand zumindest das Publikum.

Einer der Juroren fühlte sich von dem Auftritt an einen entfesselten Teletubbie erinnert, was Woz schlagkräftig als Lob verbuchte. Was für ein höflicher Mann, denn eigentlich hätte man dem ahnungslosen Juror den Marsch blasen sollen: Wenn Woz an irgendetwas erinnerte, dann sicher nicht an einen Teletubbie, sondern natürlich an einen Ewok . Teletubbies, das weiß schließlich jeder Nerd, tragen keine Bärte.

Gizmodo hat derweil seine Leserschaft zu einem Photoshop-Wettbewerb aufgerufen: "Montiert Woz in alle Fernsehprogramme!" Ein guter Plan, so wie der Mann auftritt: Könnte sein, dass daraus der nächste Web-Hype wird.

pat

Neue Klagen gegen Palin-Hacker

Der US-Student, der vergangenes Jahr für den Einbruch in ein privates E-Mail-Konto der damaligen republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin verurteilt wurde, wurde nun in drei weiteren Punkten angeklagt: Wegen Identitätsdiebstahl, Betrug mittels Telekommunikationsmitteln und der Rechtsbehinderung durch die Vernichtung von Beweismaterial .

Sollte der Angeklagte nun in allen vier Fällen - statt bisher nur in einem - schuldig gesprochen werden, erwarten ihn 18 bis 24 Monate Gefängnisstrafe und eine Geldstrafe zwischen 4000 und 40.000 US-Dollar.

Frankreich debattiert Internetsperren

Seite heute debattiert die französische Nationalversammlung über die Umsetzung von Internet-Sperren nach dem Three-Strikes-Prinzip. Die konservative Regierung hat ein Gesetz eingebracht, wonach eine Behörde eingerichtet werden soll, die Internet-Anbieter anweisen kann, Internet-Nutzern den Netzzugang zu versperren, wenn sie wiederholt gegen das Urheberrecht verstoßen haben. Diese neu einzurichtende Behörde stößt auf vehemente Kritik unter Bürgerrechtlern: Sie habe weitreichende Befugnisse, dringe tief in die Privatsphäre auch unbeteiligter Nutzer ein. Günter Hack fasst in der ORF Futurezone die Debatte um das Three-Strikes-Law, auch auf EU-Ebene, zusammen .

Von Dienstag bis Donnerstag wird nun in einer ersten Lesung das im Juni letzten Jahres eingebrachte "Gesetz zur Verbreitung und zum Schutz kreativer Inhalte im Internet" debattiert. Dieses Vorhaben der französischen Kulturministerin Christine Albanel, die Sarkozys Partei UMP angehört, ist in Frankreich stark umstritten. Bürgerrechtsorganisationen wie La Quadrature due Net, die Konsumentenschutzorganisation UFC/Que choisir und die französische Sektion der Internet Society haben sich gegen das Gesetz ausgesprochen. Die französische Regierung will das Projekt jedoch so schnell wie möglich umsetzen.

Gema gewinnt Prozess gegen Usenet-Betreiber

Der Verwertungsgesellschaft Gema hat auch in zweiter Instanz gegen den Usenet-Dienst Alphaload, Betreiber: Walea GmbH, gewonnen . Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg bekräftigte die Entscheidung des Landgerichts Hamburg vom 26. Oktober 2007, dass Walea die Pflicht habe zu verhindern, dass von der Klägerin beanstandete Musikstücke aus dem Gema-geschützten Repertoire auffindbar und herunterladbar sind. Gleichzeitig darf die Möglichkeit der illegalen Nutzung des Dienstes nicht mehr beworben werden.

Alphaload ist ein kostenpflichtiger Usenet-Anbieter, der Abonnenten den Zugang zu Usenet-Foren ermöglicht, über die auch Dateien getauscht werden können. Eine spezielle Software ermöglichte das Auffinden und Herunterladen auch illegaler Inhalte. Das Landgericht und die Berufungsinstanz sahen darin eine "öffentliche Zugänglichmachung" der geschützten Inhalte.

Az.: 5 U 77/08

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