Netzwelt-Ticker Google darf übers iPhone sprechen
Google Voice: Günstig bis kostenlos mit dem iPhone telefonieren - in den USA
Das hat gedauert: Wenige Prüfungsverfahren für die Zulassung zu Apples App Store haben sich so sehr hingezogen wie jenes für die Internet-Telefonie-Software Google Voice. Doch die Geduld der Entwickler hat sich ausgezahlt. Nach mehr als einem Jahr haben die Verantwortlichen in Cupertino grünes Licht gegeben und das Telefonier-Programm in ihren Softwareshop aufgenommen. iPhone-User können per Google Voice nun billiger telefonieren und SMS verschicken - allerdings nur in den USA.
Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als wollte Apple das Produkt seines Konkurrenten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausbremsen. Im Sommer 2009 wurde verkündet, Google Voice sei weder abgelehnt noch akzeptiert, es befinde sich noch immer in der Überprüfung. Später dann wurde die Nichtzulassung damit begründet, das Google-Programm enthalte lediglich Features wie Telefonie oder SMS, die es beim iPhone längst gebe.
Apples Bockigkeit hatte zwischenzeitlich sogar die US-Regulierungsbehörde FCC auf den Plan gerufen. Das Amt forderte von Apple und seinem amerikanischen Exklusiv-Vertriebspartner AT&T eine Erklärung für die Verzögerung. Nun ist das Hickhack zu einem Ende gekommen. Wie bei Apple üblich, bleiben de Gründe für die Entscheidung im Dunkeln.
Chrome zum Pannenkönig gekrönt
Das IT-Sicherheitsunternehmen Bit9 hat eine Liste von Anwendungen veröffentlicht, die für Sicherheitsprobleme besonders anfällig sein sollen. Dabei wurden Anwendungen verglichen, deren Schwachstellen im vergangenen Jahr mindestens die Einstufung "hoch" erhalten hatten. Dass ausgerechnet Googles Browser Chrome die Liste anführt, dürfte Google gar nicht gefallen, hatte der US-Konzern doch besonders viel Sicherheit versprochen. Doch mit 76 im Jahr 2010 veröffentlichten kritischen Sicherheitslücken ist Chrome Pannenkönig in der Bit9-Liste.
Dass Chrome die Statistik anführe, bedeute jedoch nicht notwendigerweise, der Browser sei weniger sicher als andere Anwendungen, wiegelt Bit9-Technikchef Harry Sverdlove gegenüber "Cnet" ab . Chrome sei ein junger Browser und durchlaufe noch eine Vielzahl von Änderungen. Auf den nächsten in der Bit9-Liste folgen Safari (60 Lücken), Microsoft Office (57), Adobe Reader beziehungsweise Acrobat (je 54) und Firefox (51).
Was manchen erstaunen könnte, ist das gute Abschneiden von Microsofts Internet Explorer. Mit nur 32 gravierenden Sicherheitslücken stellt der Browser aus Redmond die Konkurrenz so ziemlich in den Schatten. Mit einer Ausnahme, die allerdings ist deutlich. Opera schnitt mit sechs Löchern von allen überprüften Anwendungen am besten ab.
Die Methoden, nach der Bit9 seine Schlechtestenliste zusammenstellt, sind allerdings umstritten. Die für Firefox verantwortliche Mozilla Foundation etwa bemängelt, das Unternehmen berücksichtige bei seinen Ranglisten nicht, wie schnell die verschiedenen Hersteller Sicherheitslücken stopfen. Zudem würden Unternehmen abgestraft, die wirklich alle Sicherheitslücken melden, während andere sich darauf beschränkten, nur öffentlich bekannte Lecks zu publizieren - und andere Lücken still und heimlich abzudichten.
Blackberry-Boss lehnt Apps ab
Jim Balsillie, Co-Chef des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), hat im Dauer-Clinch mit der Konkurrenz von Apple Öl ins Feuer gegossen. Auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco nutzte er die Gelegenheit, um die Unterschiede der Web-Strategie für mobile Geräte zu verdeutlichen. Apples Weg, sämtliche Anwendungen in Apps einzuschließen, sei falsch. Die einzige App, die der Surfer im Netz wirklich benötige, sei ein Browser. Ansonsten gelte: "Man braucht keine App für das Web."
Abgeschlossene Apps hätten durchaus ihre Nische, aber sie sollten keineswegs das offene Netz ersetzen. Balsillie bevorzugt vorhandene Lösungen und Technologien: "Man kann sämtliche Tools nutzen, die ohnehin da sind. Und man kann Apps für den Blackberry herausbringen, ohne eine einzige Zeile nativen Code zu schreiben".
Zum Schluss kein Happy End
Auf einer Party traf Steve Tucker, ein australischer Regierungsangestellter, eine junge Dame, die ihn auf Anhieb faszinierte. Leider gelang es ihm nicht, das Anbandelungsgespräch zum erfolgreichen Ende zu führen. Im Gedränge verlor er die Angebetete aus den Augen. Nur ihren Vornamen, Olivia, hatte er aufgeschnappt. Und erfahren, dass sie eine Kollegin war.
Mit diesen dürren Angaben macht er sich nun auf, mit Hilfe moderner Web-Technologie dem Ziel seiner Sehnsucht näher zukommen. Er verschickte im behördeneigenen Intranet eine E-Mail, in der er Olivia als "groß und dunkelhäutig" beschrieb. Jeder, der sie kannte, solle sie wissen lassen, dass ein liebestoller Galan Kontakt zu ihr suche.
Die Vorgesetzten des Mannes zeigten wenig Verständnis für die Probleme ihres Angestellten. Bald machte die Nachricht die Runde, der verhinderte Romeo sei gefeuert worden. Davon könne überhaupt keine Rede sein, erklärte die Behörde gegenüber dem "Sydney Morning Herald" . Da rollte aber schon längst eine Solidaritätskampagne durch das Netz. Unter dem Motto "Rettet Steve" sprachen sich zahlreiche Surfer für den Verbleib des Mannes an seinem Arbeitsplatz aus.
Viel Rummel also um jene Olivia, nach der Steve so einsam fahndet. Doch die ließ, wohl aufgeschreckt durch den Medienrummel, unterdessen mitteilen, sie könne sich an jenen Steve nicht erinnern - und habe auch keinerlei Interesse, mit ihm Kontakt aufzunehmen.
Auch das noch:
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