Netzwelt-Ticker: Google entwickelt ein eigenes Bildformat - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Google entwickelt ein eigenes Bildformat

Der Web-Konzern will Entwickler mit einem freien Bildformat hinter sich scharen - nach einem freien Video-Code bietet Google dasselbe nun für Fotos. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Dutzende Anklagen wegen Zeus-Botnet und Gerüchte über iPhones bei Vodafone Deutschland.
Google-Logo: Der Web-Konzern forciert Multimedia-Standards für das Web
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Foto: Paul Sakuma/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach dem offenen Videostandard WebM hat Google jetzt auch eine Alternative für Web-Bilder aufs Tapet gebracht: WebP . Während WebM H.264-Videos ersetzen soll, würde Google mit WebP gerne den Defacto-Standard JPG verdrängen. Google erklärt das im Firmen-Blog so: Die meisten gebräuchlichen Bildformate entstanden vor mehr als zehn Jahren und sind damit veraltet. Sie komprimieren Bilder zu schlecht und sind zu langsam. Da Bilder einen Großteil der Daten auf Seiten ausmachen, könne enorm Bandbreite und Verarbeitungszeit gespart werden, wenn die Bilder kleiner wären.

Zum Beispiel dank Googles-Bildcodec: WebP komprimiert JPG-Dateien bei gleicher Qualität noch einmal um 39 Prozent. Wenn man unkomprimierte Formate in WebP umwandelt, verspricht Google erheblich größere Einsparungen.

WebP entstand aus dem V8-Codec, der in WebM Videobilder encodiert und von Google im Mai 2010 als Open Source veröffentlicht wurde. Alle neuen Downloads finden Web-Entwickler bei Google Codes .

T-Mobiles iPhone-Monopol fällt angeblich

Am 28. Oktober verliert T-Mobile angeblich das iPhone-Monopol in Deutschland. Ab diesem Tag soll der Konkurrent Vodafone das Smartphone führen, berichtet Macnotes.de  und beruft sich auf vertrauenswürdige Informationen. Ein Vodafone-Sprecher erklärte dazu SPIEGEL ONLINE: "Wir kommentieren Gerüchte nicht, ob und wann wir das iPhone direkt anbieten, ist noch nicht klar."

Die Tarife, Gerätekosten und Laufzeiten werden laut Macnotes.de denen der Telekom ähneln. Die iPhones werden per Simlock an den Vodafone-Vertrag gefesselt sein.

Gleiche Preise, gleiche Fessel - das verspricht nichts Gutes für den Kunden. War die Hoffnung doch immer die, dass ein Aufbrechen des iPhone-Marktes dazu führt, dass die teuren iPhone-Tarife fallen. In Deutschland kostet der Betrieb eines (beim Monopolisten erworbenen) iPhones monatlich zwischen 22 und 107 Euro (mit dem günstigsten, ernstzunehmenden Tarif 40 Euro). In Österreich gibt es iPhone-Voll-Flatrates schon für monatlich 14 Euro - dem Wettbewerb sei Dank.

Vielleicht ändert sich das bis Jahresende noch einmal, wenn, wie vom "Wall Street Journal"  angekündigt, O2 zum dritten iPhone-Anbieter in Deutschland wird.

Die Deutsche Telekom hatte bis Ende Juni 1,9 Millionen iPhones in Deutschland verkauft und braucht derzeit neun Wochen für die Auslieferung eines 32-Gb-iPhones.

Dutzende Anklagen wegen Zeus-Botnet

Mehrere US-Behörden haben landesweit über 60 mutmaßliche Botnet-Betrüger festgenommen und angeklagt, teilt das US-Justizministerium  mit. Ihnen wird vorgeworfen, als Teil eines internationalen Betrügerringes 3 Millionen Dollar von Bankkonten gestohlen zu haben. Deren Zugangsdaten hätten sie zuvor mit dem Zeus-Banking-Trojaner ausgespäht. Die gestern in Manhattan Angeklagten - es gibt mehrere Angeklagtengruppen, je nachdem, ob sie über US-Staatengrenzen hinweg tätig waren oder nicht - waren unter anderem hochrangige Organisatoren des Betruges. Auch dabei: Geldkuriere (sogenannte "mules") und Passfälscher, die bei der Geldwäsche geholfen haben.

Die Festnahmen folgen einem Schlag gegen organisierte Botnet-Betrüger in Großbritannien, wo am Dienstag von 19 festgenommenen Personen 11 angeklagt wurden.

Blio: Heftige Kritik für Kurzweils E-Buch-Format

Verlage, Entwickler, Leser: sie alle kritisieren eine E-Buch-App und den dazugehörigen Online-Bücherladen, den Erfinder Ray Kurzweil zusammen mit der größten amerikanischen Blindenorganisation entwickelte und diese Woche der Öffentlichkeit vorstellte . Das Problem: Blio ist alles andere als barrierefrei  - und wurde doch von Kurzweil noch im Januar als kleine Revolution der Barrierefreiheit  vorgestellt. K-NFB, die von Kurzweil und der Blindenorganisation für den E-Buch-Zweck gegründete Firma, entschuldigte sich: Die Software sei noch nicht fertigentwickelt - es fehle an Features, mangele nicht an Bugs und überhaupt sei die in Windows eingebaute Text-zu-Sprache-Software grottig, fasst Wired.com die verschiedenen Entschuldigungen  zusammen.

Google Street View: Beim Pinguin gleich links

Google tut ein wenig so, als ob's jetzt auch Street View in der Antarktis  gäbe - und feiert damit die Ankunft des mancherorts umstrittenen Navigationsdiensts auf allen sieben Kontinenten.

Der größte Teil des Street View Angebots im Eis besteht jedoch nur aus von Nutzern eingereichten Bildern. Lediglich einen kleinen Rundgang in einer Region namens Half Moon Island kann man im bekannten Stil machen, in dem bald auch einige der größten deutschen Städte im Internet präsentiert werden. Nur halt ohne Pinguine.

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