Netzwelt-Ticker: Google erkennt Gesichter - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Google erkennt Gesichter

Googles Bildbearbeitungssoftware Picasa soll jetzt auch Gesichter identifizieren können. Außerdem im Überblick: Apple wird bald neue iPods bringen, Nokia bringt eine Musikflatrate, biometrische Kontrollen sollen mehr Sicherheit bringen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Google hat sich offensichtlich vorgenommen, die Netzgemeinde so richtig aufzumischen. Nach dem Google-Browser Chrome stellte der Suchmaschinenbetreiber jetzt auch noch einen Vorabfassung der Version 3.0 des Bilderdienstes Picasa  vor. Zunächst nur in englischer Sprache verfügbar, wartet die Bildbearbeitungssoftware mit einer Reihe erweiterter oder neuer Funktionen auf.

Außer zahlreichen Tools zur Bildverbesserung gibt es Fortschritte bei der Anordnung und Verwaltung des Bildmaterials. Das soll man nun ganz simpel auf YouTube hochladen oder ins eigene Blog stellen können. Am interessantesten dürfte die automatisierte Gesichtserkennung sein. Sie funktioniert nur online, ermöglicht es aber, aufgrund zuvor festgelegter Fotos den eigenen Bildbestand nach ähnlichen Motiven zu durchforsten und sie mit den dazugehörigen Angaben zu betexten. So kann man, wenn es funktioniert, in Windeseile alle Bilder einer bestimmten Person mit gleichlautenden Tags versehen.

Biometrische Kontrollen an Schengen-Grenzen

Gestern hob das EU-Parlament neue, verschärfte Grenzkontrollen für Nicht-EU-Bürger aus der Taufe, die in den sogenannten Schengen-Raum einreisen wollen. Einreisewillige, die der Visumpflicht unterliegen, müssen ab 2009 biometrische Untersuchungen über sich ergehen lassen. So sollen zum Beispiel die Fingerabdrücke mit denen im Visum verglichen und sichergestellt werden, dass niemand die Kontrollen passiert, der zur Fahndung ausgeschrieben worden ist. Grundlage für die Überprüfungen wird eine zentrale Datenbank sein, auf die das Visa-Informationssystem aufbauen soll. Das System soll die größte biometrische Datenbank der Welt  werden.

Neue iPods in einer Woche

Es rumort wieder in der Gemeinde der Apple-Jünger: Apple bestätigte jetzt eines seiner berühmten Special Events für den 9. September. Damit dürfte klar sein, dass der geneigte Beobachter nächsten Dienstag mit der Vorstellung neuer oder verbesserter Geräte rechnen darf, wie es bisher noch bei jedem der Special Events Usus war. Die Einladung zur Veranstaltung zeigt die iPod-Silhouette mit dem Motto "Let's rock" . Für die Gerüchteköche ist damit das Startsignal gegeben, bis kommenden Dienstag kräftig in den Töpfen zu rühren. Apple selbst hält sich wie immer bedeckt, verrät keine Silbe darüber, was man da erwarten darf.

SMS nach China? Fast unmöglich

Man mag es kaum glauben, aber einer der größten, wenn nicht der größte Handymarkt weltweit wird von westlichen Telkos in einer wichtigen Hinsicht völlig ignoriert: China. "Slashdot" weist auf den bemerkenswerten Umstand hin, dass anscheinend außer Vodafone kein Mobilfunker imstande ist, SMS-Nachrichten hinter die Große Mauer zu bringen . Zumindest dann nicht, wenn der Empfänger ein in China registriertes Handy besitzt. Dabei ist der größte Telko der Welt in China zu Hause, China Mobile zählt mittlerweile weit mehr als 400 Millionen Kunden. Das abgeschiedene Dasein chinesischer Handy-Besitzer ist angesichts der eben zu Ende gegangenen Olympischen Spiele um so erstaunlicher.

Nokia bringt Musikflatrate nach Großbritannien

Schon vor längerer Zeit wurde über Nokias Musikservice "Comes with Music"  berichtet, nun wird die Sache ernst. Im Oktober greift der finnische Mobilfunker mit seinen Angebot Apples Musikshop iTunes frontal an. Jeder Handy-Käufer, der sich dann Nokias Mobiltelefon 5310 XpressMusic kauft, bekommt dazu kostenlos ein Jahr lang Zugriff auf eine riesige Musikbibliothek, aus der man sich nach Lust und Laune bedienen kann. Nach Ablauf dieser Frist soll eine Monatsgebühr von 10,40 Euro fällig werden. Was das Angebot von anderen Musikabos unterscheidet: Nach Ablauf des Abos kann man die Musik behalten. Andere Services machen die geladenen Dateien dagegen unbrauchbar, sobald man die monatlichen Zahlungen einstellt.

Außerdem:

· Vorratsdatenspeicherung : von Mai bis Juli schon fast 1000 Strafverfahren
· Von 80 zu 160 GB: Microsoft erlaubt doppelte Festplattengröße für Netbooks , die bisherige Begrenzung wurde aufgehoben
· Wegen Majestätsbeleidigung: Thailand sperrt 400 Webseiten , weitere 800 im Visier

Mehr lesen über

Verwandte Artikel