Netzwelt-Ticker: Google löscht private Nutzer-Profilseiten - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Google löscht private Nutzer-Profilseiten

Google löscht im Sommer alle auf privat eingestellten Profilseiten seiner Nutzer. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Nach Angaben der Internet-Beschwerdestellen haben Provider 2010 fast 70 Prozent aller gemeldeten Kinderporno-Seiten binnen fünf Tagen von den Servern entfernt.
Google-Logo: Der Netzriese will nur noch öffentliche Profilseiten erlauben
Google-Logo: Der Netzriese will nur noch öffentliche Profilseiten erlauben

Google-Logo: Der Netzriese will nur noch öffentliche Profilseiten erlauben

Foto: Gero Breloer/ picture-alliance/ dpa
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Und dann sind sie alle weg. Noch nicht jetzt, aber spätestens am 31. Juli ist Schluss mit den Freuden der privaten Zurückgezogenheit. Jedenfalls, was die Nutzerprofile bei Google angeht. Bislang konnten deren Besitzer selber darüber entscheiden, ob ein Profil von anderen aufgefunden werden konnte oder nicht.

Im August werden sämtliche private Profile gelöscht. Das dürfte für einigen Unmut sorgen, auch wenn Google den entsprechenden Hinweis in einem Hilfeartikel zu Google Profiles versteckt hat. Dort liest der erstaunte Nutzer: "Wir glauben, dass Google Profile dadurch am nützlichsten ist, dass andere den Profileigentümer leichter finden und sich online mit ihm oder ihr in Verbindung setzen können . Mit privaten Profilen ist das nicht möglich. Aus diesem Grund haben wir entschieden, alle Profile öffentlich zu machen."

Die einzige erforderliche Information in so einem öffentlichen Profil ist der Name - alle "sonstigen Informationen", die man nicht weitergeben möchte, könne man "beliebig bearbeiten und entfernen", so die Google-Logik.

Dieser Schritt dürfte die Gerüchteküche um ein mögliches Interesse des Suchmaschinenbetreibers an einem eigenen Social Network wieder anheizen. Zumal Google die Nutzerprofile gerade unlängst einer optischen Überarbeitung unterzogen hat. Erst am vergangenen Wochenende sorgten wilde Vermutungen um ein soziales Google-Netzwerk "Circles" für Aufruhr in der Netzgemeinde, auch wenn sie sich schließlich als Ente herausstellten.

Hälfte gemeldeter Kinderpornos nach zwei Tagen gelöscht

Neue Zahlen vom Verband der Internet-Beschwerdestellen Inhope : Im Jahr 2010 gaben Internetsurfer aus 34 Staaten 24.047 Hinweise auf kinderpornografische Inhalte im Netz. Der Verband leitetet diese an die Partnerorganisationen in den Staaten weiter, wo die Inhalte gehostet werden. Die bemühen sich dort um eine Löschung. Mit Erfolg, so Inhope: "91,995 Prozent der Inhalte sind binnen 14 Tagen nach Eingang der Hinweise gelöscht, 69 Prozent der Inhalte sind sogar binnen fünf Tagen gelöscht", erklärt Inhope-Sprecher Denton Howard. Knapp die Hälfte der gemeldeten Inhalte (44,44 Prozent) löschen die Provider binnen zwei Tagen.

lis

Atomforum will Twitter-Satire abschalten

Solche Beschimpfungen liest man selten in offiziellen Lobbyisten-Verlautbarungen. Da überzieht seit gestern jemand unter dem Twitter-Konto "@Atomforum_eV " andere Twitter-Mitglieder, die kritische Kommentare zur Kernenergie absetzen mit Antworten wie: "Das klingt wie 'Nur kein Sex ist safer Sex' - Spaßbremse!" oder auch: "Sie macht ihren Job gut, ein Restrisiko gibt es auch bei der Windkraft. Leute wie du wollen doch nur wieder im Urwald leben."

Das kommt natürlich nicht vom Kernenergie-Lobbyverband, der twittert nämlich unter " @Atomforum ". Die Nachahmer haben das Logo des Atomforums kopiert, und das ärgert nun den Geschäftsführer Dieter Marx doch. Er sagte dem Branchendienst Meedia : "Wir sind darüber not amused und werden deshalb auch ganz klar gegen den Account vorgehen."

Reaktion der falschen Freunde der Kernkraft: "@Atomforum ist ein Fake-Account, der durch Einlenken und Beschwichtigung unsere Position schwächen möchte."

lis

Interpol macht sich für Netzsperren stark

Die leidige Debatte über den Vorrang des Löschens oder Sperrens von Web-Seiten mit kriminellen Inhalten hat auf der jüngsten ICANN-Konferenz wieder Auftrieb bekommen. Auf der Versammlung der für die Vergabe von Top-Level-Domains zuständigen Organisation machten sich Vertreter von Interpol für die Einführung von DNS-Sperren stark. Jedes Land solle seine eigene Blocking-Liste  haben, insgesamt, so Interpol, befänden sich auf dieser Liste an die 400 Domains.

Dabei ist nicht klar, was sich die Netzsperren-Befürworter von ihrem Vorhaben erhoffen. Denn natürlich kann eine Seite mit gesetzwidrigen Inhalten hinter einer DNS-Sperre verborgen werden. Ein Surfer würde dann zu einer anderen Seite, möglicherweise mit Warnhinweis, umgeleitet. Das eigentliche kriminelle Online-Angebot wäre aber für jeden, der die "richtige Telefonnummer" kennt, nach wie vor ansteuerbar.

Eine wirksame Bekämpfung wird letztlich nur mit der Löschung solcher Angebote zu erreichen sein. Und die ist in den allermeisten Fällen sogar kurzfristig möglich. So hat die britische Internet Watch Foundation, die Hinweise über Kinderpornografie im Netz sammelt, mitgeteilt, dass die Hoster solcher Angebote inzwischen umgehend auf entsprechende Meldungen reagieren . Britische Hoster würden kriminelle Inhalte innerhalb weniger Stunden entfernen. Wenn Hoster im Ausland kontaktiert würden, betrage die Frist allerdings noch bis zu zwölf Tage. Was immer noch eine Verbesserung zu den Werten von 2009 ist. Damals verging zwischen der Meldung und der Löschung einer Seite schon mal ein ganzer Monat.

Lobbyisten drängen US-Kongress zu Netzsperren gegen Piraterie

In den USA haben Rechteinhaber und ihre Lobbyisten bei einer Kongressanhörung zum Thema Online-Piraterie ihren Auftritt gehabt. Thema war die Bekämpfung illegaler Angebote, aber nicht mehr wie früher über Tauschbörsen. Inzwischen sind es Filehoster, die ins Visier geraten sind. Nun sollen schwere Geschütze die lästige Piratenplage eindämmen. So wurde vorgeschlagen, inkriminierte Web-Seiten für US-Nutzer komplett zu blockieren. Welche das sind, würden die Provider auf Zuruf der Rechteinhaber erfahren und diese dann sperren. Womit sich die Musik- und Filmindustrie den Umweg über gerichtliche Verfügungen ersparen könnte.

Und damit der amerikanische Otto Normalverbraucher am besten gar nichts mehr über solch böse Seiten erfährt, sollen Suchmaschinen wie Google die dazugehörigen Verweise aus ihrem Index und damit aus den Suchergebnissen entfernen. Außerdem soll Werbenetzwerken und Bezahldienstleistern verboten werden, Geschäfte mit solchen Onlineangeboten zu machen , selbst dann, wenn es sich um ausländische Anbieter handelt, die in ihrem Heimatland gegen kein Gesetz verstoßen, merkt "Ars Technica" an.

Netflix setzt auf exklusive TV-Inhalte

Bislang verdiente Netflix sein Geld mit Streaming-Angeboten und DVD-Verleih. Doch in dem umkämpften Markt sinken die Margen, also sind neue Erlösquellen gefragt. Eine könnte darin bestehen, der geneigten Kundschaft gleich selbst exklusive Inhalte per Erstausstrahlung anzubieten. Also ist das Unternehmen dabei, sich die Rechte an der neuen Serie "Hause of Cards" zu sichern, in der Hollywood-Star Kevin Spacey eine Hauptrolle übernimmt. "Businessinsider" will erfahren haben, dass in den Verhandlungen die Konkurrenz von HBO und AMC mit einem Hundert-Millionen-Dollar-Angebot  ausgestochen wurde.

HP bringt Touchpad heraus

Im Juni soll das Touchpad von HP in die Läden kommen. Das Gerät mit 10-Zoll-Display wird mit 499 Dollar zum selben Preis wie das iPad 2 zu haben sein, womit der sonstigen Apple-Konkurrenz zumindest preislich der Rang abgelaufen wird. Wer anstatt 16 GByte lieber 32 GByte Speicherkapazität nutzen will, muss dann noch hundert Dollar drauflegen. Passend dazu soll dann auch das hauseigene Betriebssystem webOS zügig ausgebaut werden. Schließlich muss die Plattform für Entwickler interessant gemacht  werden, wenn je die Chance bestehen soll, dem Riesenangebot von Apples App Store etwas entgegenzustellen.

RIM rät Blackberry-Besitzern, JavaScript zu deaktivieren

Unlängst ärgerten Hacker Besitzer von Blackberry-Smartphones, weil es ihnen ohne weiteres gelungen war, in ihre eigentlich als sicher geltenden Geräte einzubrechen. Nun rät Hersteller RIM seinen Kunden, einstweilen im Handybrowser ab der Version 6.0 JavaScript zu deaktivieren. Denn über diese Skriptsprache können Angreifer eine Sicherheitslücke ausnutzen , indem sie Blackberry-Nutzer auf eine besondere Web-Seite locken, von der aus die Attacke dann beginnt. Das Problem liege nicht in JavaScript selbst begründet, das aber zur Ausführung des Exploits benötigt werde. Der kann bei allen Browsern angewendet werden, die auf WebKit beruhen. Womit dann auch Apples Safari und Google Chrome betroffen sind. Allerdings hat Google das Leck mit einer ersten Aktualisierung für seine finale Version von Chrome 10 bereits geschlossen . Sehr im Unterschied zu RIM, das bislang noch keinen Zeitpunkt für ein eigenes Sicherheitsupdate genannt hat.

Auch das noch: