Netzwelt-Ticker Google öffnet soziale Netze
Tag des offenes Webs: Auch Google öffnet sich
Offen für offene Netze: Nach MySpace und Facebook vernetzt jetzt auch Google soziale Netzwerke miteinander. Mit Google Friend Connect hat der Such-Gigant ein Programm vorgestellt, das es Webseitenbetreibern ermöglichen soll, Funktionen und Anwendungen der teilnehmenden sozialen Netzwerke in ihre eigenen Seiten einzubinden. Den dafür notwendigen HTML-Code erhalten die Nutzer via Google, müssen also keine eigene Programmierarbeit leisten.
Auf diese Weise soll es jedermann möglich werden, Teile der Funktionalitäten verschiedener Netzwerke zu einem eigenen Mix zusammenzustellen, beispielsweise, um zwei Freundeskreise miteinander zu verknüpfen.
Ars Technica bezeichnet das völlig korrekt als nächsten Entwicklungsschritt des Netzes . Facebook Connect zeige zum Beispiel bereits an, welcher Facebook-Freund beim News-Aggregator Digg.com ist, und welche Themen ihn da gerade bewegen. Die "Data Availability"-Initiative von MySpace überträgt Daten aus MySpace-Profilen in andere Webdienste wie zum Beispiel Twitter. Das alles sind die Vorreiter eines Netzes, das um Informationen und Nutzung und nicht mehr um Websites herum gestrickt ist.
Absurd: Air-Force-Oberst will das Militär-Botnet
"Die Welt hat die Festungsmentalität in der echten Welt hinter sich gelassen und sollte das auch im Cyberspace. Amerika braucht ein Botnet. Amerika muss Bombenteppiche im Cyberspace auslegen können, um so wieder für Abschreckung sorgen zu können." Das sind ganz schön markige Worte, mit denen sich Oberst Charles W. Williamson III. im "Armed Forces Journal" für ein Botnet des Militärs einsetzt.
Ein Botnet ist ein Internet-Verbund von Rechnern, die ein Cracker unter seine Kontrolle gebracht hat und nun für Spam und Cyberangriffe missbraucht. Normalerweise bestehen diese sogenannten Zombiearmeen aus Privatrechnern, die mit einem Virus oder Trojaner infiziert wurden. So ein Vorgehen schließt Williamson III. aber vorerst aus. Das Militär sollte lieber auf eigene Rechner-Ressourcen zurückgreifen.
Doch vielleicht sollte man sich von den Vorschlägen nicht sonderlich beeindrucken lassen: Das Bedrohungsszenario wirkt übertrieben, die Einsatzmöglichkeiten eines solches Netzes - so gefährlich Botnetze auch für Privatleute sind - im Einsatz gegen Staaten und Gruppierungen übertrieben. Man könnte einen Mailserver lahmlegen, über den Bösewichte ihren E-Mail-Verkehr regeln. Aber was, wenn das über den amerikanischen Mail-Anbieter Google läuft?
Heimlicher Spätstart der ARD-Mediathek
Während es bei den Internet-Plänen der öffentlich-rechtlichen TV-Sender vor allem um die Frage "Was darf man?" geht, stellt sich der verdatterte Websurfer bei der gerade frisch gestarteten ARD-Mediathek die Frage: "Darf man sowas?"
Vom plötzlichen, fast heimlichen Launch der Seite noch überrascht, urteilt das Medienmagazin "DWDL": "Die ARD-Mediathek ist unübersichtlich, unpraktisch und inhaltlich leider noch unattraktiv." Die "taz" freut sich über das Hickhack, wie lange Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen eigentlich online stehen dürfen und dass natürlich die Eigenwerbung-Supersendung "Quoten, Klicks und Kohle" bis auf weiteres "in seiner ganzen kontraproduktiven Pracht" in der ARD-Mediathek steht. Die "Frankfurter Rundschau" zeigt sich ob des plötzlichen Probestarts sogar erzürnt: "Dass die ARD ihr Angebot fast heimlich in die Welt gesetzt hat, ist frech."
Da stellt sich die Frage: Dem ZDF ist so ein Mediathek-Experiment bereits geglückt. Warum also noch mal (GEZ)-Geld verpulvern, wenn es bereits eine Technologie-Basis gibt, die funktioniert?
Microsoft bringt Messenger TV
Geschickt, geschickt: Während Google noch YouTube-Videos und YouTube-Nutzer auf einer Website konzentrieren will, nutzt Microsoft die Verbreitung seines Instant Messengers "Windows Live Messenger" und bietet unter dem Namen Messenger TV Videos an, wo Kommunikation passiert. Damit ist der Messenger Medium, Anzeigeort und Verbreitungsweg in einem: Die Chatpartner schauen gemeinsam ein Video und unterhalten sich darüber. Toller, überfälliger Zug. Mal schauen, ob's was am Videomarkt bewegt. Google schläft mit YouTube natürlich auch nicht die "Embed"-Funktion, mit der Videos in andere Websites integriert werden können, geht ja einen ähnlichen Weg. Und längst übte sich YouTube an einer Live-Chatfunktion als Ergänzung zu den statischen Video-Kommentaren.
Schon wieder: ProSieben sendet Kopierschutz
Panne oder Probelauf? DWDL.de fiel am Wochenende auf, dass ProSieben zwischenzeitlich mit Kopierschutzsignal sendet digitale Aufnahmegeräte können dann Sendungen nicht mehr aufzeichnen. Das ist nicht das erste Mal, dass so etwas gemeldet wird. Bereits im August und zuletzt vor drei Wochen fiel so eine Kopierschutzblockade verschiedenen Nutzern auf.
ProSieben-Sprecherin Petra Fink geht von einer Panne bei einem ProSieben-Partner aus. Bei Anfragen beim Sender noch vor drei Wochen konnte DWDL.de allerdings kein klares Dementi gegen eine Absicht hinter dem Kopierschutzsignal einholen. Da ProSieben auch beim Video-on-Demand-Angebot Maxdome mitmischt, sprießen jetzt die Verschwörungstheorien: Probt ProSieben eine digitale TV-Sperre zugunsten Maxdomes?