Netzwelt-Ticker: Google peppt seinen Suchindex auf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Google peppt seinen Suchindex auf

Google will seine Suchergebnisse noch schneller aktualisieren, Foxconn streicht Geldzahlungen für die Familien von Selbstmördern, und Gamer haben ein Gehirn wie Kampfpiloten - aber schlaffe Körper. Das und mehr im Überblick.
Google-Illustration: Wilde Vernetzung statt starrem Schichtsystem
Google-Illustration: Wilde Vernetzung statt starrem Schichtsystem

Google-Illustration: Wilde Vernetzung statt starrem Schichtsystem

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nicht wenige Helden des Büroalltages kommen ohne morgens gar nicht erst in die Gänge: die Tasse Kaffee. So wie das stimulierende Koffein im Kaffee, nämlich Caffeine, heißt auch die neueste Zutat der Suchmaschine Google. Als Ergebnis versprechen die Macher um bis zu 50 Prozent aktuellere Suchergebnisse .

Bisher bestand der Index aus mehreren Datenschichten, die mit unterschiedlicherer Häufigkeit aktualisiert wurden. Bisher wurden diese Schichten komplett abgesucht und dann im Index aktualisiert. Jetzt soll das Web in kleineren Portionen durchsucht werden, so dass der Index ständig aktuell ist.

Noch belegt der Caffeine-Index an die 100 Petabyte Speicherplatz, so viel wie der bisherige Suchindex auch. Die neue Technik soll aber - ganz zukunftssicher - ein vielfaches dieser Datenmenge vertragen und darüber hinaus mehr Metainformationen als bisher zu den Einträgen enthalten. Die anfallenden Informationen sind enorm: Mit jedem Tag wächst der Datenberg um mehrere 100 Terabyte.

Foxconn streicht Hinterbliebenenzahlungen für Selbstmörder

Der taiwanesische Apple-Zulieferer Foxconn ist wegen mehrerer Selbstmorde unter den Firmenangestellten in den vergangenen Wochen immer wieder in die Nachrichten gekommen. Um zur Verbesserung ihrer Arbeitssituation beizutragen, erhöhten die Verantwortlichen inzwischen die Löhne. 

Noch etwas soll die Selbsttötungswelle stoppen: Bislang zahlte Foxconn den Angehörigen von Selbstmördern eine Art Entschädigung. Damit soll nun Schluss sein, wie Reuters meldet . Das Unternehmen habe Hinweise darauf erhalten, dass sich einige seiner Angestellten umgebracht hätten, um ihre Familien in den Genuss der Entschädigungszahlung in Höhe von umgerechnet 12.260 Euro zu bringen. "Um solche Tragödien zu verhindern, wird Foxconn die Zahlung anderer als vom Gesetz vorgeschriebener Entschädigungen einstellen", teilte das Unternehmen mit.

Twitter vermiest URL-Verkürzern das Geschäft

140 Zeichen sind ein ziemlich enges Korsett, beim Zwitschern via Twitter gilt also "fasse dich kurz" auch für mitgeteilte Links. Bislang kümmerten sich darum verschiedene Abkürzungsdienste wie Bit.ly, aber zukünftig setzen die Macher des Microblogging-Dienstes auf eine hauseigene Lösung . Ab dem Sommer soll der eigene URL-Verkürzer t.co die Aufgabe übernehmen, alle über Twitter verbreiteten Links maßgerecht zu verkleinern. Die Umstellung ist Teil eines bereits seit März laufenden Projekts, das der Eliminierung von Spam und Malware aller Art dient. Diese unerwünschten Inhalte sollen durch einen internen Filter erkannt und entfernt werden. Zusätzlich bietet t.co noch Statistiktools, die zeigen können, wie oft zum Beispiel ein Link angeklickt wurde.

Bei Gamern ist der Geist zwar willig...

Bleich, unsportlich, aber intelligent, so ungefähr das Klischee, das Computerfreaks umgibt. Ein Forscherteam der University of Essex schaute näher hin, wie viel an diesem Vorurteil dran ist. Die Ergebnisse erstaunten nicht nur Forschungsleiter Dominic Micklewright. Geistig waren die Probanden, "Cyber-Athleten" und echte Sportler, topfit. Profi-Gamern bescheinigte die Studie mentale und visuelle Reaktionsfähigkeiten, wie sie sonst nur noch bei Kampfpiloten anzutreffen ist.

Auf der physischen Seite sah es allerdings duster aus. Auch wenn die Computernerds auf den ersten Blick gesund aussahen, hatten sie eine "erschreckend niedrige Fitness", wie der britische "Telegraph" bemerkt.  Einer von ihnen, ein schlanker, trainiert wirkender Mittzwanziger, hatte die körperlichen Werte und die Lungenfunktionen eines sechzigjährigen Kettenrauchers.

Verantwortlich dafür sei der ungesunde Lebensstil der Nerds. Täglich zehn Stunden vor dem Computer zu hocken, das sei nachweisbar ungesund, wie andere Studien zum Übergewicht bei Kindern mit übermäßigen Computerkonsum zeigten. "Langfristig könnte das gesundheitliche Auswirkungen wie zum Beispiel ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen nach sich ziehen", so Micklewright.

US-Musikindustrie will eine Milliarde von Limewire

Vor drei Wochen ließ ein US-Gericht die Klage von 13 Musiklabels gegen die Tauschbörse Limewire zu, da diese ihr Geschäft auf gewerblicher Urheberrechtsverletzung aufbaue. Seinerzeit aufgestellte Mutmaßungen, die Entscheidung könne für Limewire richtig teuer werden, scheinen sich zu bewahrheiten. Denn die RIAA, der Interessenverband der US-Musikindustrie, ist erneut auf dem Kriegspfad und hat vor Gericht eine Schadensersatzsumme von "über einer Milliarde Dollar" eingeklagt.

Auf diese Höhe beziffern die RIAA-Anwälte den entstandenen Schaden, der der intensiven Nutzung von Tauschbörsen wie eben Limewire zuzuschreiben sei. Offensichtlich ist das Ziel der RIAA, Limewire endgültig zur Strecke zu bringen, denn die Anwälte beantragten zudem, bis zum endgültigen Urteil sämtliche Vermögenswerte der Limewire Group einzufrieren, wie "Wired" berichtet .

Auch das noch:

Mehr lesen über