Netzwelt-Ticker Google Play soll Android Market ersetzen
Google+ auf der Cebit in Hannover: Täglich 50 Millionen Nutzer?
Foto: dapdGoogle macht mal wieder Frühjahrsputz. Diesmal werden allerdings keine wenig genutzten Dienste ausgemustert, sondern für den Android Market steht eine Generalüberholung an. Das App-Angebot wird mit den Inhalten von Google Music und des Google E-Book-Stores zusammengelegt und heißt nun einfach Google Play. Damit baut sich der Suchmaschinenbetreiber einen eigenen iTunes-Konkurrenten, der zunächst aber nur für Nutzer in den Vereinigten Staaten zugänglich ist. Im hauseigenen Blog heißt es, mit dem Cloud-basierten Dienst werde Nutzern der Zugriff auf unterschiedliche Inhalte wie Musik, Filme, Bücher und Apps erleichtert . Der Google Play-Store soll demnächst auch auf Android-Smartphones und -Tablets umbenannt werden.
Anwender können dann bis zu 20.000 Musiktitel abspeichern und zwischen 450.000 Apps wählen. Außerhalb der USA wird es wohl noch ein bisschen dauern, bis das Komplettangebot zur Verfügung steht. In Kanada und Großbritannien wird Android-Nutzern kein Musik-Service angeboten, in Australien gibt es nur E-Books und Apps, in Japan wiederum Filme und Apps. Der Rest der Welt, darunter auch Deutschland, muss sich noch gedulden. Hier ändert sich mit Google Play für die Nutzer nicht viel mehr als das Ladenschild.
Zur Feier des Tages bringt Google einige Sonderangebote heraus, 25 Apps werden zum Schleuderpreis von 49 Cent vertrieben. Darunter beliebte Apps wie "World of Goo", "Osmos HD", "SwiftKey X" oder "Papier Kamera" .
Der Perso wird zur Geldkarte
Vielleicht ist es ja das Killer-Feature, mit dem der elektronische Personalausweis endlich die Zweifel in der Bevölkerung überwinden kann. Auf der Cebit stellte die Bundesdruckerei den neuen Ausweis mit Geldkartenfunktion vor. Gemeinsam mit dem IT-Spezialisten XCom und der Biw-Bank wurde demonstriert, wie mit dem Dokument am Automaten problemlos Geld gezogen werden kann. Was noch fehle, sei die Zertifizierung seitens der Banken. Die könne aber recht kurzfristig innerhalb von zwei Monaten erfolgen. Zur Umsetzung müssten dann keineswegs neue Automaten installiert werden, die schon vorhandenen ließen sich leicht umrüsten.
Auch der Einkauf bei Online-Shops sei künftig mit dem Ausweis möglich . Durch die Anmeldung auf Ausweis-Basis entfalle die Gefahr, dass hackergefährdete Login-Daten anfielen.
Man darf gespannt sein, ob doch bald jemand eine Sicherheitslücke findet, die das System als Risiko statt Nützlichkeitsgewinn entlarvt.
Plant der Streaming-Dienst Netflix den Einstieg ins Kabel-TV?
Bislang galten Streaming-Angebote, die den Kunden Film- und Serieninhalte auf Wunsch zu jeder beliebigen Zeit auf den Bildschirm brachten, als potentieller Sargnagel für das traditionelle Geschäft mit dem Kabelfernsehen. Da verwundert es auf den ersten Blick, wenn Reuters von Gesprächen berichtet, die Netflix-Chef Reed Hastings angeblich mit diversen Kabelanbietern geführt hat. Nach Insiderberichten könnte am Ende der Verhandlungen ein Deal stehen, der Netflix-Inhalte für Kabelkunden als weitere, kostenpflichtige Option anbietet. Damit würde der Inhalteanbieter in direkte Konkurrenz etwa zum Pay-TV-Riesen HBO treten. Mit dieser Wendung könnte Netflix dem Ansinnen vieler Kabel-TV-Betreiber entsprechen, die sich für HBO "einen weiteren Wettbewerber wünschen", so Hastings .
Allerdings gibt es möglicherweise noch andere Gründe für Netflix' jüngst erwachte Liebe zum Kabel-TV. Am Dienstag kündigten die Kabelnetzwerke Epix und ABC an, demnächst iOS-Apps anzubieten. Mit deren Hilfe wären Anwender dann imstande, aktuelle Serienfolgen direkt auf dem iPhone oder iPad anzusehen . Kein Wunder, dass ein Streaming-Dienst, der nicht ins Hintertreffen geraten will, seine Vertriebswege erweitern möchte.
Was in der Netzwelt sonst noch geschah:
- Wie sich Waffen problemlos durch Nacktscanner bringen lassen: Eines der Hauptargumente für die zum Teil entwürdigenden Durchleuchtungsprozeduren bei Nacktscannern war das Versprechen, damit ließen sich Waffen sicher aufspüren. Wie weit das von der Wahrheit entfernt ist, demonstriert ein Video . Es zeigt, wie Metallgegenstände einfach an den Seiten des Körpers befestigt werden - und die Kontrollen anstandslos passieren .
- Wie modernes Regieren geht: Weil Programmierer in Großbritannien eine Regierungs-App entwickeln, gibt's für Politiker bald ganz ernste Gründe für die Nutzung eines iPad. Die britische Regierung lässt derzeit für 20.000 Pfund eine Regierungs-App entwickeln , die dem Premier und seinen Ministern Zugriff auf wichtige Daten erlaubt. Damit sollen sie das Funktionieren der Regierungsarbeit besser überwachen können.
- Wie Rupert Murdochs Zeitungsimperium ins Wanken geraten könnte: Noch ist sie nur britische Schattenministerin für Kultur, aber Harriet Harman ließ schon jetzt keinen Zweifel, dass sie im Falle einer erneuten Labour-Regierung Rupert Murdochs Medien-Imperium zusammenstutzen werde. Er habe "zu viele Zeitungen", so die Politikerin. "Die Anhäufung von zu viel Macht führte zu einem Gefühl von Unüberwindlichkeit und Unantastbarkeit."
- Wie Google+ auf 50 Millionen aktive Nutzer am Tag kommt: Von wegen "virtuelle Geisterstadt"! So nannten das "Wall Street Journal" letzte Woche das Netzwerk mit Blick auf vorgeblich maue Nutzerzahlen . Tatsächlich würden sich jeden Tag bis zu 50 Millionen Nutzer bei Google+ tummeln, so Google-Vize Vic Gundotra. Im Verlauf eines Monats liege diese Zahl sogar bei 100 Millionen .