Netzwelt-Ticker Google sagt Bescheid
Kalender spielt Podcasts
Derweil Yahoo sein Angebot mit Satellitenbildern und Funktionen zur Reiseplanung aufmotzt, wird auch die ehemalige Suchmaschine Google mehr und mehr zum Voll-Sortimenter. Neuestes Mitglied in der Riege der Google-Applikationen ist ein Kalender . Dabei hat das kalifornische Unternehmen nicht gerade die Terminverwaltung neu erfunden. Es ist nur "ein einfacher Kalender, ähnlich den Produkten von Yahoo, Microsoft und anderen," schreibt Forbes . Damit dürfte die Forderung des Google-Produktmanagers Carl Sjogreen nach einem super-simplen Kalender erfüllt sein.
Unter der Oberfläche stehen dann aber doch einige sehr sinnvolle Funktionen bereit. So kann man nach Belieben neue Kategorien erfinden und farblich markieren, um den Überblick zu behalten. Erinnerungen werden entweder im Browser angezeigt oder per E-Mail verschickt. Wer mag kann einzelne Kalender-Kategorien auch veröffentlichen, so dass andere User darauf zugreifen können. Zudem gibt es reichlich Import-Funktionen für allerlei Programme von Microsofts Outlook bis hin zu Apples iCal. Bei der Terminplanung muss also niemand bei Null anfangen. Gartner-Analyst Allen Weiner gibt sich "CNet" gegenüber optimistisch. Ihn begeistert die Möglichkeit, mit Googles Kalender Inhalte zeitgesteuert abrufen zu können: "Es gibt keinen Grund, warum man nicht in den Kalender eintragen sollte, dass man jeden Morgen um zehn Uhr einen Podcast anhören möchte... und dann hört man ihn sich über den Kalender an."
And the Winner is: Iceland!
Nein, nicht in einem Sanges-Wettbewerb. Die Isländer haben nicht nur exzellenten Wodka zu bieten, sondern auch ein exzellentes Breitband-Netz auf ihrer scharfkantig steinigen Insel verlegt. Nach einer Studie der OECD liegen sie mit 26,7 Breitband-Internetanschlüssen pro 100 Einwohner sogar noch vor den online-verrückten Südkoreanern. Dichtauf folgen Niederländer und Dänen mit ebenfalls mehr als 25 Prozent Breitband-Quote. Die vermeintlich gut vernetzten USA hingegen liegen weit abgeschlagen auf dem zwölften Platz. Immerhin können sie damit protzen, weltweit die meisten schnellen Online-Anschlüsse zu haben. Fast 50 Millionen Amerikaner nutzen Breitband-Technologien. In Deutschland sind es dagegen 10,7 Millionen, die gerade für Platz 18 ausreichen.
China: Weniger Raubkopien, mehr Betrügereien
Für Microsoft entwickelt sich das Geschäft mit chinesischen PC-Herstellern ganz prächtig. Nachdem der vergangene Woche bereits die Tsinghua Tongfang Co. Ltd. einen Vertrag über Windows-Lizenzen im Wert von 120 Millionen US-Dollar unterzeichnete, zog nun die Founder Technology Group Corp. mit einem ähnlichen Abkommen im Wert von 250 Millionen US-Dollar nach, schreibt Associated Press. Eine Wahl hatten die Hersteller freilich kaum. Ein neues Gesetz verpflichtet sie, PCs in China grundsätzlich mit einem legal registrierten und vorinstallierten Betriebssystem auszuliefern. Mit diesen Gesten soll offenbar nicht nur die weit verbreitete Nutzung von Raubkopien im Land der Mitte verringert, sondern auch der Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao vorbereitet werden, der nächste Woche bei Bill Gates zum Dinner erwartet wird.
Gleichzeitig beklagen sich chinesische Gesetzeshüter allerdings, dass ihnen kaum die Mittel zur Verfügung stehen, der um sich greifenden Internet-Kriminalität im Land Herr zu werden. So konnten nur wenige der 20.000 im vergangenen Jahr gemeldeten Fälle von Internet-Missbrauch aufgeklärt werden. "Da unsere Gesetze veraltet sind, haben wir kaum eine Handhabe dagegen", sagt Xu Jianzhuo, stellvertretender Direktor des Büros für Internet-Sicherheit des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit. Das gibt zu denken, denn während der Diebstahl von Bankdaten oder persönlicher Informationen in China kaum geahndet wird, landen Regimekritiker, die ihre Meinung online äußern, ebenso wie Porno- und Glücksspiel-Anbieter reihenweise im Knast, berichtet Associated Press .
Beatles-Songs als Downloads
Während die Streithähne der Beatles-Plattenfirma Apple Corps und des iPod-Produzenten Apple-Computer noch auf eine Entscheidung im Verfahren Apple gegen Apple warten, wurde nun bekannt, dass die Beatles ihre Songs nun doch auch als Downloads anbieten werden. Bisher hatten sich die verbliebenen Ex-Pilzköpfe vehement gegen den Online-Vertrieb ihrer Werke gesträubt. Apple Corps-Chef Neil Aspinall bestätigte entsprechende Berichte und ergänzte, man wolle die alten Aufnahmen digital aufpolieren und mit digitalen Booklets versehen, bevor man sie gegen analoges Geld zum digitalen Download freigibt. Offen bleibt allerdings die Frage, wo die Ergüsse der Pilzköpfe online gehen werden. Im iTunes Music Store wohl nicht. Oder doch? Schließlich, so schreibt die britische Macworld, habe Paul McCartney alle Begleiter seiner letzten US-Tour mit Video-iPods beglückt.
Rock-Opas wollen Verlängerung
Einige der Urväter des modernen Rock und Pop fürchten um ihre Altersversorgung, berichtet der "Independent". Für einige der bekanntesten Heroen der sechziger Jahre, allen voran die Beatles und die Rolling Stones, läuft in den kommenden Jahren der 50 Jahre währende Urheberschutz aus. Damit wäre es vorbei mit den monatlichen Schecks, die Alt-Stars wie Cliff Richard ein komfortables Leben ermöglichen. Einige von ihnen berichten im "Telegraph" von ihren Sorgen. So bangt Trompeter Kenny Ball, 76, um das Auskommen seiner 15 Jahre jüngeren Frau, wenn 2011 die Zahlungen für seinen 1961er-Hit "Midnight in Moscow" eingestellt werden. Entsprechend wünschen sich Plattenfirmen und ihre ergrauten Eminenzen nun eine Verlängerung des Copyrights auf 95 Jahre, so wie es in den USA üblich ist. Damit dürften selbst die zähesten Bühnen-Veteranen über die Runden kommen.
Kätzchen unterscheiden Menschen von Maschinen
Um sicherzustellen, dass sich tatsächlich eine kohlenstoffbasierte Lebensform und nicht ein Roboterprogramm anmeldet, verwenden viele Websites derzeit kryptisch verschlungene Zeichenketten die der User in Klarschrift eintippen muss, um sich als Mensch zu identifizieren. Damit könnte bald Schluss sein, meldet "BoingBoing" . Zukünftig soll ein "KittenAuth" genanntes Verfahren für Sicherheit sorgen. Der Test zeigt dem Nutzer eine Reihe von Tierbaby-Bildern aus denen er das Kätzchen herauspicken muss. Niedlich.
Billiger gehts nimmer
Wie viel muss ein MP3-Player kosten? 200 Euro? 100? 80? Alles falsch. Für sagenhafte 8,50 US-Dollar, also rund sieben Euro, will die japanische Firma Evergreen den DN-2000 MP3-Player auf den Markt bringen. Da der keinen eigenen Speicher mitbringt, muss er mit handelsüblichen SD-Speicherkarten gefüttert werden kann. Selbige sind in Ein-Gigabyte-Größe bereits ab 25 Euro zu bekommen, heben den Gesamtpreis also auf 32 Euro. Kommt als nächstes der MP3-Player als Zugabe in der Cornflakes-Großpackung?