Netzwelt-Ticker: Google will die Schnüffel-Kekse zerbröseln - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Google will die Schnüffel-Kekse zerbröseln

Datenschützer kritisieren die Sammelwut des Google-Konzerns, die Firma verspricht weitere Nachbesserungen: In Zukunft sollen die gesammelten Daten nicht mehr dem Ursprungsrechner zuzuordnen sein. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.
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Datenschützer, Kartellwächter und Konkurrenten wie Microsoft kritisieren Googles Datenhunger, forderten in den Vereinigten Staaten und der EU erfolgreich Anhörungen und eine Untersuchung ein. Hintergrund: Im April hatte Google angekündigt, die Online-Werbefirma DoubleClick für 3,1 Milliarden US-Dollar aufkaufen zu wollen.

Jetzt pflichtet auch Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, bei: Die Verschmelzung der Datenbanken beider Internetgiganten wäre ein Datenschutz-Debakel. In einem Brief an den Europäischen Kommissar für Wettbewerb schreibt Weichert , dass die Suchmaschinen bereits auf breiter Basis das Verbraucherrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzen, indem sie unter anderem Nutzerdaten zu lange speichern.

Google will nun technisch nachbessern. Bei einer Anhörung vor dem US-Senat kündigte das Unternehmen ein Entgegenkommen an, man könne ja etwas an den viel kritisierten Cookies ändern.

Cookies sind kleine Dateien, die Webseiten auf den Computern der Surfer ablegen, um dort Informationen über dessen Surfverhalten oder Seiteneinstellungen zu speichern. Google-Cookies enthalten zum Beispiel Benutzereinstellungen, Erstellungs- und Ablaufdaten sowie eine eindeutige Identifikationsnummer.

Google schlägt vor, diese Dateien zu zerbröseln. Damit könnten die Informationen, die von einem individuellen Computer gesammelt wurden, an verschiedenen Orten gespeichert werden. Das schütze die Privatsphäre der User. Die Daten können dann nicht mehr auf den Computer zurückgeführt werden, auf dem sie zunächst gesammelt wurden .

Studie: Filesharing schadet Chart-Versagern

Auf der Suche nach verlässlichen und wirklich aussagekräftigen Zahlen über den Einfluss von Filesharing auf die konventionelle Musikindustrie könnte eine Studie von Forschern der California Polytechnic State University einen neuen Baustein liefern.

Die Forscher untersuchten die amerikanischen Billboard Top 100 Charts und Daten über P2P-Filesharing. Im Magazin Management Science  (.pdf-Format) fassen sie zusammen: Die durchschnittliche Überlebensdauer eines Albums in den Charts sei um 42 Prozent gefallen. Wobei diese Last praktisch nur Neueinsteiger auf den hinteren Plätzen trügen (und Filesharing die Hauptursache dafür sei).

Es gebe keine Hinweise darauf, dass Filesharing den Charterfolg von Top-Alben beeinträchtigt. Im Gegenteil: Wer sich einmal vorn in den Charts platziert hat, wird dort nun durchschnittlich auch 35 Prozent länger verharren. Das wichtigste Studienergebnis also: Im neuen Musikmarkt ist Marketing im Vorfeld enorm wichtig.

Kabelwahn: Eine Million US-Dollar für Audiophile

James Randi sucht Menschen mit übersinnlichen Kräften. Randi glaubt nicht, dass er so jemanden findet. Und er ist sich seiner Sache so sicher, dass er demjenigen eine Millionen Dollar verspricht, der unter wissenschaftlich-kontrollierten Bedingungen seine angeblichen Kräfte unter Beweis stellen kann: Gedanken lesen, per Geisteskraft Löffel verbiegen – oder einen Unterschied zwischen einem normalen Lautsprecherkabel für ein paar Euro und den 5100 Euro teuren Vier-Meter-Strippen von Pear Cable hören .

Dem Aufruf folgten (wie gewohnt) nur wenige Audiophile. Schon einmal rief Randi die selbsternannten Audioexperten eines Audiophilen-Magazines dazu auf, sich von ihm auf Steigbügel und Trommelfell testen zu lassen. Das alles endete in unwürdigem Chaos , Randi ist immer noch Millionär.