Netzwelt-Ticker: Gruppen-Meckern über Facebook - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Gruppen-Meckern über Facebook

Die Netzgemeinde regt sich über eine vermeintliche Fehlplanung bei der neuen Gruppen-Funktion von Facebook auf, es wird gemunkelt, Microsoft könnte Adobe schlucken, ein trotziger Internetprovider erschwert die Filesharer-Jagd in Frankreich. Das und mehr im Überblick.
Von Carolin Neumann
Facebook-Chef Zuckerberg: "Den einen oder anderen verärgert"
Facebook-Chef Zuckerberg: "Den einen oder anderen verärgert"

Facebook-Chef Zuckerberg: "Den einen oder anderen verärgert"

Foto: Paul Sakuma/ AP
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"Facebook scheint einfach nicht in der Lage zu sein, neue Features einzuführen, ohne den ein oder anderen zu verärgern", so bringt das Blog Tech.Blorge  das Ärgernis der Woche auf den Punkt: In die Facebook-Gruppen, die SPIEGEL ONLINE bereits am Donnerstag vorstellte, wird man nicht eingeladen, sondern aufgenommen - ohne vorher seine Zustimmung geben zu müssen. "Wenn deine Freunde Arschlöcher sind, hast du ein Problem", meint Techcrunch . Diesmal gilt die Aufregung nicht löchrigen Privatsphäreeinstellungen, sondern einem viel banaleren Problem: Spam. Für jede neue Gruppe, zu der man hinzugefügt wird, kommt eine E-Mail-Benachrichtigung. Als ein Blog von vielen fordert ReadWriteWeb  deswegen: Opt-in statt Opt-out. Wer mich einer Gruppe hinzufügen will, soll bitte erst meine Erlaubnis einholen, nicht andersherum.

Wollten wir ganz philosophisch werden, ist da noch in anderer Aspekt, über den jetzt diskutiert wird: Das Gruppen-Feature wird die Art, wie wir Facebook nutzen, womöglich von Grund auf verändern. Nicht notwendigerweise zum Guten. Netzwertig  wittert eine Polarisierung, denn die Gruppen widersprächen "dem Grundgedanken der Vernetzung: Sie schaffen nämlich Grenzen und Wände." Weitere Reaktionen hat der "Daily Telegraph"  gesammelt.

Glaubt man übrigens den Ergebnissen einer über Twitter durchgeführten Studentenumfrage aus den USA , so dürften nach den jüngsten Neuerungen einige Facebook-Freundschaften zerbrechen. Die meisten Kontakte in sozialen Netzwerken werden demnach aufgekündigt, weil jemand zu häufig über die immergleichen Trivialitäten postet - ebenfalls so eine Art Spam. Dasselbe dürfte der Fall sein, wenn Freund X keinen Tag verstreichen lässt, ohne einen in die nächste unsinnige Gruppe aufzunehmen. Ähnlich unangenehm fällt auch die gerade für Deutschland freigeschaltete Geo-Verortung bei Facebook auf, denn die "Ich war hier"-Posts von Freunden lassen sich (noch) nicht ordentlich ausblenden.

Brisantes Cheftreffen bei Microsoft und Adobe

Schmieden Microsoft und Adobe eine Allianz gegen Apple? Die "New York Times"  will von mehreren involvierten Mitarbeitern erfahren haben, dass es bei einem Spitzentreffen zwischen den Chefs Steve Ballmer und Shantanu Narayen um die Frage ging, wie der wachsenden Dominanz von Apple auf dem Mobilfunkmarkt beizukommen ist. Wir erinnern uns: Steve Jobs mag Flash nicht und sperrt Adobes wichtige Software deswegen von seinen iGeräten aus.

Die beiden CEOs sollen neben Strategien auch über die Option gesprochen haben, dass Microsoft Adobe schlucken könnte. Ein ähnliches Vorhaben ist laut "NY Times" bereits vor einigen Jahren im Sand verlaufen. Von offizieller Seite heißt es, gelegentliche Cheftreffen seien normal, zu Details wollte sich keines der Unternehmen äußern. Adobes Aktienwert schoss nach Bekanntwerden der vermeintlichen Gesprächsthemen in die Höhe .

Französischer Provider leistet Widerstand gegen Hadopi

Das französische Netzsperren-Gesetz mit dem umständlichen Namen kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach Bürgerrechtlern stellt sich jetzt Free, einer der Internetprovider des Landes, in gewisser Weise gegen das jüngst in Kraft getretene Hadopi. Laut Torrentfreak  weigert sich Free, seine Nutzer zu informieren, wenn über deren Internetzugang Filesharing betrieben wird. Die Verwarnungen solle die Hadopi-Behörde mal schön selber organisieren.

Seit letzter Woche ermittelt die neue "Download-Polizei": Wer in Frankreich urheberrechtlich geschütztes Material illegal herunterlädt, dem kann künftig nach drei Verstößen der Zugang zum Netz gesperrt werden. Einige Provider haben bereits erste Warn-Mails verschickt, Free will sich nicht anschließen. Der Gesetzgeber findet diese Weigerung erwartungsgemäß "inakzeptabel", ist auf Zeropaid  zu lesen. Ob er viel daran ändern kann, ist fraglich. Free beruft sich auf eine Lücke im Gesetz: Belangt werden könne der Provider nur, wenn er nach Aufforderung die Daten zu einer IP-Adresse nicht preisgibt, nicht aber, wenn er sich weigert, die Warnungen auszusprechen.

"I'll be CEO, bitch"

Mark Zuckerberg

Pünktlich zum Kinostart von "The Social Network" in Deutschland bekommen das Drama und dessen Sujet eine Rap-Hymne. Ein sehenswertes Schmankerl zum Wochenende, auch wenn der Song im Grunde nur den ebenso sehenswerten Film nacherzählt.

Auch das noch: