Netzwelt-Ticker: Handy mit Solar-Antrieb - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Handy mit Solar-Antrieb

Erregte Gemüter: Omnifone startet die erste Musik-Flatrate für Handys. Kodak sieht im Dunkeln scharf. Yahoo macht seinen Foto-Service dicht. VW schickt einen neuen Prototyp ins Darpa-Roboterrennen. Und Hi-Tech-Wealth erklärt sein Solar-Handy für marktreif.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hysterie um Omnifone

Die Nachricht erschütterte die Hightech-Gemeinde: Omnifone startet seinen Musik-Downloadservice MusicStation fürs Handy . Mit an Bord: Nokia, Sony Ericsson, Motorola, Samsung, 30 Handynetze und die Musikfirmen Universal, Sony BMG, EMI und Warner. Gleich im ersten Jahr will Omnifone sich einen Kundenstamm von 100 Millionen Handybesitzern aufbauen. Hehre Ziele, hinter denen nun so mancher einen Angriff auf Apples iPhone vermuten dürfte, das Ende des Monats in den USA an den Start geht.

Worüber sich allerdings fast niemand Gedanken macht ist, wie kompatibel die schöne neue MusicStation zu den jetzigen Handys ist. Der potentielle Hörer muss zudem erst umständlich eine Software herunterladen und auf seinem Mobiltelefon installieren. Bis das Programm schon ab Werk auf Neugeräten vorinstalliert ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Auch das Kopieren oder Brennen der aus Handy geladenen Musik fällt - zumindest offiziell - aus.

Weniger sexy ist auch Preis: Das Angebot soll pro Woche mit 2,99 Euro zu Buche schlagen - das sind über 150 Euro im Jahr für Musikdateien, die der Kunde ausschließlich auf dem Handy anhören kann. In diesem Preis sind allerdings schon sämtliche Kosten für den Transfer der Musikdateien von den Musik-Servern aufs User-Handy enthalten. "Der Download kostet keinen Cent extra", sagte ein Omnifone-Pressesprecher SPIEGEL ONLINE.

Solarhandy auf dem Markt

In China hat man die Tugend der Sparsamkeit zur technischen Innovation gemacht: Schon auf der CeBIT stellte der Mobiltelefonhersteller Hi-Tech-Wealth ein Handy vor, dessen Akku mit Solarzellen aufgeladen werden kann. Wie winfuture meldet , ist das Handy nun marktreif. Die Solarzellen sind auf der Rückseite des Gerätes angebracht. Laut Hersteller soll bereits eine Stunde Ladezeit in der Sonne ausreichen, um 40 Minuten telefonieren zu können. Zum Aufladen sei nicht mal unbedingt Sonnenschein nötig; auch bei bewölktem Himmel und selbst bei Kerzenlicht funktioniere der Ladeprozess - wenn auch langsamer. Es wird voraussichtlich um die 300 Euro kosten. Noch unklar ist, wann es im sonnigen Europa in die Läden kommt.

Nie mehr blitzen! Neuer Kamerachip von Kodak

Mit der Digiknipse im Dunkeln Fotos zu machen, gehört nicht unbedingt zu den beliebtesten Hobbys der Kamerarero-Fraktion. Das Ergebnis ist meist verrauscht und mit bunten Lichtpunkten verunziert. Inzwischen ist Hilfe unterwegs: Reuters berichtet  , Kodak habe ein neues Konzept für lichtempfindliche Sensoren vorgestellt, die die Leistung bisheriger Chips um das zwei- bis vierfache übersteigen sollen. Mit diesem Verfahren sinkt auch bei schlechten Lichtverhältnissen die Verwacklungsgefahr: Eine Erweiterung des bislang verwendeten RGB-Schemas im Sensoraufbau ermöglicht kürzere Belichtungszeiten.

Bisher maßen die Pixel jeweils das einfallende rote, blaue und grüne Licht und die Fotosoftware errechnete aus den entstandenen Daten das genaue Lichtprofil. Kodak hat dieses Muster nun einfach um einen vierten, sogenannten panchromatischen Pixel erweitert, der das Licht aller Wellenlängen misst. Weil dieser ohne Farbfilter auskommt, kann er deutlich mehr Licht empfangen als seine mit einer Filterschicht versehenen Kollegen. Hierfür, wie auch für einige damit zusammenhängende Algorithmen, hat der Fotokonzern eine ganze Reihe Patente angemeldet. Die ersten Modelle erscheinen voraussichtlich im ersten Quartal 2008.

Yahoo Photos macht zu - es gibt doch Flickr

Das Timing hätte besser sein können: Eben noch tobt der Streit um die überfürsorgliche Zensur bei Flickr, da geht Yahoo schon wieder mit einer Nachricht an die Öffentlichkeit, die aufgewühlte Gemüter auch nicht gerade beruhigen dürfte: In einem Vierteljahr ist Schluss mit Yahoo Photos. Die Nutzer des Fotodienstes werden aufgefordert, ihre Bilder bei Flickr einzustellen . Immerhin: Es besteht kein Zwang zur hauseigenen Alternative; es gibt schließlich die Möglichkeit, zu Kodak Gallery, Snapfish oder Photobucket umzuziehen. Der bisher für Yahoo Photos zuständige Manager Tim Anderson versuchte, Befürchtungen zu zerstreuen, die Bilder könnten beim Umzug zu Schaden kommen oder gar verschwinden. Alles werde so einfach wie möglich ablaufen. Bis zum 20. September haben die User Zeit, ihre Fotos von der Yahoo-Plattform in Sicherheit zu bringen. Vielleicht überdenken die Flickr-Verantwortlichen bis dahin ja auch nochmal ihre Filter- und Sperrpolitik.

Roboterauto von VW

Im November startet die Hightech-Schmiede des Pentagons, DARPA, mal wieder einen Wettbewerb für fahrerlose, robotergesteuerte Autos. In der Urban Challenge 2007 zeigen über 50 Teams, wie weit es ihren selbstfahrenden Autos gelingt, eine knapp 100 Kilometer weite Strecke zurückzulegen. Die Trasse soll einer städtischen Umgebung ähneln. Auch Volkswagen ist diemal dabei - mit einem Passat, dessen elektronisches Innenleben in Zusammenarbeit mit Technikern der Universität von Stanford entstanden ist .

Die ersten Tests hat das Fahrzeug gut bestanden: Während eines Vorabbesuchs von DARPA-Offiziellen konnte der Wagen wichtige Fähigkeiten wie die Navigation durch fließenden Verkehr, das Überholen oder eine 180-Grad-Wende demonstrieren. Zwar hängte sich die Computerelektronik auf, als der Passat mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde ein anderes Fahrzeug überholen sollte, aber das Forscherteam ist zuversichtlich, auch diesen "Schluckauf" heilen zu können. Schließlich hat man einen Ruf zu verteidigen: 2005 gewann Volkswagen/Stanford die DARPA Grand Challenge. Damals ging es über 200 Kilometer durch die Wüste Nevadas. Allerdings war der Verkehr da auch nicht so dicht.

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