Netzwelt-Ticker Handys werden zu Hotspots
W-Lan-fähige Handys verbreiten sich zusehends. Da liegt es nahe, einen Schritt weiter zu gehen und die Empfänger zu Sendern zu machen. Sprich, aus dem Handy einen Hotspot. Genau das bietet jetzt die finnische Firma Joikusoft für Smartphones mit integriertem W-Lan-Chip an , auf denen das Betriebssystem Symbian S60 läuft.
Die Software mit dem Namen "JoikuSpot" erlaubt es, die UMTS- oder HSDPA-Internet-Verbindung des Handys via W-Lan anderen Geräten zur Verfügung zu stellen. Neben der erweiterten Nutzbarkeit des Webs auch in abgelegenen Gegenden ohne physikalischen Internet-Anschluss wirbt der Anbieter mit dem Kostenargument: Die gratis herunterzuladende Software könnte Internet-Angebote zu Luxuspreisen, zum Beispiel in Hotels und Flughäfen, überflüssig machen.
Forenbetreiber siegt gegen Callactive - endgültig
In letzter Zeit ist Callactive, der Produzent diverser TV-Gewinnspiele, vor allem durch juristische Scharmützel aufgefallen. Einer der Hauptgegner war Marc Döhler, Betreiber des Internet-Forums "Call-in-tv.de". Bei der Auseinandersetzung ging es um in Forenbeiträgen aufgestellte Behauptungen, Callactive würde getürkte Anrufe einsetzen, um TV-Zuschauer zu weiteren kostenpflichtigen Anrufen zu animieren.
In erster Instanz hatte das Gericht für den Forenbetreiber entschieden, da die Unterlassungserklärung nur Döhler persönlich betreffe, nicht aber sein Forum. Callactive legte zunächst Berufung ein, zog diese nun aber überraschend zurück. Wie "Dwdl.de" berichtet, gab das Unternehmen zur Begründung an, die Situation im Forum habe sich mittlerweile "deutlich gebessert" . Überdies wolle man nicht "das Forum durch übertriebene Zahlungsaufforderungen ... zerstören".
Kabelchaos: angeblich fünftes Tiefseekabel beschädigt
Das Rätsel um die gekappten Tiefseekabel im Nahen Osten wird immer undurchsichtiger. Medienberichten zufolge soll nun ein fünftes Kabel beschädigt worden sein. Schon zuvor hatten vier gekappte Kabel in der Region für erhebliche Störungen des Internet-Verkehrs gesorgt.
Berichte, wonach Iran komplett vom Datennetz abgeschnitten gewesen sein soll , erwiesen sich als falsch. Angaben darüber, was zu den Beschädigungen geführt hat, stehen bislang noch aus. Zumindest die Reparaturarbeiten sind nun aber angelaufen.
Fiskus durchsucht 100.000 Web-Seiten pro Tag
EBay-Händler & Co. aufgepasst: Wer gewerblichen Handel im Internet betreibt und glaubt, das nicht unbedingt dem Finanzamt melden zu müssen, könnte bald unerfreuliche Post vom Fiskus bekommen. Mit einem Programm namens Xpider durchforsten die Finanzämter das Netz nach gewerblichen Anbietern. Die Software, ursprünglich für Finanzanalysten entwickelt, ist lernfähig. Sie kann angeblich Seiten identifizieren, die Rückschlüsse auf unternehmerische Aktivitäten erlauben . Jeden Tag werden so an die 100.000 Web-Seiten auf verdächtige Anhaltspunkte hin untersucht. Wer einmal auf dem Radar der Beamten gelandet ist, muss damit rechnen, dass sie weitere Auskünfte bei der jeweiligen Plattform über ihn einholen.
1,6 Terabyte große Flash-Festplatte
Einen richtig fetten Flash-Speicher hat der amerikanischen Hersteller Bitmicro angekündigt. Im zweiten Quartal 2008 will er ein Flash-Laufwerk mit einer Kapazität von 1,6 Terabyte liefern können . Das 3,5-Zoll-Laufwerk E-Disk Altima Ultra320 mit SCSI-Anschluss wartet dabei mit Transferraten von bis zu 320 Megabyte pro Sekunde auf und soll in einem Temperaturbereich zwischen minus 40 und 85 Grad Celsius arbeiten. Voraussichtlich wird das Gerät nicht unter dem Preis eines Mittelklassewagens zu haben sein, weswegen private Kunden, die ihre Filmdaten mal endlich langfristig sichern wollen, eher nicht zur Zielgruppe gehören. Die macht Bitmicro vor allem in der Industrie und beim Militär aus.
Hacker gegen Scientology
Die Web-Präsenzen der Scientology-Sekte werden immer häufiger zum Ziel von Hackerangriffen. Der "Sydney Morning Herald" berichtet von Plänen, im Rahmen eines weltweiten Protesttages die umstrittene Bewegung am 10. Februar zu "zerstören" .
Eine sich selbst "Anonym" nennende Hacker-Gruppe habe Scientology in einem YouTube-Film "den Krieg erklärt". Der offensichtliche Anlass war YouTubes Entscheidung, einen Clip zu entfernen, in dem sich zum Ergötzen der Netzgemeinde der Scientologe und Hollywood-Star Tom Cruise in eigenwilliger Weise über die Vorzüge seiner Religion auslässt. Die Hacker sehen darin einen Versuch der Sekte, Medien zu zensieren. Was genau am Stichtag geschehen soll, bleibt allerdings ein Rätsel. Am Sonntag sind wir schlauer.