Netzwelt-Ticker: Hollywood sagt WoW - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Hollywood sagt WoW

Millionen von Menschen vertrödeln täglich massig Zeit im virtuellen Universum von "World od Warcraft" und geben dabei Geld aus. Beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Kinofilm? Außerdem im Überblick: Microsoft stopft Löcher, Sony umarmt iTunes, Webby-Awards, belästigte Chatterinnen und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sony sagt ja zu iTunes

Mit einem überraschenden Zug ergibt sich Sony der Marktmacht von iTunes und öffnet seine MP3-Walkmans zum AAC-Format von Apple. Bisher verarbeiteten die Player nur das Sony-eigene Atrac-Format, das qualitativ zwar sehr gut ist, sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Mit der nächsten Version von Sonic Stage können nun also auch iTunes-Dateien auf die A-Reihe der MP3-Player von Sony transferiert werden. Ab 25. Mai, so ein Bericht auf Asahi.com  soll die neue Version im Netz bereitstehen. Damit dürfte das Kapitel iPod-Konkurrenz für Sony nun auch offiziell eingestampft sein, die A-Player verkaufen sich nicht, das Atrac-Format ist eigentlich längst ausgestorben und der Online-Musikladen Connect Store kann sich auch bei weitem nicht gegen iTunes behaupten.

World of Warcraft in die Kinos

Blizzard Entertainment wollen mit ihrer "World of Warcraft"-Lizenz ein ganzes Fantasy-Universum an Geschichten und Produkten etablieren. Nach Spielen und Büchern ist jetzt auch das Kino Teil davon. In einer Pressemitteilung gab Blizzard  nun bekannt, zusammen mit Legendary Pictures ("Batman Begins") an einer Realfilm-Umsetzung von World of Warcraft zu arbeiten. Wie das Spiel wird der Film wohl auch in der Fantasy-Welt Azeroth angesiedelt sein, in der Nacht-Elfen, Menschen, Untote, Tauren, Gnome, Trolle und Zwerge in mittelalterlicher Welt um ihre Interessen kämpfen.

Microsoft Patchday

Wie erwartet hat Microsoft ein kritisches Update für den Exchange Messaging Server und zwei für Windows veröffentlicht. Dabei sei der erste Fehler im Exchange-Server der schwerwiegendste, da er Unbefugten ermögliche, Mails mit gefährlichem Inhalt über fremde Accounts zu verschicken. Ein anderer Fehler betraf laut PCWorld.com  den Adobe Flash-Player, der schädliche Flashinhalte abspielte. Alle drei Updates hat Microsoft am "Patch Tuesday" über das Windows-Update bereitgestellt.

Webby Awards

Die Gründer der Community-Website MySpace.com ist unter den diesjährigen Gewinnern des Webby Online Achievement Awards, das berichtet Associated Press . Tom Anderson und Chris DeWolfe wird der Preis für "Breakout of the Year" nächsten Monat im Rahmen der Preisverleihungsfeier überreicht. Quasi nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda habe die Seite mehr als 77 Millionen User erreicht und stelle in Sachen Traffic die meisten anderen Seiten des Netzes in den Schatten.

MySpace.com wurde letztes Jahre von Rupert Murdochs News Corp. für 580 Millionen Dollar in Bar gekauft. "Jeder benutzt es, vom Politiker zum Rock Star, vom Student zu Leuten aller Altersklassen", wird Tiffany Shlain, Gründerin der Webby Awards, zitiert. Unter den insgesamt 70 Gewinnern ist auch Robert Kahn, der zusammen mit Vint Cerf das Internet-Protokoll TCP/IP erfand, die Pop-Band Gorillaz, die Musik und Animation zusammengeführt haben, Google Maps (in drei Kategorien: best visual design/function, broadband, services), Yahoos Bilderservice Flickr, der zwei Awards gewann und die BBC mit ihrer Community und News. Den Preis für die beste wohltätige Organisation bekommt das Katrina Help Center das aus der Zusammenarbeit mit Cisco Systems Inc und der Non-Profit-Organisation One Economy hervorgegangen ist. Die beiden Deutschen Esther Glanzner und Christopher Blum haben mit ihrer Website "4178° - Chicago Architecture"  einen Preis in der Kategorie "Student" bekommen.

Am 12. Juni wird der Webby Award zum zehnten Mal von der International Academy of Digital Arts and Sciences, einer Gruppe aus mehr als 550 Experten vergeben. Darunter David Bowie und RealNetworks-Chef Rob Glaser. Den Gewinnern wird eine Dankesrede mit maximal fünf Wörtern zugestanden. Al Gore sorgte dabei letztes Jahr für Lacher, als er sagte: "Please don't recount this vote."

Frauen und Mädchen unter Angriff im Chat

Chatter mit weiblichem Namen bekommen 25 Mal mehr bedrohliche oder sexuell explizite Privatnachrichten, als User mit männlichem oder zweideutigem Nickname. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von Maryland. Durchschnittlich, so schreibt Techweb.com,  bekommen die weiblichen Namen 163 miese Messages am Tag, alle anderen 4 bis 25. Informatikstudent Robert Meyer und Assistenz-Professor Michel Cukier entwickelten Bots, die in Chatrooms aktiv waren. Die Kritik, ihre übelwollenden Gesprächspartner seien selbst Bots, sehen die beiden Forscher entkräftet: "Die besondere Aufmerksamkeit, die weibliche Usernamen bekommen und die Natur der Nachrichten deuten darauf hin, dass männliche, menschliche User speziell weibliche User ins Visier nahmen." Meyer empfahl, geschlechtsneutrale Nutzernamen zu verwenden und seinen Kindern das auch nahezulegen. Eine Zusammenfassung der Studie liegt hier  auf den Servern der Uni von Maryland.

Fair Use in UK bald offiziell erlaubt, aber…

In Berufung auf einen Artikel im Telegraph  berichtet Techdirt vom letzten Zug  der Musikindustrie in Groß-Britannien. Überall auf der Welt will sie das Rippen von privaten CDs für den privaten Gebrauch zum Beispiel auf MP3-Player verboten sehen. Nun bat die Plattenindustrie in England die Regierung jedoch, die Copyright-Gesetze so zu ändern, dass Leute ihre CDs rippen können. Was genau das neue Gesetz jedoch bringen soll, ist fraglich. In Verbindung mit dem Verbot, Kopierschutzmaßnahmen zu Umgehen, ist jede kopiergeschützte CD nach wie vor nicht legal zu rippen.

Mehr lesen über