Netzwelt-Ticker ICANN bleibt unter US-Kontrolle
Die Internet-Verwaltung ICANN soll weiterhin unter Aufsicht der US-Regierung bleiben. Das gab einem Bericht des "Register" zufolge der verantwortliche US-Regierungsmitarbeiter Jon Kneuer im Rahmen einer Anhörung des US-Senats zu verstehen. Demnach wird das sogenannte "Memorandum of Understanding" (MoU) zwischen ICANN und dem US-Wirtschaftsministerium am 30. September um weitere zwei Jahre verlängert. Der "Register" geht allerdings davon aus, dass die ICANN nach Ablauf dieser Frist, also am 1. Oktober 2008, endlich unabhängig wird.
Darüber, wie und unter welchen Bedingungen die US-Regierung ihren Einfluss tatsächlich aufgeben würde, besteht allerdings keine Klarheit. Vielmehr erinnert der "Register" daran, dass es noch vor nicht allzu langer Zeit heftige Streitigkeiten zwischen der EU und den USA gab, als die Bush-Administration die Einführung der Top-Level-Domain ".xxx" verhinderte. Zudem gab das US-Wirtschaftsministerium den Internet-Nutzern noch im Juli/August Gelegenheit, ihre Meinung zu Zukunft der ICANN kundzutun. Das Ergebnis fiel eindeutig zugunsten einer von den USA unabhängigen Internet-Verwaltung aus.
Genützt hat das alles nichts. Zumindest nicht, wenn man David Gross, UN-Botschafter und in der Bush-Administration für Telekommunikation zuständig, folgt. Nach dessen Aussage hat die US-Regierung nicht vor, in nächster Zeit die Kontrolle über die ICANN abzugeben.
Anonym Surfen mit Firefox
Die Programmierertruppe Hackitvismo hat den Mozilla-Browser Firefox derart modifiziert, dass man mit ihm unerkannt durchs Netz surfen kann. Da der Torpark genannte Firefox-Abkömmling auf der portablen-Version des Webbrowsers basiert, kann er problemlos auf einem USB-Stick installiert und etwa zum anonymen Surfen im Internet-Café genutzt werden.
Laut "PC World" nutzt die Software dazu das TOR-System (The Onion Router). Dieses schaltet sich zwischen Browser und Internet, um den angesteuerten Websites falsche IP-Adressen vorzugaukeln. Da diese Adressen zudem alle paar Minuten geändert werden, ist es nahezu unmöglich, einen bestimmten Websurfer und dessen Online-Aktivitäten zu verfolgen.
Als Beweggrund für solche anonymen Surftouren gibt der Yankee Group-Analyst Andrew Jaquith zum einem schlicht das Bedürfnis nach Privatsphäre an. Wichtiger wiegt für ihn jedoch die Möglichkeit, das beispielsweise chinesiche Websurfer auf diese Weise die staatlichen Firewalls umgehen können. Jaquith versäumt es allerdings auch nicht, darauf hinzuweisen, dass man auch illegale Aktivitäten, wie etwa die Suche nach Kinderpornos mithilfe des TOR-Netzwerks verschleiern kann. Zudem weist er darauf hin, dass einige Mitglieder der Hacktivismo-Gruppe zuvor dem "Cult of the Dead Cow collective" angehörten, welche durch Keylogger auf sich aufmerksam machten, mit denen sich Surf-Aktivitäten haarklein nachverfolgen lassen.
Sicherheitsbehörden und Strafverfolgern sind TOR-Server aber auch in den westlichen Demokratien ein Dorn im Auge. Anfang September ließ die Staatsanwaltschaft Konstanz im Rahmen einer Fahndungsaktion gegen Kinderpornografen gleich mehrere Anonymisierungsserver mit beschlagnahmen, auf denen TOR lief.
Motorolas Instant-Handys
Bei Motorola scheint man in Handys keine sonderlich beratungsintensiven Produkte zu sehen. Diese Eindruck hinterlässt die Ankündigung der Firma, Mobiltelefone und Zubehör künftig über Maschinen, ähnlich Zigarettenautomaten, verkaufen zu wollen . Wie es sich für so ein Vorhaben gehört, testet der Konzern zunächst mit einem Pilot-Programm, ob diese Idee beim Publikum Zuspruch findet. In zwei Dutzend US-amerikanischen Einkaufzentren und Flughäfen sollen die "Instantmoto" getauften Geräte testweise aufgebaut werden. Potentielle Käufer werden die Wahl zwischen insgesamt 12 Handys und 18 Zubehörteilen haben, zu denen auch das beliebte Klapp-Handy Razr gehört. Anwender, die sich noch nicht an eine Telefongesellschaft gebunden haben, können an demselben Automaten auch gleich einen Mobilfunkvertrag abschließen, der allerdings online freigeschaltet werden muss. Man darf gespannt bleiben, ob dieses Konzept aufgeht.
Handy-Hersteller machen auf Grün
Eine offenbar von Nokia geführte Gruppe aus Handy-Herstellern und Mobilfunk-Providern will die Auswirkungen von Mobiltelefonen auf die Umwelt verringern, berichtet "PhoneScoop" . Um das zu erreichen hat die Gruppe gleich mehrere Ansatzpunkte ausgemacht. So sollen künftig schon bei der Herstellung weniger schädliche Materialen verwendet und außerdem mehr Alt-Handys wiederverwertet werden. Außerdem wollen die Firmen bei der Konstruktion neuer Mobiltelefone mehr Wert auf geringen Energiebedarf legen. Ein wenig Verantwortung schieben Nokia und Konsorten aber auch auf die Anwender ab. Die will man zu einem bewussteren Umgang mit ihren Netzteilen erziehen. Die, so Nokia, solle man aus der Steckdose ziehen, sobald der Akku aufgeladen ist. Wenn nur ein kleiner Teil der Mobil-Telefonisten diesen Ratschlag beherzigen, würde die gesparte Energie nach Ansicht der Finnen ausreichen, einige tausend Haushalte mit Strom zu versorgen. Könnte man die Netzteile dann nicht gleich so konstruieren, dass sie sich selbst abschalten, sobald der Akku voll ist?
Hollywoods Scheiben-Schnüffler
Geht Hollywood endgültig vor die Hunde? Statt mit Hightech will die US-amerikanische MPAA (Motion Picture Association of America) mit zwei Labrador Retrievern, Lucky und Flo, gegen Raubkopien vorgehen. Die Schnüffel-Spezies sollen in Gepäck oder Transport-Containern versteckte CDs und DVDs ausfindig machen und auf diese Weise deren Vervielfältigung verhindern. Ob es ausreichen wird, mit zwei Hunden gegen eine Vielzahl professioneller Raubkopierer-Banden anzutreten, bleibt fraglich. Ist aber auch nicht wichtig, denn bevor sie ihren Dienst antreten können, gehen Lucky und Flo erst einmal auf Welt-Tour. Bestimmt, um den bösen Buben Angst einzujagen.