Netzwelt-Ticker: Ich bin nicht aggressiiiiiv! - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Ich bin nicht aggressiiiiiv!

Machen PC-Spiele doch aggressiv? Eine US-Studie will das belegen können - und trifft auf fachliche Kritik. Außerdem: Wahlempfehlungen für US-Nerds, kein Opera fürs iPhone und Google bessert bei Chrome nach. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Amerika wählt und ZDnet überlegt: Welchen der beiden maßgeblichen Präsidentschaftskandidaten müsste eigentlich ein Nerd wählen ? Welche Partei, die Demokraten oder Republikaner, würde die bessere Technologie-Politik betreiben?

Zur Debatte stehen für ZDNet-Blogger Jason Hiner dabei vor allem fünf Punkte: Netzneutralität, die (schlechte) Entwicklung des Breitband-Internets in den Vereinigten Staaten, Steuergutschriften für Tech-Firmen, H1B-Visa für top-ausgebildete Ausländer und natürlich auch - grüne Technologie.

Es überrascht, wie wenig sich Obamas und McCains Positionen dabei unterscheiden. Hiner fasst zusammen: Für McCain spricht, dass er forschende und entwickelnde Firmen durch Steuergutschriften und H1B-Visa etwas besser als sein Konkurrent unterstützen könnte, während Obama bessere Positionen in Sachen Netzneutralität und grüne Technologie einnimmt. Das Zünglein an der Waage sei die Breitband-Entwicklung, bei der Obama punktet. Für ihn spreche zudem, dass er einen nationalen CTO, einen Chef Technology Officer bestellen will und auch in anderen Punkten ein besseres Auge für Technologien bewiesen habe. Der Beweis: Obamas Web-2.0-Wahlkampf.

Kritik an Apple: Kein Opera-Browser im App Store

Apple hat ein Problem mit all zu praktischen iPhone-Anwendungen von Drittherstellern. Viele Hobby-Entwickler zeigen sich enttäuscht davon, dass Apple ihren Programmen die Aufnahme in den Softwareladen App Store  verweigert. Oft entschuldigt sich Cupertino mit der Begründung, ein Programm sei einfach nicht praktisch genug.

Laut dem Bits-Blog der "New York Times" hat es unlängst auch einen berühmten Entwickler getroffen: Opera. Der Browser-Hersteller habe nach eigener Aussage längst eine auf dem iPhone lauffähige Version des Opera-Mini-Browsers  in petto. Apple aber erlaubt es der Firma offenbar nicht, das Programm über den App Store zu verbreiten. Vielleicht, weil auf dem iPhone bereits Apples Haus-Browser Safari installiert ist?

Dass Apple unter Umständen auch gut daran tut, Drittentwickler auszubremsen, zeigt aber ein Sicherheitsbericht von Microsoft, der unabhängigen Entwicklern die Schuld an vielen Windows-Sicherheitslücken in die Schuhe schiebt. Die Sicherheitsexperten von Kaspersky sekundieren: Hacker greifen Vista fast ausschließlich über Programme von Drittentwicklern an: Über den Realplayer, über QuickTime, diverse Toolbars und andere Progrämmchen .

Machen Killerspiele aggressiv? Studie vermutet: Ja.

Können Computerspiele mit Gewaltinhalt aggressives Verhalten auslösen? Die bisherige Forschung sieht höchstens einen sehr dünnen Zusammenhang zwischen Aggressionen in der echten Welt und dem Konsum von Medien mit Gewaltinhalt. Diese Medien gar als Ursache für die gemessenen Aggressionen zu interpretieren, ist fast nicht möglich.

Eine kürzlich im US-Fachmagazin "Pediatrics" veröffentlichte Studie  zeige aber genau das, meint zumindest die "Washington Post". Psychologen der Iowa State University legten drei Studien aus Japan und den USA zusammen, untersuchten Computerspiele auf ihren Gewaltinhalt, wie oft sie gespielt wurden und wie viel aggressives Verhalten bei gewissen Schülern im Laufe eines Schuljahres auftrat.

Und tatsächlich: Je mehr ein Schüler gewalthaltige Spiele konsumiere, interpretiert die "Washington Post", desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass er auch aggressiv in der Schule auffalle. Allein: Die Forscher sehen weniger eine Kausalität als eine Korrelation, also ein gemeinsames Auftreten und keine Ursache-Wirkung-Beziehung, interpretieren ihre Ergebnisse weit vorsichtiger. Ars Technica gibt zu bedenken: Mit Recht! Das Studien-Design weist einfach zu viele Mängel auf: Drei Längsstudien, kaum Überschneidungen, das gibt reichlich Raum für falsche Interpretationen .

Chrome: Neue Version vom Google-Browser

Google hat eine zweite Betaversion seines schlanken Chrome-Browsers veröffentlicht. Damit behebt Google Probleme bei der Darstellung von Flash-Videos und PDF-Dateien, schließt ein paar Sicherheitslücken und ist mit Blick auf eine Portierung auf MacOS X und Linux  verbessert worden. Mit der neuen offiziellen Version hat auch der deutsche Entwickler seinen Chrome-Klon Iron  aufgebohrt. Iron verschickt im Gegensatz zu Chrome keine Nutzerdaten an Google. Verbraucherschützer kritisieren Google für dessen Datenhunger, bezeichneten Chrome als "Internet-Trojaner" .

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