Netzwelt-Ticker Indien will Satellitentelefonen Grenzen setzen
Inmsarsat-Satellitentelefone: Bitte nicht in Indien benutzen
Foto: ROSLAN RAHMAN/ AFPSatellitentelefone sind toll: Sie funktionieren einfach überall - ganz gleich, es ein Mobilfunknetz gibt oder nicht. Deshalb sind sie bei Auslandsreportern so beliebt, bei Seefahrer und Expeditionsleitern. Aber auch Terroristen nutzen die Überall-Telefone, weil sie schwer zu orten sind. In Indien sollen solche Geräte mehrfach zur Ausführung terroristischer Angriffe genutzt worden sein, beispielsweise bei der Attacke auf das Hotel "Taj Mahal" in Mumbai. Das will die indische Regierung nun unterbinden.
Ars Technica berichtet von einem Vorschlag, den Indien der UNO-Telekommunikationsagentur, der International Telecommunications Union (ITU), vorgelegt hat. Auf drei Absätzen wird dort die Einrichtung eines Systems gefordert, mit dem es möglich ist, Satellitentelefone an Ländergrenzen zu deaktivieren.
Derzeit gibt es technisch keine Möglichkeit dazu. Einige Staaten haben bereits versucht, Satellitentelefone per Gesetz zu verbieten. In Burma etwa, berichtete die BBC , drohte 2007 schon für den Besitz eines solchen Geräts eine Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren. In Libyen drohte Machthaber Gaddafi seinen Bürgern gar die Todesstrafe an, würden sie via Satellit telefonieren.
Ob nun Indiens Eingabe umgesetzt wird und ob sie technisch überhaupt umgesetzt werden kann, muss die ITU im Oktober diskutieren. Dann findet die nächste Tagung der Organisation in Genf statt.
Taiwan schließt China an
Die taiwanische Chunghwa Telecom und Chinas Telekommunikationsriesen China Telecom, China Mobile und China Unicom haben sich nur zu einem Joint Venture verbündet, um gemeinsam ein Unterseekabel zwischen den beiden Staaten zu verlegen.
Die Fertigstellung der 220 Kilometer langen Datenleitung ist bereits für das erste Quartal kommenden Jahres geplant. Mit der neuen Leitung sollen Verbindungen zwischen der Insel Taiwan und Festland-China billiger werden, erklärte ein Sprecher der chinesischen Nationalen Kommunikationskommission. Derzeit müssten Daten über Drittländer wie Japan geleitet werden.
Insgesamt haben die Partnerfirmen 2,5 Millionen Euro zur Finanzierung zusammengelegt. Eine Verbrüderung geht mit dem Verlegen des Kabelstrangs freilich nicht einher: Auf taiwanischer Seite sollen keine Geräte aus chinesischer Fertigung an die Leitung angeschlossen werden, schreibt The Register . Aus Sicherheitsgründen.
Via gegen Apple
Jetzt auch noch Via. Der taiwanische Chiphersteller hat rechtliche Schritte gegen Apple eingeleitet. Einer Pressemitteilung des Unternehmens zufolge hat Via bei der US-Außenhandelskommission ITC (International Trade Commission)Beschwerde gegen Apple eingereicht. Das Unternehmen verletzte bei iPhone, iPad, iPod, Apple TV und deren Software Via-Patente, heißt es darin. So nutze Apple unter anderem Vias "Befehlssatz für die bidirektionale Wandlung und den Transfer von Integer- und Fließkommadaten."
The Tech Report hat versucht zu deuten, wie es dazu kommt, dass Via plötzlich drei seiner rund 5000 Patente gegen den US-Konzern i n Stellung bringt. Die einfache Deutung: Via-Chef Chen Wen-Chi ist mit Cher Wang, Mitgründerin und Vorstandsvorsitzenden des Handy-Herstellers HTC verheiratet. Gegen HTC hat Apple Anfang 2010 Patenklage eingereicht. Das jetzige Vorgehen Vias gegen Apple könnte also eine Retourkutsche sein, schreibt The Tech Report. Es bleib ja alles in der Familie.
iPhone-Kunden würden es wieder machen
Von so viel Zufriedenheit träumen Unternehmen: Eine Umfrage der Investmentbank UBS zufolge würden 89 Prozent der iPhone-Besitzer wieder ein Apple-Handy kaufen, berichtet das "Wall Street Journal" . Damit liege der kalifornische Konzern weit vor der Konkurrenz von HTC (33 Prozent) und Research in Motion (33 Prozent). Das wären gute Nachrichten für Apple, hätte die UBS-Erkenntnis nicht einem Makel: Für die Studie mit dem klangvollen Titel "Global Telecom Equipment Analyser", wurden lediglich 515 Anwender befragt, von denen die meisten als Highend-User eingestuft wurden. Repräsentativ, zumal weltweit, ist das wohl kaum.
Forscher kartieren Zombiehochburgen
Wie man all die Daten im Internet kreativ auswerten kann, demonstrieren vier Wissenschaftler, die auf ihrer Website Floating Sheep interessante Statistiken präsentieren. Zum Beispiel, wie oft und wo sich Chinesen im Web über Kaffee und Tee unterhalten oder wie sich die Marihuana-Preise im Nordosten der USA entwickeln.
Gemeinsam mit Forschern des Oxford Internet Institute haben sie nun ein weiteres Meisterwerk vollbracht: Eine Weltkarte der Zombies. Wie sie das mit Googles Hilfe gemacht habe, erklärt der "Guardian" mit wenigen Worten. Eine wichtige Erkenntnis bringt aber schon ein schneller Blick auf die ungewöhnliche Weltkarte: Ausgerechnet Afrika, wo das Wort Zombie seinen Ursprung hat, scheint eine weitgehend zombiefreie Zone zu sein.