Netzwelt-Ticker: iPhone - alles nur geliehen? - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker iPhone - alles nur geliehen?

Apple ist ein kreatives Unternehmen, doch es gibt noch mehr Bezeichnungen als nur "iPhone", die auch von anderen genutzt werden. Außerdem im Überblick: iPhones zum Selbermachen, zahlreiche Chinesen, Rummel um kanadisches Kleingeld und endlich ein MP3-Player, mit dem man online Einkaufen kann.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach dem Hickhack um die Bezeichnung iPhone regen sich Spötter, die auch noch andere Bezeichnungen bei Apple als "weggefunden" outen. Ist da denn alles nur geklaut? Sicher nicht. Aber die Kollegen von "The Register" haben ein wenig herumgestöbert  und festgestellt, dass Apple nicht nur der Name "iPhone" Schwierigkeiten machen könnte. Auch den Begriff Visual Voicemail, mit dem der Anrufbeantworter des Apple-Handys bezeichnet wird, gibt es bereits.

Offenbar verwendet die Firma Citrix diesen Begriff bereits seit 2004 für eine Technologie, die ganz ähnlich funktioniert wie Apples Visual Voicemail. So können Anwender von IP-Telefonen sich mit der Citrix-Software den Inhalt ihres Anrufbeantworters anzeigen lassen und eingehende Nachrichten in beliebiger Reihenfolge abspielen. Pikantes Detail: ein Abkommen zwischen Citrix und Cisco ermöglicht es Besitzern eines Cisco-IP-Telefons, also etwa des Cisco-iPhone, Visual Voicemail mit ihrem Gerät zu benutzen.

Anders als Cisco scheint Citrix derzeit aber keine Ambitionen zu haben, in diesem Fall gegen Apple vorzugehen. Ein solcher Versuch wäre vermutlich ohnehin aussichtslos, da Citrix es laut "The Register" versäumt hat, sich die Namensrechte an diesem Begriff zu sichern.

Viel Rummel um kanadisches Kleingeld

In der US-Presse herrscht derzeit große Aufregung um einen kurzen Absatz der in einem Bericht des US-amerikanischen Defense Security Service zu finden ist. Darin heißt es, es habe mindestens drei Fälle gegeben, bei denen als vertraulich eingestufte Mitarbeiter amerikanischer Rüstungsfirmen während ihrer Reisen durch Kanada verdächtiges Kleingeld in ihren Portemonnaies gefunden haben.

Angeblich, so steht es im Bericht , sollen die Münzen mit versteckten Mini-Sendern ausgerüstet gewesen sein. Nun, so scheinen viele Amerikaner zu fürchten, könnten durch das getürkte Wechselgeld geheime Rüstungsinformationen gestohlen werden.

Das sei viel Aufregung um herzlich wenig, gibt dagegen ein anonymer Regierungsmitarbeiter gegenüber dem "Globe and Mail"  zu Protokoll. Er meint, solche Befürchtungen entbehren jeglicher Grundlage. "Wir haben keine Hinweise darauf, dass von diesen Münzen irgendeine Gefahr ausgeht," sagte er den Reportern. Ohnehin hätten US-Behörden in den als verdächtig gemeldeten Münzen keine geheimen Sender finden können, heißt es in dem Artikel weiter. Weshalb diese Information nicht bis zum Defense Security Service durchgedrungen ist, bleibt unklar.

Sicher aber ist, dass sich eine andere Geschichte, die dem viel zitierten Bericht zu entnehmen ist, ohnehin viel netter liest. Darin wird von einer ausländischen Spionin berichtet, die einen Übersetzer der US-Regierung verführte, um ihm sein Netzwerk-Passwort zu entlocken. Das ist der Stoff, aus dem Agenten-Romane gestrickt werden.

20 Millionen chinesische Blogger

Die chinesische Internet-Nutzerschaft wächst in atemberaubendem Tempo. Für das Jahr 2006 berichtet der China Internet Survey Report 2007 über eine Umsatzsteigerung um 47 Prozent. Zum Jahresende, so heißt es, habe es allein 20,8 Millionen Blogger im Netz der Mitte gegeben. Rund drei Millionen davon sollen ihre Blogs regelmäßig aktualisieren.

Insgesamt waren Ende 2006 132 Millionen Chinesen ans Internet angeschlossen, was einem Zuwachs um 19 Prozent entspricht. Der chinesischen Regierung ist so viel öffentliche Meinung allerdings offenbar ein Dorn im Auge. So berichtet "Physorg",  sei es geplant, dass sich Blogger in China künftig mit ihrem Realnamen müssen, bevor sie online gehen dürfen. "Die Realnamen der Blogger werden vertraulich behandelt," heißt es in dem Report. Allerdings nur solange, wie die Blogger "öffentliche Interessen nicht verletzen." Na prima.

Ganz ohne PC: der wahre WLAN-Player

AOL könnte bald haben, was Microsoft nicht hat – und Apple schon gar nicht. Einen drahtlos vernetzten Mediaplayer , der sich vollkommen autark von stationären Computersystemen mit Musik befüllen lässt. Ganz ähnlich wie Micrsofts Zune, soll das von der chinesischen Haier Group gemeinsam mit AOL entwickelte Gerät über einen WLAN-Empfänger verfügen.

Anders als beim Zune hat AOL dessen Funktionalität aber nicht darauf beschränkt, per Rechtemanagement verkrüppelte Songs zwischen gleichartigen Playern auszutauschen. Stattdessen soll der Player sich, via WLAN mit dem Web verbunden, direkt mit Online-Shops verbinden und von dort Musik und Videos auf seine 30 GB-Festplatte laden können. Schade nur, dass das Gerät ersten Fotos zufolge  eine wahrhaft hässliche Kröte ist, die ihrem offensichtlichen Vorbild aus dem Hause Apple vom Designstandpunkt kaum das Wasser reichen kann.

iPhone Auspackzeremonie

Kommt ein neues Apple-Produkt auf den Markt, gehört es zu den Standards, dass sich begeisterte Erstkäufer beim Auspacken ihrer Lieferung digital ablichten und die Bilder alsbald online stellen. Unboxing, also Auspacken, nennt man diese Zeremonien.

Die erste solche Auspackzeremonie für Apples iPhone kann bereits jetzt im Netz bei iPhone unboxed  bewundert werden. Mit viel Hingabe und noch mehr Klebstoff hat dort ein Enthusiast Karton, Bedienungsanleitung und auch das Handy selbst aus Papier und Pappe gebastelt. Wer es ihm nachtun möchte, kann sich immerhin schon mal ein Papiermodell des iPhone basteln.

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