iPhone 4: Das Handy mit dem Mega-Bildschirm
Netzwelt-Ticker iPhone-Käufer hoffen auf Software-Lösung fürs Empfangsproblem
Derzeit strapaziert Apple die Nerven einiger Kunden. Schon in der vergangenen Woche machten Klagen verzweifelter Besitzer der vierten Version des iPhone die Runde. Wer das Gerät in der linken Hand hält, sieht die Statusbalken der Empfangsanzeige schwinden. Die Ursache könnte eine ungünstig platzierte Antenne sein, wurde gemutmaßt. Steve Jobs empfahl in einer E-Mail Abhilfe: Er riet dazu, das Smartphone einfach anders zu halten.
Doch inzwischen scheint sich der Apple-Chef eines anderen besonnen zu haben. In einer weiteren E-Mail zum Thema Empfangsproblem erklärte er jetzt kurz und knapp: "Das ist kein Empfangsproblem. Nur abwarten!" Daraus leiten Kaffeesatzleser und Apple-Jünger die Hoffnung ab, Apple werde in irgendeiner Art und Weise für Abhilfe sorgen. Und tatsächlich, "AppleInsider" berichtet von einem Update des Betriebssystems auf iOS 4.01, womit ab "Anfang dieser Woche" der Ärger mit dem "Todesgriff" womöglich doch ein Ende haben könnte .
"BusinessInsider" hingegen kann die Aufregung nicht recht nachvollziehen: "Wir haben mit dem iPhone telefoniert, bei Twitter reingeschaut, alles mit der linken Hand und wir hatten kein Problem. Wir haben diesen 'Todesgriff' angewandt und ein paar Statusbalken wurden kürzer, aber die Leistung des Geräts wurde nicht beeinträchtigt."
Falscher Steve Jobs narrt "Daily Mail"
Ein anderes iPhone-Problem hat sich hingegen schnell als Zeitungsente herausgestellt. Am Sonntag hatte die Online-Ausgabe des britischen Boulevardblatts "Daily Mail" mit der fetten Schlagzeile aufgemacht, Apple stehe vor einem Rückruf des neuen iPhone. Grund seien die allseits bekannten Antennenprobleme. Dabei berief sich Großbritanniens zweitgrößtes Massenblatt auf die Twitter-Meldung eines Steve-Jobs-Accounts. Zu blöd, dass es sich dabei nicht um die Seite des Apple-Chefs handelte, sondern einen Fake-Account. Und die "Daily Mail" hatte sich dabei richtig angestrengt, auf den Betrug hereinzufallen. Schließlich steht in der Profilbeschreibung gut lesbar "Natürlich ist das ein Parodie-Account" . Inzwischen hat die "Daily Mail" den Artikel aus dem Online-Angebot entfernt, aber das Netz vergisst ja bekanntlich nichts. "TheNextWeb" hat einen schönen Screenshot .
Hulu mit Abo
Bereits diese Woche könnte es einigen Nutzern der Videoseite Hulu gelingen, für den Video-on-Demand-Service endlich zu bezahlen. Das Unternehmen soll bald einen Abo-Service unter dem Namen "Hulu Plus" anbieten - Gerüchte über einen solchen Schritt gibt es schon seit einiger Zeit. Natürlich richtet sich dieses Angebot nur an einen ausgewählten Kreis. Schon jetzt können nur Surfer mit amerikanischer IP-Kennung das Videoangebot überhaupt nutzen. Die Betaphase des neuen Bezahldienstes könnte sogar auf nur 10.000 Nutzer beschränkt werden, wie "MediaMemo" meldet . Zum Preis von 9,95 Dollar im Monat erhält der Hulu-Kunde Zugriff auf einen erweiterten Videokatalog. Außerdem können die Filme jetzt auch auf anderen Geräten als einem handelsüblichen PC oder Notebook angeschaut werden, auch das iPad kann jetzt als mobiles Kino dienen.
BBC bietet bald Video-on-Demand an
Doch auch diesseits des Atlantiks tut sich etwas in Sachen Abrufvideos. Der Verwaltungsrat der BBC hat jetzt Pläne abgenickt, die einen entsprechenden kostenlosen Service unter dem vorläufigen Namen "Project Canvas" vorsehen, später soll der Service dann "YouView" heißen. Allerdings dürfte es bis zur endgültigen Umsetzung noch ein Weilchen dauern. Es werde nicht erwartet, dass alle zuständigen Gremien und Stellen ihr Plazet noch innerhalb dieses Jahres geben.
Schon jetzt aber schäumt die privat finanzierte Konkurrenz. Die sieht ihre eigenen Abrufvideoangebote durch eine mögliche gebührenfinanzierte Gratiskonkurrenz bedroht. Und auch die britische Kartellbehörde ist wachsam. Selbst wenn sie sich in der Angelegenheit bislang bedeckt gehalten habe, "schließt das nicht die Anwendung anderer Vorschriften des Wettbewerbsrechts und anderer relevanter Gesetze aus", zitiert der "Guardian" die Behörde .
FBI scheitert an Festplattenverschlüsselung
Gemeinhin erwartet wohl niemand, dass ausgerechnet das amerikanische FBI Produktempfehlungen gibt. Auf direkte Weise erfolgen die natürlich auch nicht, aber in Sachen Verschlüsselungstechnologie hat Truecrypt jetzt gewissermaßen das FBI-Qualitätssiegel erhalten. Beamte der Bundesbehörde wollten nämlich Festplatten eines brasilianischen Bankiers entschlüsseln, die 2008 bei einer Razzia beschlagnahmt worden waren. Die aber waren mit Truecrypt geschützt, und an dieser Verschlüsselung scheiterten die FBI-Experten ebenso, wie vorher schon brasilianische Behörden sich vergeblich mit der Entschlüsselung abgemüht hatten. Um an die nötigen Passwörter zu gelangen, hatte es das FBI mit einer sogenannten Wörterbuchattacke versucht. Dabei werden in schneller Folge unterschiedliche Kombinationen von Passwörtern ausprobiert. Nachdem die FBI-Techniker es ein geschlagenes Jahr ausprobiert hatten, gaben sie nun erfolglos auf, wie es ihre brasilianischen Kollegen zuvor nach fünf Monaten getan hatten, berichtet "Globo.com".