Netzwelt-Ticker: Iren versprechen globales Billig-Handynetz - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Iren versprechen globales Billig-Handynetz

Große Versprechen: Für 14,92 Cent je Minute in deutsche Mobilfunknetze telefonieren - weltweit. Solche Tarife will ein irisches Telekom-Start-Up von Oktober an bieten. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als erste "wirklich globale" Mobiltelefone bezeichnet die irische Cubic Telecom zwei Handys, die in San Fransisco vorgestellt wurden. Bei den Geräten selbst handelt es sich um recht simple Apparate. Ein Unterschied zu Standard-Handys: Die Cubic-Telecom-Modelle können sowohl über GSM als auch über W-Lan funken.

Die echte Neuheit ist eine programmierbare SIM-Karte, die sogenannte Maxroam-Card, die mit den Handys ausgeliefert wird. Sie soll weltweit kostengünstige Mobilfunkgespräche ermöglichen. Für den Besitzer, indem seine Anrufe zu fixen Tarifen über das Netz des jeweiligen Partners von Cubic geleitet werden. Und für Anrufer, indem die Karte bis zu 50 lokale Nummern speichern kann, die man bei Cubic für 40 Länder bestellen kann. Hier spart der Angerufene auch - die Roaming-Gebühren.

Einer nicht sonderlich erhellenden Preisliste auf der Webseite der Firma zufolge kostet ein Gespräch ins deutsche Festnetz mit der Maxroam Card gerade 1,1 Cent pro Minute. Anrufe in deutsche Mobilnetze sollen mit 14,92 Cent pro Minute abgerechnet werden - egal von wo in der Welt man anruft. Vollkommen kostenlos sind Gespräche, die man per Voice over IP innerhalb des Cubic-Netzes führt. Mit dem Verkauf der beiden Handys will Cubic Telecom  am 1. Oktober beginnen. Das Standard-Modell soll 99,95 Euro kosten während die Windows-Mobile-basierte Business-Variante mit 149,95 Euro zu Buche schlägt. (mak)

Bundesweite Razzia wegen Raubkopieen

Der Polizei ist offenbar ein bundesweiter Schlag gegen Raubkopierer gelungen. Bei Durchsuchungen von fast 50 Geschäfts- und Wohnräumen in zehn Bundesländern beschlagnahmten die Ermittler am Donnerstag 60 PCs, 15 zusätzliche Festplatten sowie 2000 CDs und DVDs, wie die federführende Polizei in Hürth bei Köln mitteilte. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Kölner Staatsanwaltschaft, das sich gegen etwa 40 Beschuldigte richtet. Die Razzia galt illegalen Kopien von noch nicht in den Handel gelangten Filmen, PC-Spielen und Entertainment-Software. Details zu dem Beweismaterial teilte die Polizei nicht mit, die Festplatten müssten zunächst ausgewertet werden.

An den zeitgleichen Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und dem Saarland waren 200 Polizeibeamte beteiligt. Das Ermittlungsverfahren geht auf einen Zeugen aus der so genannten Releasegruppen-Szene zurück, der den Ermittlern von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) gemeldet worden war und anschließend eng mit der Polizei zusammenarbeitete. (AFP)

P2P-Welt lacht über Abmahnung von MediaDefender

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. So tragisch die Geschichte um den von Hackern geklauten Mailverkehr für das Antipiraterie-Unternehmen MediaDefenderist: Für die Filesharing-Szene war es ein gefundenes Fressen und für deren Selbstbewusstsein gleich noch Kraftfutter dazu.

Das merkt man vor allem an den Reaktionen von Websitebetreibern, die von MediaDefender deftige Unterlassungserklärungen empfingen – und die das US-Unternehmen und deren Anwälte darauf einfach auslachen. Sie veröffentlichen die Anwaltsschreiben, weisen MediaDefender und deren Anwaltskanzlei Sheppard, Mullin, Richter & Hampton auf Formfehler hin und geben sogar Ratschläge, wie so eine Unterlassungserklärung besser zu formulieren sei . Gekrönt mit dem Angebot: "Obwohl wir aus Kanada kommen [und damit ihr Schreiben eh hinfällig ist], wollen wir, falls sie irgendwann herausfinden, wie man eine anständige Abmahnung anfertigt, diesen Versuch ehren - sobald wir mit Lachen fertig sind."

Sandkastenwelten im Netz

Während Sony die eigene 3D-Bastelwelt "Home" verschiebt, kündigt Spiele-Urgestein Raph Koster (Ultima Online, Star Wars Galaxies) mit seiner Firma Areae einen eigenen Sandkasten für kleine Wohnzimmer-Götter an. In MetaPlace, so kann man einem Werbevideo bei der BBC entnehmen, sollen User mit wenigen Klicks Computerspiele und 3D-Chaträume basteln können , die sie dann als simple URL an Freunde weiterleiten oder in ihren Blogs oder bei MySpace einbinden. Versierte User, schreibt die ORF Futurezone, sollen mit der Programmiersprache MetaMarkup ihre Welten auch plattformübergreifend erschaffen können : Vom Handy bis zum PC. Derzeit ist MetaPlace noch in der Testphase, Anfang 2008 soll es dann im großen Maßstab losgehen.

Tausche Sex und Freunde gegen Internet

Mal wieder geht die Mär um vom Internet, welches das Leben frisst. Bei einer Umfrage unter 1011 Amerikanern hätten 15 Prozent der Befragten angegeben, gerade einmal einen Tag oder weniger ohne Webzugang auszuhalten, 21 Prozent meinten, ein paar Tage Netzabstinenz seien ok und 19 Prozent hielten auch ein paar Tage mehr für aushaltbar.

Die Teilnehmer der Befragung beschwerten sich darüber, wie verängstigt, isoliert und gelangweilt sie sich fühlen, wenn sie zwangsweise mal ohne Internet auskommen müssen. Gegenüber Reuters sagte eine Untersuchungsleiterin und "Trend-Detektivin" einer amerikanischen Werbeagentur: "Sie fühlten sich von der Welt, ihren Freunden und ihrer Familie abgeschnitten" .

Mehr als ein Viertel der Befragten – 28 Prozent – gaben an, weniger Zeit von Angesicht zu Angesicht mit anderen Menschen zu reden, weil sie ja ständig online seien. Ein Fünftel behauptete sogar, wegen all der Zeit im Netz weniger Sex zu haben.

Aber Vorsicht vor all zu schnellen Schlüssen: Im Reuters-Text und auf der Website der Werbeagentur ist nichts zu den Untersuchungsbedingungen zu erfahren, die Angaben der Befragten dürften sowieso ziemlich fragwürdig sein. Und zuletzt muss man sich ja auch einfach fragen: Haben Onlinebeziehungen vielleicht nicht (irgendwann) einfach den selben Stellenwert wie konventionelle Kontakte?

Malware-Taxonomie: Über Viren und Menschen

"Mein Rechner hat Virus; ich glaub, da is Wurm im Mail!" Der Computerlaie, da muss der Fachmann hin und wieder eine Träne verdrücken, ist oft unheimlich ungenau, wenn es um die Diagnose von Rechnerproblemen geht. Kein Wunder, denken David Perry und Anthony Arrott, zwei amerikanische Sicherheitsexperten, das ist ja heute auch schwierig bis unmöglich, korrekt zwischen Wurm, Virus, Trojaner und Spyware zu unterscheiden.

Perry und Arrot schlagen deswegen einen neuen Blick auf die Malware vor. Einen, der das Geschäftsmodell hinter den Übeltätern fokussiert. Sie schlugen auf der Inforworld-Konferenz in Wien vor, die Schadprogramme in Gruppen zusammen zu fassen , die ihren Installationsweg, ihren ökonomischen Zweck, ihre Tricksereien und Versteckspiele berücksichtigen.