Netzwelt-Ticker Jessica albert online
Musiker tun es und vertreiben ihre Musik über die eigene Webseite, warum sollten Schauspieler es ihnen nicht nachmachen? US-Komiker Will Ferrell etwa stellte einen Sketch über seine süße Vermieterin online , der innerhalb eines Monats mehr als 21 Millionen Mal abgerufen wurde - "The Landlady". Wer braucht denn da noch einen Fernsehsender, fragte sich daraufhin CNET-Kollege Greg Sandovalin. Ermöglicht es das World Wide Web nicht auch den Darstellern, ihr Publikum selbst zu finden? Vor allem, wenn sie berühmt genug sind?
Aber ja, Stars verstünden, dass sie selbst die Marke sind, zitiert er einen Herrn Wong von der Firma Dave.tv, der mit Will Smith und Jessica Alba in Verhandlungen über einen entsprechenden Webauftritt stehen will. Eher nicht, rechnet dagegen Analyst McQuivey vor: bei den angeblich üblichen fünf US-Dollar pro Tausend Zuschauern hätte Farrell für seine Landlady bislang erst 100.000 Werbedollars eingenommen. Zurzeit bekäme er in Hollywood aber 20 Millionen US-Dollar pro Film.
Außerdem müsse man eine Menge wirklich guten Content produzieren, um seine Online-Nutzer bei der Stange zu halten, sekundiert ihm ein weiterer Analyst. Und so bleibt es zumindest für Will Ferrell erst einmal nur ein privates Vergnügen, einen Sketch für die eigene Webseite produziert zu haben. Er betreibt sie mit seinem Kumpel, dem Drehbuchschreiber Adam McKay. "It's just us", wird der zitiert. Schön, wenn man sich so ein Hobby leisten kann.
Keine Musik für Deutsche
Das Web-Musikportal Pandora hat ein bestechendes Konzept: Die Software der US-Seite kann Musik anhand von 400 Eigenschaften ordnen und Hörern so eigenständig echte Empfehlungen geben: Man wählt Musik aus, gibt an, ob sie einem gefällt oder nicht, bringt dem System so den eigenen Geschmack bei. Und irgendwann kommen dann wirklich treffende Empfehlungen vom lernfähigen Pandora-Radio. Nein, kamen: Jetzt sperrt der Anbieter den Zugriff von Standorten außerhalb der Vereinigten Staaten.
Anhand der IP-Adresse bestimmt das Unternehmen den Herkunftsort von Anfragen und blockt alle ausländischen Nutzer. Hintergrund: Pandora hat die notwendigen Lizenzen fürs Musik-Streaming nur für die Vereinigten Staaten kaufen können die Ausstrahlung in andere Staaten ist nicht gedeckt, entsprechende Verhandlungen nicht vorangekommen.
Digg im Geschäft
Das Digg-Prinzip : Jemand empfiehlt einen prima Weblink, andere bewerten diesen Tipp und vergeben dafür Punkte. Je mehr Punkte so ein Linktipp bekommt, umso besser. Mit genügend "Diggs" ausgestattet wird er schließlich auf Diggs Startseite prominent platziert, wo er wiederum in Massen angeklickt wird.
Spätestens jetzt kratzt sich der Seitenbetreiber erfreut über seine neugewonnene Popularität verwundert den Kopf. Oder reibt sich geschmeichelt die Hände. So läuft das bei Digg und zumeist reichen bereits 100 und ein paar zerquetschte Bewertungen, um auf der "Newly popular"-Seite aufgelistet zu werden.
Da überrascht es tatsächlich wenig, dass man sich die hinreichend große Anzahl an Stimmen dafür auch kaufen kann - für je einen US-Dollar und bei der Firma "U/S" sogar mit Geld-zurück-Garantie. Wie das funktioniert, das berichtet Annalee Newitz detailliert bei Wired Techbiz . Sie hat es angeblich geschafft, ihr Weblog so korrupt "diggen" zu lassen. Leider konnte sie ihren Erfolg nicht über den ersten Tag hinaus ausbauen, ihre Webseite über die Faszination, die von Abbildungen großer Menschenmengen ausgeht, war den meisten Diggern dann irgendwann doch zu blöd.
Direkt auf die Nase
Wissenschaftler der Universitäten von Warwick und Leicester wollen einen Weg gefunden haben, elektronische Nasen sehr viel sensibler für die Erkennung von Gerüchen zu machen: mit Schnodder. Künstliche Riechkolben, wie man sie unter anderem für die Qualitätskontrolle in der Lebensmittel-Industrie einsetzt, müssten mit gerade einmal 50 Sensoren auskommen. Dagegen unterscheiden in unserer Nase mehr als 100 Millionen Rezeptoren, die bekanntlich von einer dünnen Schicht Nasenschleim überzogen sind, Mief und Wohlgeruch.
Experimente mit einem hauchdünn auf die Messfühler aufgetragenen, speziellen Polymer hätten gezeigt, das elektronische Nasen dann sogar den Geruch von Milch und Bananen auseinander halten können. Eine echte Herausforderung, da dies zuvor nicht möglich gewesen sei. Nur wenige Quadratzentimeter groß koste so ein maschineller Geruchssinn in der Herstellung alles in allem weniger als zehn Euro .
Webseiten bekritzeln
Darauf hat die Welt gewartet: Dank "Jump Knowledge" kann nun jeder für sich jeglichen Senf zu jeder Webseite hinzugeben. Der Anbieter dieses kostenlosen Services, die Relevance Technology Inc. stellt die gewünschte Webseite in einem Webeditor zur Verfügung, in dem man Anmerkungen und Notizen direkt auf einen Onlineartikel pappen kann. Die derart malträtierte Seite lässt sich dann inklusive der Anmerkungen als neuer Link versenden oder auch bloß bookmarken.
Drauf gepfiffen
Eine britische Firma, die einen Ton er- bzw. gefunden haben will, den Erwachsene nicht hören können, bot ihn im vergangenen Jahr noch als coolen Klingelton an. Nun möchte man augenscheinlich das Geschäftsmodell ändern, ist allerdings noch unentschlossen. Auf dieser Seite des Atlantiks verkauft man die Entdeckung als "Mosquito Device", mit der Ladenbesitzer Jugendliche verscheuchen sollen, die vor dem Schaufenster nur herum lungern . In den USA dagegen nutzt bereits eine Schnellimbisskette den unhörbaren Piepser, um ein TV-Gewinnspiel nur für Jugendliche zu veranstalten .