Netzwelt-Ticker: Kleiner man die Daten nie packte - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Kleiner man die Daten nie packte

Die Weihnachtseinkäufe sind in der Tüte oder schon eingepackt, aber vielleicht ist noch Platz für einen Gutschein. In Israel hat man einen Hang zum Klitzekleinen und in Dorsten gab es schon Bescherung. Das und mehr im Weihnachtsticker.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Plexiglas-DVD mit 1 TB Kapazität

Schon alle Geschenke gekauft? Vielleicht ist noch Platz für einen Gutschein, denn die israelische Firma Mempile hat eine DVD angekündigt, auf der 1 TB Datenmaterial Platz findet. Zunächst wollen die Speicherhersteller im nächsten Monat auf der CES in Las Vegas ein Vorgängermodell präsentieren, das es immerhin schon auf 500 GB bringt, später im Jahr soll dann der "große Bruder" mit 1 TB zu einem Stückpreis von umgerechnet 21 Euro auf den Markt kommen.

Auf den plexiglasähnlichen Kunststoffscheiben sind 200 Layer mit jeweils 5 GB Speicherplatz untergebracht, die unterm Strich Raum für 40 hochaufgelöste Filme bieten. Außerdem versprechen die Hersteller eine Lebensdauer von 50 Jahren. Fragt sich nur, ob dann überhaupt noch Programme zur Entschlüsselung dieser dann ziemlich antiken Daten existieren.

Nordelbische Kirche: Sinnentleert mit neuem Logo

Weihnachten ist die Zeit, in der sich christliche Dienstleister ins Gespräch bringen wollen. Manchmal verlassen sie sich dabei nicht auf die eigentlichen Inhalte ihrer Botschaft, sondern vertrauen lieber den Einflüsterungen einer Agentur. So zum Beispiel die Nordelbische Evangelisch Lutherische Kirche. Der gefiel anscheinend ihr altes Logo mit Schiff, Segel und Kreuz nicht mehr, weil nicht modern und digital genug.

Das Ergebnis kann auf "nordelbienkreuz.de" bestaunt werden, ein Pluszeichen mit Klammer: +). Herausgekommen ist also eine Art frommer Smiley, nicht länger mehr ein Schiff, nur noch ein Symbol, das beliebig im Datenstrom mitschwimmt. Könnte man als untergehenden Dampfer deuten, wenn man böswillig wäre: Sind wir aber nicht.

Kompletter Bibeltext auf Salzkorngröße

In Israel scheinen die Entwickler grundsätzlich ein Faible für Verkleinerungen zu haben. Forscher des Technion Instituts in Haifa haben jetzt den kompletten Text der hebräischen Bibel (des Alten Testaments der Christen) auf der Fläche eines Salzkorns untergebracht. Die ganze Prozedur, während der 300.000 Wörter durch Partikelbeschuss auf einen Siliziumsplitter von einem halben Quadratmillimeter geschrieben wurden, dauerte gerade eine Stunde. Mit der Aktion sollte verdeutlicht werden, wie viel Information auf kleinsten Flächen gespeichert werden kann.

Mann findet 12.000 Mark in eBay-Radio

Und schließlich eine Weihnachtsgeschichte der tröstlichen Art: Der "Stern" erzählt von Klaus Matschos, einem arbeitslosen Tischler aus Dorsten, der eine Vorliebe fürs Retrodesign der 60er Jahre hat und bei eBay für einen Euro ein kleines, leicht angeschmutztes Transistorradio ersteigerte.

Beim Saubermachen fiel Matschos ein Umschlag mit 12.100 Mark und einem Zettel in die Hände, auf dem ein "Vater Gustav" den "lieben Heinz" bittet, von dem Geld seine Beerdigung zu bezahlen. Das Problem: Niemand weiß, wer Gustav oder Heinz sind, bisherige Versuche, die richtigen Personen zu ermitteln, blieben fruchtlos. Gut möglich, dass am Ende niemand gefunden wird und daher der ehrliche auch der glückliche Finder sein wird.

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