Netzwelt-Ticker: Komiker Colbert wieder bei YouTube - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Komiker Colbert wieder bei YouTube

Eine Initiative will mit Ausbildung das Web verschönern, Microsoft verschönert die Vista-Lizenzbedingungen, verkauft den Zune-Player aber zunächst nur zu Hause, der Komiker Stephen Colbert darf doch wieder bei YouTube auftreten. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Unser Web soll schöner werden

Unser Web soll besser werden. So oder so ähnlich könnte das Motto der Web Science Research Initiative  (WSRI, ausgesprochen „Wiss-Rie“) lauten. Die vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of Southampton gegründete Initiative will einen Studiengang namens "Web Science" entwickeln, in dem Studenten das nötige Rüstzeug vermittelt wird, um künftige Inkarnationen des weltweiten Datennetzes besser als dessen jetzige Form zu gestalten.

„Weil wir das Web entwickelt haben, stehen wir nun in der Pflicht, es zu verstehen,“ sagte Tim Berners-Lee, einer der Urväter des Internets, im Rahmen einer Pressekonferenz . Schließlich, so Berners-Lee, habe es neben vielen wundervollen Dingen auch einige schreckliche hervorgebracht. Ziel sei es nun, die ungeheuren Datenmengen einerseits leichter zugänglich zu machen, andererseits aber auch striktere Regeln für deren Nutzung zu entwickeln. Schließlich, so Berners-Lee während einer telefonischen Pressekonferenz, sei das Web von den mikroskopischen Aspekten, unter denen er es entwickelt habe, mittlerweile zu einem makroskopischen Netzwerk angewachsen. Wichtig sei es aber vor allem, humantitäre und soziale Aspekte zu berücksichtigen. „The goal is social,“ wird er von „readwriteweb“  zitiert.

Professor Wendy Hall von der Southampton University School of Electronics and Computer Science hat dagegen pragmatischere Ansprüche an WSRI. Demnach beklagen sich Internet-Firmen und Forschungseinrichtungen zunehmend darüber, dass es nicht genug Menschen gibt, die über den richtigen Mix an Fähigkeiten verfügen, um heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. „Mit dem Start des WSRI verfolgen wir das Ziel, dieses Manko auszuräumen, sagte Hall gegenüber dem „Register“. 

Vorerst aber sieht sich die Initiative ganz anderen Problemen gegenüber. Denn die Finanzierung ist offenbar noch lange nicht gesichert. Primäres Problem: Während man vor allem auf private Investoren angewiesen ist, sollen die Forschungsergebnisse des WSRI der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Internet-Firmen und Forschungszentren finden das natürlich prima. Ob potentielle Investoren davon allerdings auch begeistert sind, muss sich erst noch zeigen.

Steve Colbert kehrt zu YouTube zurück

Nachdem gerade erst vor einer Woche sämtliche Comedy-Central-Videos auf Betreiben der Comedy-Central-Mutterfirma Viacom von der Video-Website entfernt wurden, sind Clips mit Auszügen aus Jon Stewarts „Daily Show“ und Stephen Colberts „Colbert Report“ nun doch wieder via YouTube zu sehen . Allerdings nicht alle. Nach welchen Kriterien ausgewählt wird, welche Videos online bleiben dürfen und welche nicht, bleibt ein Mysterium. Was hinter dem ganzen Brimborium steckt, erklärt kein Geringerer als Stephen Colbert selbst – auf YouTube .

Microsoft ändert Vista-Lizenzen

Die erste Fassung der Lizenzbedingungen zu Microsofts Windows Vista sorgten für einen Aufschrei der PC-Bastler. Schließlich war darin zu lesen, dass die Lizenz nur einmal auf ein anderes Gerät übertragen werden dürfe. Das befürchtete Resultat: Wer mehr als zwei Bausteine seines PCs auswechselt, steht plötzlich ohne gültige Vista-Lizenz da. Offenbar hatte man nach anfänglichem Zögern bei Microsoft doch ein offenes Ohr für diese Bedenken und hat die Lizenzbedingungen (EULA) jetzt weiter gefasst. In der jetzt veröffentlichten Neufassung der EULA wird dem Anwender nun das Recht zugesprochen, die Software beliebig zu deinstallieren und auf andere Geräte zu übertragen, meldet „Techweb“ . Die Nutzung auf mehreren Geräten gleichzeitig bleibt selbstverständlich weiterhin untersagt. Damit können Hardware-Freaks nun beliebig an ihren Vista-Kisten herumschrauben, Komponenten austauschen oder gar komplett neue PCs aufbauen, ohne sich ein neues Vista kaufen zu müssen. Wer hätte gedacht, dass das Dickschiff aus Redmond noch so flexibel ist. Glückwunsch.

Kauft neue Bands

Trotz Internet und MP3 haben es Newcomer-Bands immer noch schwer, an Plattenverträge zu kommen. Zu sehr hat sich in vielen Plattenfirmen das Sicherheitsdenken durchgesetzt. Statt Geld in unbekannte Talente zu investieren, lässt man lieber Boybands und Girlgroups casten oder quetscht Alt-Stars so lange aus, bis sie nur noch schmierig wirken. Einen neuen Ansatz, Newcomern einen Start zu ermöglichen, hat sich nun der ehemalige Sony Music-Manager Adam Sieff ausgedacht. Über die Website Sellaband verkauft  er Anteile an aufstrebenden Künstlern. Ab 10 US-Dollar Einsatz ist man mit von der Partie. Sind 50.000 US-Dollar auf dem Konto der Band eingegangen, geht es los: Aufnahmen werden gemacht, CDs gepresst, das Marketing gestartet. Als erster Kapelle ist es der niederländische Band Nemesea gelungen, dieses Summe zusammenzubekommen.

Insgesamt, so heißt es bei Reuters , sind seit dem Launch der Website am 14. August bereits 150.000 US-Dollar für rund 600 Sänger und Bands eingezahlt worden. Hat ein derart finanzierter Künstler kommerziellen Erfolg, profitieren davon auch seine Investoren, die entsprechend ihrer Einlage an den Einnahmen aus CD-Verkäufen sowie dem Anzeigenverkauf der Website beteiligt werden. Eine kostenlose CD „ihres“ Künstlers bekommen sie natürlich auch.

Zune nur für die USA

Am 14. November will Microsoft mit dem Verkauf des hauseigenen iPod-Gegenstücks Zune beginnen – allerdings nur in den USA. Gerüchte besagten, Microsofts Audio-Player werden frühestens gegen Ende 2007, oder womöglich erst 2008 in den europäischen Handel gelangen. Weit gefehlt, wie Microsofts UK-Chef Gordon Frazer im Interview mit „silicon.com“  zu verstehen gab. „Derzeit haben wir keine Pläne, irgendwo anders auf dem Globus mit dem Verkauf zu beginnen,“ sagte Frazer. Vorerst, so ergänzt der Microsoft-Mann, wolle man die Entwicklung in den USA beobachten und erst später auf Basis der dort gewonnenen Erfahrungen über die Einführung des Zune in anderen Märkten entscheiden.

Während lange unklar war, was angesichts des Zune aus Microsoft Online-Musik-Shop MSN Music werden soll, ist nun die Entscheidung gefallen. Wie „paidcontent.org“ meldet , soll der Dienst zeitgleich mit dem Verkaufsstart des Zune eingestellt werden und künftig auf Real Networks Rhapsody sowie den Zune-Shop verweisen. Aber auch das wird wohl vorerst nur für den US-Shop gelten.

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