Netzwelt-Ticker Kommt das Frei-Phone?
In Deutschland konnte die Telekom die "Öffnung" von Apples iPhone für den allgemeinen Markt nach einigen juristischen Scharmützeln verhindern. Hierzulande muss jeder Käufer des Kulthandys zugleich einen teuren Vertrag mit dem Rosa Riesen abschließen. Gegen die ähnliche gelagerten Umstände in den USA richtet sich nun eine Gesetzesinitiative des demokratischen Kongressabgeordneten Ed Markey.
Der Vorsitzende des Parlamentsausschuss für Telekommunikation hat für heute eine Anhörung angesetzt, in der es darum geht, dass jeder Provider jedem Verbraucher vertragsfreien Zugang zu Internetgeräten zu gewähren hat . Das hätte neue Vorschriften der Regulierungsbehörde FCC für Amerikas Mobilfunker zur Folge. Letztlich müsste auch AT&T unsubventionierte, vertragsfreie iPhones anbieten.
Eine iPhone-Änderung zumindest gab es bereits heute Nacht. Ohne Ankündigung ging via iTunes das 160 Megabyte-Update auf die Softwareversion 1.1.4 online. Allerdings hält sich Apple mit einer genauen Dokumentation der Inhalte dezent zurück. Diese Arbeit haben die wie üblich begeisterungsfähigen Apple-Fans selbst übernommen und auf dem "iPhone-Ticker" zusammengestellt .
Internetprovider wollen keine Schnüffelgehilfen sein
Die deutschen Internet-Dienstleister ärgern sich, dass sie zunehmend Handlangerdienste für juristische und ökonomische Konflikte zwischen Konkurrenten aller Art verrichten sollen. In einer Mitteilung beklagt der deutsche Branchenverband "eco" , anscheinend gebe es "kein Problem der Informationsgesellschaft, das die Internetwirtschaft nicht lösen soll".
Demnach, so heißt es in der Mitteilung, will vor allem die Musikindustrie die Provider als Kontroll- und Schnüffelinstanz nutzen, während Porno-Anbieter unliebsame Konkurrenz abwürgen lassen möchten. Zudem, so die Klage, erlegen staatliche Vorschriften wie das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung den Anbietern schon jetzt umfangreiche Speicherpflichten auf.
Die Großprojekte des Spannerstaats
Natürlich dürfte nicht zuletzt die durch eine Vorratsdatenspeicherung entstehenden Kosten ein wesentlicher Grund für die Eco-Klage sein. Trotzdem liest sich das Verbands-Statement zur offenen Informationsgesellschaft recht erfrischend: "Provider haben eine klare Aufgabe und Verantwortung. Sie versorgen die Menschen mit der wichtigsten Ressource der Informationsgesellschaft. Sie können und sie dürfen nicht entscheiden, wem welche Daten vorenthalten werden. Schließlich sind wir nicht in China."
Stille Post: MS Hotmail weltweit stundenlang offline
Am Dienstag gab es weltweit Probleme mit Microsofts E-Mail-Service Hotmail. Der Dienst war für mehrere Stunden nicht erreichbar . Registrierte Anwender konnten sich nicht wie gewohnt über ihr Microsoft-Login, das als Ausweis für andere Angebote wie den Windows Live Messenger oder Xbox Live dient, . Nur wer sich vor Beginn des Ausfalls eingeloggt hatte, konnte ohne Komplikationen E-Mails abfragen.
Was die Ursache für die erst teilweise behobenen Schwierigkeiten ist, wollte der Konzern bisher nicht detailliert preisgeben. Allerdings wurde jeder Zusammenhang mit dem heutigen Verkaufsstart des Betriebssystems Windows Server 2008 bestritten. Die Angelegenheit sei wohl letztlich einer Serverüberlastung zuzuschreiben.
Unterdessen wartete auch der Konkurrenzdienst Yahoo Mail zwischenzeitlich mit holprigem Betrieb auf. Über mehrere Stunden erhielt jeder, der sich bei Yahoos Internetpost wollte, nur eine lapidare Fehlermeldung über ein "Systemproblem" .
Facebook-Verbot für kanadische Soldaten in Afghanistan
Terroristen gehen mit der Zeit und suchen neue Wege, um potentielle Ziele auszukundschaften und an genauere Informationen über ihre Feinde zu gelangen. Die Nutzung von Google Earth zu diesen unschönen Zwecken ist da schon ein alter Hut. Doch auch Social Networks wie Facebook liefern den Terroristen wertvolle Hinweise auf Soldaten, die im Nahen Osten ihrem Dienst nachgehen.
Diese Erkenntnis nahm der Generalstab der kanadischen Streitkräfte zum Anlass, den in Afghanistan stationierten Soldaten die Nutzung der Web-Community zu untersagen . Das Einstellen persönliche Informationen ist ab sofort tabu, denn "al-Qaida-Kräfte beobachten Facebook und andere Netzwerkseiten", so ein internes Memo der Militärs. Damit gerieten nicht nur die Soldaten selbst ins Visier der Terroristen, sondern auch ihre Angehörigen und Freunde zu Hause.
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