Netzwelt-Ticker Microsoft greift PS3 in schwarz an
Konsolenkrieg ganz in schwarz
Noch ein Schlag für Sonys Playstation 3: wie gerüchteweise schon seit einiger Zeit erwartet, kündigte Microsoft den Starttermin für die "Xbox 360 Elite" an. Das rabenschwarze Gerät mit 120 GByte-Festplatte sowie HDMI-Anschluss soll Ende April in den USA auf den Markt kommen .
Neben dem schicken Design wissen sich die Redmonder auch mit der HDMI-Kabel-Zugabe von der Konkurrenz abzusetzen, PS3-Nutzer müssen das nämlich noch extra dazukaufen. Die 120GByte-Festplatten können übrigens auch einzeln gekauft werden, damit lassen sich dann auch alte Konsolen nachrüsten. Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE teilte Microsoft mit, das Gerät werde auch in Europa angeboten werden, nannte aber noch keinen konkreten Termin.
Intel erfindet Wlan mit Reichweite von 100 km
Alle zehn Meter ein Wlan-Hotspot, von diesen Großstadtverhältnissen können die meisten Menschen nur träumen, vor allem in ländlichen Gebieten oder in Entwicklungsländern.
Für die abgelegen lebenden Landeier (immerhin ein großer Teil auch der hiesigen Bevölkerung!) naht nun Rettung aus Kalifornien. Gemeinsam mit Technikern des Halbleiterherstellers Intel haben Wissenschaftler der Universität Berkeley ein System entwickelt, das nicht wie bisher Wlan-Signale nur über ein paar Hundert Meter, sondern über Distanzen bis zu 100 Kilometer übertragen soll . In einem ersten Test verbanden die Forscher die Intel-Laboratorien mit der 2,5 Kilometer entfernten Universität, dazu benutzten sie lediglich eine Richtantenne und einen 0815-Router, der nur leicht modifiziert worden war. "Ganz normale Wlan-Technik, aber mit veränderter Software", sagte Eric Brewer, Intel-Forschungsdirektor.
Neben dem 100-Dollar-Laptop-Programm könnte die neue Technologie einen wichtigen Schritt bedeuten, auch Entwicklungsländer großflächig ans Internet anzuschließen. Die Kosten sind überschaubar, das Equipment für das Langstrecken-Wlan soll mit nicht mehr als 800 Dollar zu Buche schlagen.
Polit-Hack: McCain übt den Flip-Flop
Von US-Politikern erwartet der gemeine Wähler vor allem eines: Prinzipientreue - egal, wie die dann aussehen. In dieser Hinsicht hatte der republikanische Senator und Widerholungs-Präsidentschafts-Aspirant John McCain bisher eine tadellos weiße Weste: Der Mann ist ein Konservativer, wenn auch ein ausgeklärter. Den Betonköpfen in seiner Partei ist er mitunter als getarnter Liberaler verdächtig, weil er unter anderem ein Gesetz initiierte, das die unmenschliche Behandlung von Gefangenen ächtet.
Kein Wunder also, dass McCain sich nun öffentlich als Verfechter der Schwulenehe outet? Ein Wunder nicht, aber ein Hack: Was da in den letzten Tagen auf McCains MySpace-Seite zu sehen ist, gehört in die Kategorie Manipulation von Politiker-Selbstdarstellungen. Einen solchen Flip-Flop kann sich ein Mann, der für eine eher homophobe Partei in den nächsten Wahlkampf ziehen will, natürlich nicht leisten.
Nein, die Schwulenfreundliche Polit-Botschaft geriet auf andere Weise ins Angebot. Auch der Schöpfer des "künstlichen Lebenstil-Toleranz-Implantats" in McCains Selbstdarstellung ist bekannt: Es ist Mike D., und der will die Aktion als Denkzettel verstanden wissen . Denn Mike D. musste MySpace nicht wirklich hacken, um McCain die ungewöhnlich liberalen Inhalte unterzuschieben.
D. ist Autor eines Tools zur inhaltlichen Bestückung von MySpace-Seiten. Das aber hatten die McCain-Webmaster nicht nur ungefragt übernommen und genutzt, sie nutzten auch D.'s Server, um dort Bilder für die McCain-Seite abzulegen. Sprich: Mike D. entdeckte, dass er aus privater Tasche den Web-Traffic zur McCain-Seite mitfinanzierte. Daraufhin erweiterte D. das Angebot an Inhalten für die McCain-Seite um ein paar deutliche Nachrichten.
Die sind inzwischen wohl angekommen, McCains Seite ist wieder sauber, wenn man so will: Von liberalen Ansichten, Flip-Flops oder Pro-Schwulenehe-Statements ist nicht mehr zu sehen.
Nächste Runde im Drama um russische Raubkopie-PCs
Vor knapp zwei Monaten ging die Geschichte vom russischen Dorfschullehrer Posonow durch die Medien, der für seine Schule zwölf PCs gekauft hatte, die allerdings mit raubkopierten Microsoft-Programmen ausgestattet waren. Das anschließende Gerichtsverfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt, zuvor hatten sich Michail Gorbatschow und Wladimir Putin für den Lehrer eingesetzt, letzterer hatte den Prozess als "völligen Unsinn" bezeichnet.
Doch jetzt wird das Verfahren offenbar in der nächsten Instanz neu aufgerollt. Ein Berufungsgericht im sibirischen Perm hob nämlich die Einstellung auf und ordnete ein erneutes Verfahren an. Die Staatsanwaltschaft hatte den Gesamtschaden auf insgesamt 8.000 US-Dollar beziffert, eine Summe, die von den Gerichtskosten mittlerweile überholt worden sein dürfte.
Handys bald mit Bildschirmlupe und Helligkeitsanpassung
Zugriffe aufs Internet vom Handy sind meistens eine ziemliche langsame Angelegenheit. Um bestimmte Suchvorgänge zu beschleunigen, hat das amerikanische Startup Zenzui eine zoomfähige Netzeroberfläche von Microsoft lizensiert . Zenzui stellt das Webangebot zunächst in kleinen Kacheln dar, jede einzelne trägt nur ein Logo, erst beim weiteren hineinzoomen werden die Inhalte der angesteuerten Seiten angezeigt. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn die entsprechenden Partner im Boot sind. Zenzui gibt an, bislang zumindest für die Testphase mit ABC News, Amazon und dem "Wired"-Magazin zusammenzuarbeiten.
Ein weiteres Problem der Anwenderfreundlichkeit löst Samsung mit einem Handy-Display, das sich automatisch der Umgebungshelligkeit anpassen kann . - besonders praktisch, wenn man sich vom Sonnenlicht in den Schatten (oder umgekehrt) bewegt.
Gratistelefonie mit dem Handy - werbefinanziert
Reklame sei Dank genießen wir nicht nur die Segnungen des Privatfernsehens, sondern können demnächst auch umsonst übers Handy telefonieren. Zunächst nur in Großbritannien, wo ein Unternehmen namens Blyk als Vermittler von Mobilfunkverträgen ab dem Sommer vor allem die Zielgruppe der 16-24-Jährigen gewinnen will .
Der Haken an der Sache besteht in den Augen von Datenschützern in den Fragebögen, die von den Kunden bei Vertragsabschluss ausgefüllt werden sollen und Auskunft über die jeweiligen Lebens- und Einkaufsgewohnheiten geben. Mit den gewonnen Daten werden dann Nutzerprofile erstellt, die individuell gezielt beworben werden können. Man darf gespannt sein, was bei der Gleichung "frei von Kosten plus frei von Datenschutz" als Ergebnis herauskommt.
Google Maps zeigt jetzt auch mautpflichtige Straßen an
Google Maps ist nicht nur ein einfacher Stadtplandienst, sondern funktioniert auch als Routenplaner. Hier wird das Serviceangebot um ein interessantes Feature erweitert, es werden jetzt auch kostenpflichtige Straßen angezeigt . Das kann bei der vorherigen Festlegung der Fahrstrecke hilfreich sein, wenn man unterwegs nicht unliebsam teure Überraschungen erleben möchte. Allerdings gibt es noch zwei Einschränkungen: die genaue Mauthöhe wird nicht angezeigt und bislang sind die Angaben auf den US-amerikanischen Raum beschränkt.
Unendlich viel Platz für Yahoo-Mail-Nutzer
Yahoo feiert seinen zehnten Geburtstag und schenkt den Nutzern seines E-Mail-Service unendlich große Postfächer . Bisher gab es beim kostenlosen Angebot eine Obergrenze von 1 GByte Speicherkapazität, die zahlende Kundschaft bekam den doppelten Platz eingeräumt. Nun fallen diese Beschränkungen, nach und nach sollen in nächster Zeit alle Postfächer umgestellt werden.