Netzwelt-Ticker Microsoft patentiert den Prepaid-PC
Schlank statt prall, preiswert statt sauteuer: Die Netbooks revolutionieren den Rechnermarkt. Microsoft will nun offenbar den Trend zum passgenauen Rechner auf die Spitze treiben und patentiert den Prepaid-PC. Der funktioniert wie ein Handy: Tolle Hardware zum günstigen Preis, die aber nur dem ihre ganze Pracht entfaltet, der je nach Nutzung zahlt.
Sprich: Im Laden steht ein günstiger, subventionierter Standard-PC, dessen Funktionen und Fähigkeiten der Kunde erst freischalten muss - gegen zusätzliche Gebühren. Damit es der Kunde einfacher hat, schlägt Microsoft verschiedene Betriebsmodi zu unterschiedlichen Preisen vor: Zocken, Büroarbeiten, Surfen. So ein Computer-Abo, das gibt Microsoft laut "Electronista.com" zu , ist auf die lange Sicht teurer als ein herkömmlicher PC.
Trotzdem lohne sich der Deal, da sich die Kosten am tatsächlichen Gebrauch der Hardware messen: Je mehr der Rechner schuftet, desto teurer wird er. So ein Abrechnungsmodell hat aber einen Haken: Hacker und Cracker, die sich die günstige aber gute Hardware vornehmen und für ihre Zwecke und umsonst freischalten.
Microsoft will dem einen Riegel vorschieben: Zumindest ein nicht weiter beschriebenes "Sicherheitsmodul" und ein Zähler sollen den Rechnermissbrauch verhindern. "Engadget.com" gibt aber zu bedenken , dass ein Patent, gerade von Microsoft, noch lange nicht bedeutet, dass auch tatsächlich jemals so ein Gerät aus Redmond auf den Markt kommt.
Webfilter in UK: Du bist zu jung für diese Website
Altersbeschränkungen wie bei Filmen sollen im Vereinigten Königreich Kinder vor schädlichen und anstößigen Netzinhalten schützen, wenn es nach dem britischen Kulturminister Andy Burnham geht. Laut "BBC News" plant die britische Regierung, den Internet-Zugang für Kinder zu beschränken , Burnham wolle sich für eine gemeinsame Regulierung von englischsprachigen Websites stark machen. "Ich glaube, wir müssen uns über klarere Kennzeichnung von Websites Gedanken machen, weil es eine verwirrende Welt sein kann, besonders für Eltern, die sichergehen wollen, dass ihre Kinder nur auf angemessenes Online-Material zugreifen können."
Dabei geht es wohl kaum um eine einfache Beschilderung des Netzes: Viel mehr dürfte so ein Vorhaben die Provider in die Pflicht nehmen, Websites mit bedenklichem Inhalt nur noch an Erwachsene auszuliefern. Einer, der solche drastischen Zugangssperren fordert, ist John Carr von der Children's Charities' Coalition for Internet Safety (Koalition der Kinderhilfswerke für Internet-Sicherheit). "BBC News" erklärte er: "Niemand bestreitet, dass es da ganz enorme Probleme bei der Umsetzung gibt." Trotzdem sei das eine Sache, nach der Regierungen auf der ganzen Welt strebten.
Wer die Kinder schützen will, kann das jedoch nicht ohne die Eltern: Zu schärferen Internet-Beschränkungen müsste auch noch die Aufklärung der Eltern kommen. Laut Diana Sutton von der National Society for the Prevention of Cruelty to Children hätten viele Eltern schlicht keine Ahnung, wo sich ihr Spross im Netz herumtreibt.
Neuer Blu-ray-Kopierschutz schon wieder geknackt
Früher als erwartet sind Blu-ray-Filme mit veränderter BD+-Verschlüsselung aufgetaucht. Das berichtet laut "Golem.de" der Hersteller der unter anderem in Deutschland verbotenen AnyDVD-Software zur Umgehung von Kopierschutzmechanismen. Eigentlich habe man erst im Februar 2009 mit diesem Schritt gerechnet. Um Filmpiraten auszutricksen, können die Blu-ray-Hersteller die Verschlüsselung der Filme verändern, so dass - theoretisch - die Kopierschutzhacker für eine Zeit ins Hintertreffen geraten. Sollte die Slysoft-Meldung stimmen, spricht das für ein Scheitern dieser Bemühungen: Kurz nach dem Bekanntwerden der neuen Verschlüsselung sei diese schon wieder geknackt, meldete das Unternehmen am Wochenende.
Patente für virtuelle Welten: Worlds.com verklagt NCsoft
Der Online-Spiel-Veteran Worlds.com macht nach den Drohungen Anfang Dezember ernst und klagt in Texas gegen den Spieleentwickler NCsoft . Das Unternehmen habe zwei Patente von Worlds.com verletzt, die beschreiben, wie man "Nutzern ermöglicht, in einem virtuellen Raum zu interagieren" und wie ein "skalierbares Chatsystem in virtuellen Welten" aussehen kann.
Betroffen davon sind die NCsoft-Spiele "City of Heroes", "City of Villains", "Dungeon Runners", "Exteel", "Guild Wars", "Lineage", "Lineage II" und "Tabula Rasa". Nun fordert Worlds.com eine Entschädigungszahlung und ein Ende der vermeintlichen Patentverletzungen. Virtualworldsnews.com verfolgt die Entwicklungen kritisch, fragt sich, welche Online-Spiele als nächstes dran sind. Treffen könnte es auch "Second Life" und Branchenprimus "World of Warcraft" .
"Wireds" Vaporware 2008
Das US-Magazin "Wired" hat wieder seine jährlichen Vaporware-Awards verliehen : Hardware, Software, Spiele, Autos, die von ihren Herstellen mehr angekündigt als produktreif gemacht werden. Das Motto: "Niederschmetternde Enttäuschungen, falsche Versprechungen und der ganz normale Bullshit." Und weil's so schön ist, hat - zum wiederholten Male - der 3DRealms-Egoshooter "Duke Nukem Forever" das Seifenblasenrennen gewonnen. Vaporware-Afficionados können sich schon denken, warum ...
Neunjährige wird zertifizierte Entwicklerin
Das passt einfach zu gut ins Klischee: In Indien schafft ein neunjähriges Mädchen eine von sieben Prüfungen zum Microsoft Certified Professional (MCP), an deren Ende der Microsoft Certified Systems Engineer (MCSE) steht und alle Welt jubelt: Oh, diese intelligenten Kinder, aus denen werden mal tolle Bürosklaven. So geht's zumindest in der Vorstellung von "Wired"-Blogger Matt Blum zu: Der regt sich in seinem Geek-Dad-Blog nachvollziehbar darüber auf , dass niemand den Druck zu bemerken scheint, der augenscheinlich auf dem armen Mädchen lasten muss: drängelnde Eltern, die Medien, die Weltöffentlichkeit. "Sie ist sicherlich ein sehr schlaues Kind, das ist großartig. Aber wie viele Kinder in ihrem Alter entscheiden wohl von sich aus, in so ein MCP-Examen zu gehen?"
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