Netzwelt-Ticker: Microsofts Abgesang auf das Windows-Startmenü - DER SPIEGEL
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Windows 8: So sieht die Entwicklerversion aus

Netzwelt-Ticker Microsofts Abgesang auf das Windows-Startmenü

Bye bye Startmenü: Mit einer Blogreihe will Microsoft die Nutzer auf den Wegfall des klassischen Windows-Startmenüs einstimmen. Außerdem: Den Vater der GPS-Technologie packt die Angst vor der eigenen Erfindung, Facebook ist das zweitgrößte Land der Welt und ein QR-Code geht in die Luft.
Von Carolin Neumann
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Im neuen Windows 8 wird radikal umgedacht: Angelegt als Touchscreen-Betriebssystem werden viele Eigenschaften verschwinden, die Nutzer seit den Neunzigern gewohnt sind, darunter das Startmenü. In einem aktuellen Blogpost  betrachtet einer der Windows-8-Entwickler, Chaitanya Sareen, die Evolution des Menüs seit der Windows 95 und erklärt, warum eine Veränderung aus Sicht von Microsoft notwendig ist.

Er vergleicht dabei recht geschickt die Debatte um Touchscreens, die von vielen Nutzern noch als kommender Elektronikstandard abgelehnt werden, mit der Debatte zur Einführung der Computermaus, deren Vorteile viel damals auch nicht sehen wollten. "Wir glauben, dass Touch wie die Maus nach und nach jeden Aspekt der PC-Erfahrung bereichern wird", schreibt Chaitanya Sareen. Bereichern, "aber nicht ersetzen".

Mit dem Blogpost über das Startmenü startet eine "Reihe von Beiträgen über den Startbildschirm und die Evolution der Kernaktivität des Startens und Wechselns zwischen den Programmen", schreibt einleitend Windows-Chef Steven Sinofsky.

Die Angst vor der eigenen Schöpfung

Dem GPS-Erfinder graut es vor den Auswirkungen seiner eigenen Technologie: Gemeinsam unter anderem mit der Electronic Fontier Foundation hat Roger L. Easton sich mit einer Warnung  an den Surpreme Court gewandt. Dieser muss demnächst über eine Klage der US-Regierung entscheiden und könnte damit eine GPS-Verfolgung von Verdächtigen ohne richterlichen Beschluss ermöglich.

Konkret geht es um einen Fall, in dem ein Drogendealer ohne eine solche Bemächtigung einen Monat lang via GPS überwacht und auch aufgrund der dadurch gewonnenen Daten zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. In der Berufungsverhandlung war der Angeklagte jedoch freigesprochen worden - weil bei der Strafverfolgung der in der Verfassung vorgesehene Schutz vor staatlichen Übergriffen ausgehebelt worden sei.

Nun strebt die Regierung ein Grundsatzurteil an, das eine solche unautorisierte GPS-Überwachung möglich machen würde. Easton, der als Vater des weltweit angewandten und wohl wichtigsten Lokalisierungssystems gilt, schließt sich deshalb nebst anderen Wissenschaftlern der Beschwerde verschiedener Bürgerrechtsorganisationen an. Die Gruppe argumentiert vor allem, dass ein von den Klägern herangezogener Präzedenzfall aus dem Jahr 1983, bei dem es um die Lokalisierung durch sogenannte Beeper ging, wegen des großen technologischen Unterschiedes zu GPS in der heutigen Zeit keine Gültigkeit mehr habe. Easton wollte sich laut "Wired" nicht genauer zu dem Fall äußern.

Facebook ist jetzt so groß wie das Internet 2004 war

Die Vernetzung durch Facebook macht die Welt, überspitzt gesagt, zu einem Dorf. Dieses Dorf ist mit seinen inzwischen 800 Millionen Nutzern weltweit größer als Europa. Nur Asien hat mit 922 Millionen Internetnutzern mehr "Einwohner", stellt readwriteweb.com  auf Basis von Zahlen von InternetWorldStats.com  fest. Die Dorf-Metapher mal beiseite gelassen, lässt sich über Facebooks 800 Millionen Nutzer noch etwas Beeindruckendes feststellen: Das Social Network ist damit jetzt schon so groß wie das gesamte Internet vor gerade mal sieben Jahren.

US-Tech-Industrie schrumpft als Arbeitgeber

Vor zehn Jahren waren noch 6,5 Millionen US-Amerikaner in der IT-Industrie angestellt. Obwohl die Branche seither und selbst in der Krise noch gewachsen ist, ist diese Zahl bis Mitte 2011 um einige Hunderttausend geschrumpft - auf 5,9 Millionen. Die Fachzeitschrift "Computerworld" zeigt dazu online eine interaktive Karte  mit Details: Wie geht es der Industrie in verschiedenen Staaten, wie viel verdienen die Arbeiter dort im Durchschnitt - und wo gingen besonders viele Jobs verloren? Was die Karte nicht zeigt, aber natürlich mit ursächlich für die Veränderungen in der Branche sein dürfte: dass die Produktion, zum Beispiel von Apple-Geräten, tatsächlich sogar zunimmt - allerdings im Ausland.

Kluges QR-Marketing in luftiger Höhe

Mit viel Aufwand hat der US-Dienst Skanz, der Social Networking und Quick Response (QR) verbindet, einen nur aus der Luft scanbaren QR-Code geschaffen (hier das passende Video) . Laut "Mashable"  steckt dahinter eine Gewinnchance für Tickets zur "Watch The Throne"-Tour der Rapper Jay-Z und Kanye West. Ich werde an dieser Verlosung wohl nicht teilnehmen können - mit meiner QR-App QR Droid lässt sich der Code nicht scannen.

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