Netzwelt-Ticker Mit HDTV gegen drohende Sky-Pleite
Sky: Pay-TV hat weiterhin einen schweren Stand in GEZ-Land
Foto: ROBERTO PFEIL/ APDer Namenswechsel hat offensichtlich nichts gebracht. Was knapp 20 Jahre lang "Premiere" hieß und nicht gerade für eine Erfolgsgeschichte stand, firmierte vergangenen Juli zu "Sky Deutschland" um. Allein, die roten Zahlen blieben dem Pay-TV-Unternehmen treu: 97 Millionen Euro Miese im ersten Quartal 2010 bei gerade einmal 1000 gewonnenen Neukunden sind alles andere als ein Hoffnungszeichen. Nun sollen die Einführung neuer Kanäle und die Erweiterung des HDTV-Angebots die Wende bringen. Außerdem kommt ein HDTV-tauglicher Festplattenrekorder ins Angebot, der auch zeitversetzten TV-Genuss ermöglicht.
Die Richtung ist also klar: Neue Kunden sollen nicht etwa mit günstigen Preisen gelockt werden. Anstatt sich am Markt als Billigheimer zu positionieren, setzt Sky unter seinem neuen Chef Brian Sullivan auf hochpreisige Qualitätsangebote.
Der Erfolg dieser Maßnahmen dürfte fraglich sein. Die "IT Times" merkt an, dass genau das hohe Preisniveau TV-Fans bislang daran gehindert hat, in Massen zu Sky zu wandern. Knapp 18 Euro GEZ-Gebühren und dann noch mindestens 30 Euro jeden Monat, das ist kein vielversprechender Ansatz in Zeiten, in denen es vor kostenlosen, werbefinanzierten Streaming-Angeboten im Netz nur so wimmelt. Der wichtigste Punkt aber ist und bleibt die öffentlich-rechtliche Abgabe: Gefühlsmäßig ist schon jetzt jeder deutsche TV-Zuschauer ein Pay-TV-Kunde, für eine zweite Gebühr fehlt den meisten die Bereitschaft.
Jetzt soll Top-Technik als Verkaufsargument ziehen. Ein Blick über den Atlantik könnte für das Sky-Team um Sullivan da lehrreich sein: In den USA versucht Festplattenrekorderanbieter TiVo mit derselben Strategie, neue Kundenkreise zu erschließen. Und schreibt weiterhin rote Zahlen.
Microsoft baut sein Gratis-Filmangebot aus
Einer der erwähnten Gratisanbieter von Filmen ist niemand geringerer als der Software-Riese Microsoft. Schon seit einiger Zeit bieten die Redmonder mit ihrem Video-on-Demand-Portal MSN Movies den Nutzern Zugriff auf eine ganze Fülle von Kinoklassikern, eingeteilt in die Kategorien Drama, Thriller, Komödie und Klassiker . Aktuelle Blockbuster sind nicht dabei, aber ab Anfang Juni wurde das Angebot runderneuert und erweitert. Filmfans müssen sich weder registrieren noch etwas bezahlen.
Wolfram Alpha soll aufs iPad
Vor einem Jahr wurde unter großem Getöse die algorithmengestützte Suchmaschine Wolfram Alpha veröffentlicht. Der Service sollte auf Nutzerfragen aus der im Netz vorhandenen gewaltigen Faktensammlung die jeweils passende Antwort errechnen. Klingt schön, hat aber die meisten nicht überzeugt, die Zugriffszahlen bewegen sich knapp oberhalb der Messbarkeitsgrenze.
Nun sollen die Tablet-Computer die Wende bringen. Für das iPad und andere Plattrechner sei die "Antwortmaschine" mit ihren zahlreichen Grafiken und Diagrammen eine optimal geeignete Anwendung. "Tiefergehende Informationen sind jetzt mit einem Fingertippen erreichbar", zitiert "Technology Review" den Mitgründer von Wolfram Research, Theodore Gray .
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt eine iPad-App zu Grays Buch über das Periodensystem. In der gedruckten Version informieren zahlreiche Fotos den Leser, die iPad-App ist dagegen mit zahlreichen Buttons ausgestattet, die direkt zum Info-Angebot von Wolfram Alpha führen. Mit einem Fingerwisch können Kristalle betrachtet werden, Schmelz- und Siedepunkte oder Molekülgrafiken sind nur einen Klick entfernt. Dieses Prinzip eröffne große Möglichkeiten nicht nur für Schulbücher: "Jedes Buch, dass quantifizierbare Fakten enthält, ist ein Kandidat für unser Konzept", so Gray.
Zehn Prozent surfen ohne Virenschutz
Die Mutter der Dummen ist immer schwanger: Das denkt, wer die Ergebnisse einer Umfrage des Anti-Viren-Software-Anbieters Avira zum Surfverhalten liest. Die meisten Netzbewohner achten auf einen stets aktualisierten Virenschutz, aber es gibt einen erklecklichen Anteil von Risikosurfern, denen die Gefahr offenbar nicht bewusst oder schlichtweg wurscht ist. Immerhin ein Viertel der 6000 Befragten gab an, ihnen sei die Aktualität ihrer Virenschutzprogramme unwichtig, allfällige Warnhinweise würden sie ungelesen wegklicken. Und satte zehn Prozent erklärten, sie hätten gar kein Virenschutzprogramm installiert .
Eine Entschuldigung dafür gibt es kaum noch: Es gibt eine ganze Reihe von Anbietern, die ihre Virenscanner für Privatnutzer kostenlos anbieten. Die populärsten unter ihnen schneiden auch in Vergleichstests mit kostenpflichtigen Programmen regelmäßig gut ab. Zu nennen sind hier vor allem AVG Antivirus , Avira Antivir Personal , Free Antivirus von Avast sowie das von Microsoft selbst angebotene Kostenlos-Tool Security Essentials , das für die Windows-Versionen XP, Vista und 7 angeboten wird.
Sind Handys schuld am Bienensterben?
Imker, Forscher und Bienenfreunde rätseln seit einigen Jahren über das weltweit zu beobachtende Bienensterben. Die möglichen Erklärungen reichen von übermäßigem Pestizideinsatz in der Landwirtschaft bis zur Anfälligkeit der Insekten gegenüber Parasitenbefall.
Nun behaupten Forscher der indischen Panjab University, die Ursache sei ganz woanders zu suchen, wie der britische "Telegraph" berichtet . Tatsächlich führe die massiv angestiegene Nutzung von Handys zum Rückgang der Bienenvölker. Denn die Strahlung von Mobiltelefonen und Funkmasten würde den Orientierungssinn der Insekten beeinträchtigen.
In einem Versuch wurden an einem Bienenstock zwei Handys angebracht, die für drei Monate zweimal am Tag für 15 Minuten aktiviert wurden. Ein weiterer Bienenstock wurde mit Handy-Dummies ausgestattet. Nach Ende der Testphase waren die Ergebnisse eindeutig. Die Anzahl der Bienen im "Handy-Bienenvolk" war deutlich zurückgegangen, die Königin legte wesentlich weniger Eier und die Tiere produzierten auch erheblich weniger Honig als ihre handylosen Kolleginnen im anderen Stock. Die Forscher stellten überdies fest, dass zum "bestrahlten" Bienenstock viel weniger Honigsammlerinnen zurückkehrten, was sich natürlich zusätzlich in der Nektar- und Honigproduktion niederschlug.
Erste Erfahrungen mit dem Bezahlknopf bei der "Taz"
Die "Taz" hat seit dem 20. Mai begonnen, für ihre Online-Artikel eine Bezahlmöglichkeit einzurichten. Dabei bedient sich die Redaktion des Mikro-Bezahlsystems Flattr, das vom Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde erfunden wurde . Mit Flattr kann ein Online-Leser einen Artikel, der ihm gefallen hat, nach dem lesen mit einer Art Trinkgeld belohnen.
Nun flatterte bereits die erste Abrechnung ins Haus, und siehe da, obwohl der Service nur wenigen bekannt und erst seit kurzem funktionsfähig ist, waren schon fast 150 Euro zusammengekommen . Natürlich liefern diese Zahlen noch keine wirtschaftliche Grundlage, ein entsprechender Erfolg hängt davon ab, dass genügend Nutzer an dieser Art Bezahlung teilnehmen. Entscheidend ist allerdings auch, dass die Zahl der zahlungsbereiten Belohner in einem vernünftigen Verhältnis zur Zahl der Inhalteangebote im Netz bleibt, die belohnt werden wollen, sonst würde aus dem Micro- wohl schnell ein Nano-Payment.
Firefox-Plugin ersetzt "BP" durch Ölflecken
Das Öl tief im Golf von Mexiko sprudelt und sprudelt. Das sorgt nicht nur für die wahrscheinlich schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte, damit hat sich der verantwortliche Ölkonzern BP auch nachhaltig das Image ruiniert. Und wie das so ist, nach dem Motto "wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht sorgen", gibt es bereits das passende Firefox-Plugin. Einmal installiert, verwandelt es jede Nennung von "BP" und "British Petroleum" in einen schön triefenden Ölfleck .
Auch das noch:
- Ärger mit Facebooks "Like"-Buttons