Netzwelt-Ticker Mit Suchmaschinen-Algorithmen auf Pädophilenjagd
Schon lange ist das Internet der perfekte Beschaffungsraum für Schmuddelkram aller Art. Auf Tausenden von Seiten kann sich der vereinsamte, zumeist männliche Surfer mit Bildchen versorgen. Leider gilt das auch für pädophile Straftäter. Im Schutz der Anonymität und gut verborgener Netzwerke entstehen ganze Tauschringe für einschlägiges Bild- und Filmmaterial. Dem wollen Wissenschaftler von der britischen Lancaster University nun einen Riegel vorschieben.
Dazu entwickelte ein Forscherteam unter dem Projektnamen "Isis" eine Technologie zur Sprachanalyse. Isis soll zum Beispiel erkennen, ob sich in einem Forum oder Chat ein 25-Jähriger als 13-Jähriger ausgibt. Möglich wird das durch eine Reihe von Algorithmen zur Urheberzuschreibung. Genauso soll die Art der verwendeten Dateinamen untersucht werden, die mit unauffälligen Begriffen verbotenes Material tarnen. Gleiches gilt auch für die Suchanfragen potentieller Straftäter.
Projektleiter Professor Awais Rashid erklärt das Schema so: "Pädophile verwenden bestimmte Arten, um ihre Daten zu kennzeichnen und nach ihnen zu suchen. Für ein ungeübtes Auge sieht das wie völlig harmlose Suchanfragen aus, aber mit unserer Analyse können wir sie eingrenzen und gleichzeitig studieren, wie sie sie verändern".
Sicherheitsbeamter als Seriendieb
Wer in den letzten Jahren mit dem Flugzeug in die USA oder von dort weggeflogen ist, weiß ein Lied von den teilweise recht rüden Methoden zu singen, mit denen Flugpassagiere vor Antritt der Reise an den Sicherheitsschleusen gefilzt werden. Doch als ob das nicht schon zeitraubend und ärgerlich genug wäre, macht jetzt die Geschichte eines Sicherheitsmannes mit langen Fingern die Runde.
Auf dem Flughafen Newark Liberty zur Untersuchung des Fluggepäcks auf Bomben angestellt, erweiterte der Mann seinen Suchradius. In aller Ruhe durchwühlte er Koffer und Taschen nach lukrativen Hightech-Geräten . Bis er jetzt aufflog, konnte er seit 2007 mehr als 60 Kameras und 30 Notebooks beiseite schaffen. Das Diebesgut verhökerte er anschließend bei Ebay. Insgesamt richtete er einen Schaden von 200.000 Dollar an.
Großbritannien: Ausweispflicht für Handykäufer
Großbritannien war einst für seine liberale Praxis in Sachen Melde- und Ausweispflicht bekannt, doch mittlerweile nimmt das Land einen der vordersten Plätze im Bereich Rundumüberwachung der Bürger ein. Was das Ende für liebgewordene Eigenheiten bedeutet.
In kurzer Zeit dürfte auf der Insel kein Untertan Ihrer Majestät mehr ohne Personalausweis oder Pass leben. Genausowenig, wie es noch Menschen ohne Handy gibt. Um aber an die heranzukommen, ist zukünftig beim Kauf der Geräte die Vorlage eines Ausweises Pflicht. Die entsprechenden Angaben werden dann in einer nationalen Datenbank gespeichert. Für Datenschützer ein Unding, sie sehen in der für 2009 geplanten Maßnahme, die vor allem die bislang völlig anonym zu erwerbenden Prepaid-Handys ins Visier nimmt, nur einen weiteren Schritt hin zur Überwachungsgesellschaft.
Aus deutscher Sicht nennt man das anders: völlig normal.
Microsoft lässt sich Sprachzensur patentieren
Etwas unzeitgemäß wirkt die Technologie, für welche die Softwareschmiede von Microsoft unlängst vom amerikanischen Patentamt die Zulassung erhielten . Während heute schon Zehnjährige Internet sei dank ein Vokabular beherrschen, das vor kurzem noch jede altgediente Hafendirne hätte erröten lassen, sorgen sich die Redmonder unverdrossen um sprachliche Sauberkeit. Haben sie doch ein Tool erfunden, das in Audiodaten gesprochener Texte automatisiert Begriffe findet, die dem Zensor nicht gefallen.
Wenn das böse F...-Wort fällt, kann die Stelle wahlweise unterdrückt werden und verstummt - oder sie wird mit dem altbekannten Piepton überdeckt. Genauso soll es aber auch möglich sein, indizierte Wörter durch weniger drastische Varianten zu ersetzen. Fraglich nur, ob die Software auch die Stimme des Zensierten imitieren kann. Dann könnten Radiobeiträge gleich völlig von der Maschine gesprochen werden.
Trotz Werbekampagne: Vista-Notebooks bleiben Amazon-Ladenhüter
Es scheint aussichtslos: Windows Vista wird wohl nicht mehr der beabsichtigte große Verkaufserfolg für Microsoft werden. Der Nachfolger von XP erreichte nie dessen Beliebtheit, daran ändern auch aufwendige Werbekampagnen nichts. Auf der Liste der gefragtesten Notebooks beim Online-Händler Amazon.com landen die Geräte mit vorinstalliertem Vista - anders als in Deutschland - auf den hinteren Plätzen. Dagegen erfreuen sich XP-Klapprechner weiterhin größter Beliebtheit, und daran dürfte sich bis zur Einführung von Windows 7 auch nicht mehr viel ändern.
Mac-Klone: Apple und Psystar einigen sich
Auch Apple-Notebooks machen das Leben für die Redmonder nicht leichter. Geräte mit dem Betriebssystem Mac OS X sind so beliebt, dass ein kleiner Computerhersteller namens Psystar damit anfing, den Macintosh nachzubauen. Der Apple-Klage wegen Klonens trotz mangelnder Lizenz begegnete Psystar mit der Gegenklage, in Wahrheit verhalte sich Apple wettbewerbsfeindlich, weil es seine Macs nur zusammen mit dem Betriebssystem aus eigenem Hause anbiete. Das verstoße gegen amerikanische Kartellgesetze.
Apple zog es nun vor, die Sache nicht wie eigentlich von aller Welt erwartet bis zum bitteren Ende durchzufechten. Stattdessen einigten sich die Kontrahenten, die Angelegenheit in einem außergerichtlichen Vergleich beizulegen. Der Vorteil: Was da hinter dem Vorhang genau beschlossen wird, bleibt geheim. Allerdings gibt es einen zeitlichen Rahmen : Bis Ende Januar 2009 muss die Sache endgültig in trockenen Tüchern sein.