Netzwelt-Ticker Nie wieder bezahlen?
Geldautomatengebühr vor dem Ende?
Kundenfreundliche Signale aus Frankfurt: Auf der "Handelsblatt"-Tagung mit verschiedenen Banken und Sparkassen haben sich mehrere ihrer Vertreter dafür ausgesprochen, die teilweise hohen Gebühren, die die großen Geldverbünde gegenseitig abrechnen, abzuschaffen.
Drei große Cash-Pools gibt es derzeit im Lande, die Großbanken, die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken. Innerhalb dieser Pools ist das Abheben auch an Automaten anderer Banken kostenlos, wohingegen bei Banken anderer Verbünde zum Teil happige Kosten anfallen. Natürlich trennen sich die Geldinstitute von dieser schönen Einnahmequelle nicht ganz freiwillig: Die Vorschläge zur Gebührenabschaffung sind auch vor dem Hintergrund vieler kleiner Banken zu sehen, die ohne eigenes Filialnetz ihren Kunden das Abheben mit der Kreditkarte zum Nulltarif anbieten. Darüberhinaus trage man mit diesen Plänen aber auch der technischen Entwicklung Rechnung. Die Geldautomaten würden in Zukunft mit immer weiteren Funktionen ausgerüstet, was eine stärkere Vernetzung der Verbünde sinnvoll mache.
US-Fluglotsen demnächst auf GPS-Basis
Die amerikanische Flugsicherungsbehörde hat den Technik-Konzern ITT Corporation mit der Schaffung eines Kontrollsystems für den Luftverkehr auf Satellitenbasis beauftragt. Bislang wird zur Überwachung der zivilen Luftfahrt immer noch vergleichsweise veraltete Technik benutzt, bei der über die Radarkontrolle die angesprochenen Transponder in den Flugzeugen ihre jeweilige Kennung an den Boden zurücksenden.
Beim neuen "ADS-B" benannten System werden alle Flugzeuge mit einer GPS-Navigationskontrolle ausgestattet, die im Sekundentakt ihre genaue Position an ein Bodennetzwerk weitergibt. Damit erhalten Fluglotsen weitaus präzisere Daten als bislang, was ihnen die Möglichkeit gibt, auch einen größeren Andrang von Flugzeugen schneller abzuwickeln. Verspätungen könnten damit bald der Vergangenheit angehören.
Auch für die Piloten bringt das neue System einige Vorteile, denn es funktioniert nicht nur als Informationseinbahnstraße. Verfügen viele Flugzeuge bisher nicht einmal über ein eigenes Radar, erhalten die Piloten nun über ADS-B Angaben über andere Flugzeuge und deren Position, außerdem auch Wetterinformationen oder genaue Karten des gerade überflogenen Terrains.
Internet billiger, Festnetz teurer
Heute veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Augustzahlen für den Bereich Telekommunikation, der sich recht uneinheitlich entwickelt. Der Trend zum Preisverfall im Onlinebereich hält weiter an, die Preise für die Internet-Nutzung lagen im August 2007 um sechs Prozent unter denen vom August 2006. Auch Gespräche mit dem Handy wurden nochmals billiger, hier beträgt der Unterschied zum Vorjahr 2,6 Prozent.
Im Festnetzbereich gehen die Zahlen allerdings nach oben, besonders bei Telefonaten in Mobilfunknetze müssen die Verbraucher wieder tiefer in die Tasche greifen, hier beträgt der Preisanstieg satte 6,9 Prozent. Auch die sonstigen Leistungen im Festnetz verteuerten sich. Unterm Strich stieg der Preisindex für Telekommunikationsdienstleistungen insgesamt im Vergleich zu 2006 um 0,8 Prozent.
Fast die Hälfte aller verseuchten Webseiten aus China
Eine weitere Zahl kommt vom IT-Sicherheitsunternehmen Sophos: 44,8 Prozent. Das ist der Anteil, den China weltweit an mit bösartigen Programmen verseuchten Webseiten hat, wie "Zdnet" berichtet . In der entsprechenden Studie landeten die USA als Heimstatt vom immer noch 20,8 Prozent vom weltweiten Malware-Kuchen auf Platz zwei der Schadens-Charts. Nimmt man noch Russland hinzu, werden rund 75 Prozent aller infizierten Webseiten in diesen drei Ländern gehostet.
Bei ihrer im August vorgenommen Erhebung stießen die Experten jeden Tag auf 5000 neue Schadseiten. Wer nun glaubt, er müsse einfach nur keine Webseiten aus den genannten Ländern besuchen und sei schon auf der sicheren Seite, befindet sich auf dem Holzweg: "Hacker kapern Webseiten in aller Welt und nutzen diese, um die User dann auf Malware-Seiten in China, den USA oder Russland zu lenken", wird Sophos-Sicherheitsexpertin Carole Theriault zitiert. Besonders wurde vor Spam-Mails gewarnt, die den Nutzer durch einen Klick auf eine infizierte Seite lenken, denn damit würden auf dem Computer installierte Virenscanner umgangen.
Forscher soll für Lektüre eigener Veröffentlichungen zahlen
Ziemlich sprachlos war Peter Murray Rust, ein Chemiker an der Universität von Cambridge, als die Webseite des Uni-eigenen Verlags ihn aufforderte, 48 US-Dollar zu bezahlen, um Zugang zu seinen eigenen Forschungspapieren zu erhalten.
Rust hält weiterhin das Copyright an dem Material, das er unter der Creative Commons license veröffentlichte. Was unter anderem bedeutet, dass eine kommerzielle Weitergabe ohnehin untersagt ist. Rust schreibt selbst erbost, das Journal "verkauft mein geistiges Eigentum ohne meine Einwilligung und entgegen den Lizenzbestimmungen, die keine kommerzielle Verwertung vorsehen". Nach dieser Verletzung des Urheberrechts und den erneuten Versuchen, das Prinzip des "Open access" zu diskreditieren, sei es an der Zeit, 'genug ist genug' zu sagen und freien Zugang zu den Forschungsergebnissen zu fordern, die die Bürger mit ihren Steuergeldern bezahlten.