Netzwelt-Ticker Nokia hofft auf ein chinesisches Wunder
Nokia-Store in Shanghai: Mit Windows will der Konzern in China erstarken
Foto: Eugene Hoshiko/ APUm den finnischen Handyhersteller Nokia steht es nicht zum Besten, auch wenn er sich jetzt eng mit Microsoft verbandelt hat. In China, einem der wichtigsten Märkte für Elektronikgeräte, verkaufte Nokia im zweiten Quartal 2011 wesentlich weniger Mobiltelefone als noch zu Beginn des Jahres. Mit 11,3 Millionen Handys wurde nicht einmal die Hälfte der Absatzzahlen des ersten Quartals erreicht.
Besserung erhoffen sich die Nokianer nun von den neuen Windows-Phone-7-Handys. Mit ihnen soll der Aufschwung in China beginnen. Dort hat Nokia als nationalen Vertriebspartner den Telekommunikationsriesen China Mobile ausgeguckt. Der genaue Zeitpunkt des Verkaufsbeginns ist noch unbekannt, aber die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start scheinen nicht schlecht. Immerhin ist China Mobile der größte Mobilfunkanbieter im Lande und deckt mit seinen 600 Millionen Kunden zwei Drittel des chinesischen Handymarkts ab.
Doch keine gute Nachricht ohne Wermutstropfen. Während Nokia noch an seiner Erholung werkelt, steht Konkurrent Apple bereits in Verhandlungen mit einem anderen chinesischen Anbieter. In den nächsten Tagen werden einige Manager von China Unicom zu Besuch in Cupertino erscheinen, um Einzelheiten über eine Vereinbarung zum Verkauf des kommenden iPhone 5 in China zu besprechen.
Razzia wegen Anonymous-Attacken
Das Bundeskriminalamt ermittelt offenbar gegen Anhänger der Web-Guerilla Anonymous im Zusammenhang mit Attacken auf Websites der Polizei. Am Montag stellten Ermittler in einem Rechenzentrum in Erfurt die Festplatten zweier Server sicher, die zu Perfect Privacy gehören. Das teilten die Betreiber in ihrem Blog mit . Die Initiative betreibt einen Anonymisierungsdienst, über den Nutzer sich unerkannt im Internet bewegen können.
Wie Perfect Privacy mitteilte, ermittle das Bundeskriminalamt gegen Anonymous. Dabei geht es offenbar um eine Racheaktion, nachdem im Mai dieses Jahres Server der Piratenpartei beschlagnahmt worden waren . Dabei soll die Bereitstellung eines anonym nutzbaren Tools ein Grund gewesen sein. Die Betreiber des Anonymisierungsdienstes speichern nach eigenen Angaben keinerlei Login-Daten auf ihren Servern. Sollte also ein Nutzer Perfect Privacy genutzt haben, um polizei.de oder die Seite des Bundeskriminalamts mit massenhaften Anfragen lahmzulegen oder tatsächlich zu hacken, finden die Ermittler womöglich keine verwertbaren Spuren mehr. (ore)
Lauschangriff auf Touchscreens
Die Beschleunigungssensoren, die in Smartphones verbaut werden, können auf ungewöhnliche Weise zweckentfremdet werden. Zwei Forscher der University of California haben herausgefunden, dass die Bewegungen, die ein Handynutzer beim Eintippen von Buchstaben auf dem Touchscreen macht, Rückschlüsse darauf zulassen, welcher Text eingegeben wurde . Jede Buchstabeneingabe ist mit einer charakteristischen Bewegungsfigur verbunden, die aus den Daten der Beschleunigungssensoren ausgelesen werden können.
Mit dieser Methode, so die Befürchtung, könnte man in Zukunft auch die Texteingaben auf virtuellen Tastaturen protokollieren, was sogenannte Keylogger bisher nur mit herkömmlichen Tastaturen zustande brachten. Touchscreen-Tastaturen galten als abhörsicher. Diese Ansicht muss nun revidiert werden.
Preissturz bei Sonys PS3 und PSP
Mit Beginn der Gamescom in Köln purzeln bei den Anbietern die Preise. Den Anfang macht Sony am Mittwoch mit der Playstation 3. Die Konsole kostet in der Ausführung mit 160 Gigabyte Speicherplatz anstatt wie bisher 300 Euro künftig nur noch an die 250 Euro. Das kündigten Konzernsprecher laut chip.de auf einer Pressekonferenz zur Gamescom an. Auch bei der Unterwegs-Konsole Playstation Portable gibt es Änderungen. In der Version ohne W-Lan soll sie zum Preis von 99 Euro zu haben sein. In einigen Monaten wird dann mit der Playstation Vita das Nachfolgemodell auf den europäischen Markt kommen. Ihr Preis soll bei 250 Euro liegen.
Auch das noch:
- HTC verklagt Apple wegen Patentverletzung. Der taiwanesische Smartphone-Hersteller beschwert sich über die Verletzung von W-Lan-Lizenzen bei der Fertigung von Apples Geräten.
- Amnesty International setzt sich für Asmaa Mahfouz, eine ägyptische Bloggerin, ein. Die 26-jährige Frau wurde von der Militärregierung nach kritischen Bemerkungen über die schleppende Justizreform wegen Verleumdung vor ein Tribunal zitiert. Sie ist gegen Kaution auf freiem Fuß.