Netzwelt-Ticker: Nokia und Microsoft besiegeln Freundschaft - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Nokia und Microsoft besiegeln Freundschaft

Bisher war es nur eine Absichtserklärung, jetzt ist es besiegelt: Nokia und Microsoft arbeiten bei Smartphones künftig zusammen. Außerdem im Überblick: US-Bürgerrechtler loben Google und Twitter, ein Facebook-Lobbyist spekuliert über Zensur in China und vieles mehr.
Handy-Betriebssystem Windows Phone 7: Jetzt ganz offiziell auch bei Nokia
Handy-Betriebssystem Windows Phone 7: Jetzt ganz offiziell auch bei Nokia

Handy-Betriebssystem Windows Phone 7: Jetzt ganz offiziell auch bei Nokia

Foto: JESSICA RINALDI/ REUTERS
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Die Verhandlungen haben sich über Monate hingezogen, jetzt ist es offiziell: Nokia und Microsoft haben ihre Smartphone-Allianz besiegelt. Die Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Nokia hatte im Februar angekündigt, auf Microsofts Windows Phone 7 als zentrales Smartphone-Betriebssystem zu wechseln. Microsoft versüßte den Finnen die Entscheidung mit Milliarden-Leistungen - worum es sich dabei genau handelt, wurde allerdings nicht verraten. Auch Google mit seinem Handy-Betriebssystem Android hatte um Nokias Gunst geworben.

Erste Windows-Geräte von Nokia werden frühestens zum Jahresende erwartet. Für die Übergangsphase rechnen auch die Finnen selbst mit einer Durststrecke. Zur Bekanntgabe des endgültigen Deals hieß es nun, man habe bei der Entwicklung neuer Geräte erhebliche Fortschritte gemacht.

Nokia und Microsoft stehen im lukrativen Smartphone-Markt unter Druck und hoffen, gemeinsam der Android-Plattform und Apple mit seinen iPhones besser Paroli bieten zu können. (dpa)

Phisher greifen Ashampoo-Kunden an

Die in Oldenburg ansässige Software-Firma Ashampoo  wurde Opfer eines Dateneinbruchs. Hacker drangen in die Server des Unternehmens ein und entwendeten Kundeninformationen. Unter anderem wurden dabei E-Mail-Adressen und Namen der Betroffenen erbeutet.

Wie viele der 13,8 Millionen Datensätze von Ashampoo-Kunden bei dem Datenraub gestohlen wurden, ist unklar. Gegenüber SPIEGEL ONLINE erklärt Ashampoo-Prokurist Sebastian Schwarz: "Da wir den Angriff unterbrochen haben, ist aktuell nicht bekannt, wie viele Kundendaten betroffen sind." Zur Sicherheit haben man "ausnahmslos alle" Kunden informiert - per E-Mail und einer Online-Warnung  am 19. April. Auch seit wann Ashampoo über den Server-Einbruch informiert war, wollte Schwarz "aufgrund von laufenden Ermittlungen" nicht sagen.

Klar ist: Die Warnung dürfte für viele zu spät gekommen sein. Schon am 13. April, knapp eine Woche vor dem Warnhinweis, erhielten die ersten Ashampoo-Kunden namentlich an sie gerichtete Phishing-Mails  mit einer angeblichen Bestellbestätigung des britischen Versandhauses Purely Gadgets. Das Versandhaus warnte - anders als das betroffene Software-Unternehmen - sofort vor den gefälschten Mails, per Facebook und Twitter.

Bürgerrechtler loben Google und Twitter

Regelmäßig fordern US-Behörden bei großen Internet-Unternehmen die Herausgabe von Kundendaten an. Wie transparent gehen diese Unternehmen mit solchen Anfragen um? Das wollten die amerikanische Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation (EFF) herausfinden und stellten Google, Twitter, Amazon, Apple, Facebook und vielen anderen Unternehmen drei Fragen: Informieren Sie ihre Kunden, individuell oder öffentlich, über solche Anfragen? Kämpfen Sie vor Gericht, kämpfen Sie vor dem US-Kongress um den Datenschutz Ihrer Kunden ?

Die Antworten dürften wenig ermutigend für US-Surfer sein: Kein Unternehmen glänzte in allen Punkten. Zwar kämpfen Amazon und Yahoo vor Gericht gegen die Herausgabe von Kundendaten, aber nur Twitter und Google informieren ihre Kunden  auch über entsprechende Anfragen.

Offener Brief von Anonymous-Opfer HBGary

Als die Online-Aktivisten von Anonymous aus Rache, Protz- und prinzipiellen Gründen in die Server der US-Sicherheitsfirma HBGary Federal einbrachen und deren gesamten E-Mail-Verkehr veröffentlichten, brachte das dem Mutterunternehmen HBGary viel Häme ein. Noch immer ringt HBGary um Schadensbegrenzung. Wie sehr, das zeigt nun ein offener Brief, in dem das Unternehmen versucht, sich von dem Vorfall zu distanzieren .

Darin heißt es, der Hack sei ja eigentlich gar nicht so clever wie behauptet; HBGary und HBGary Federal seien zwei unterschiedliche Firmen mit "unterschiedlichem Management, unterschiedlichen Angestellten und Aufträgen"; HBGary sei nicht in die fragwürdigen Forschungsprojekte von HBGary-Federal-Chef Aaron Barr verwickelt gewesen; HBGary habe zwar Software an die US-Regierung verkauft, die besonders umstrittene Rootkit-Forschung habe aber nur der Verbesserung der Sicherheit der eigenen Produkte gedient. Und außerdem, so ein überraschender Hinweis, habe HBGary den Stuxnet-Wurm nicht erfunden! Aha.

"Ars Technica" hat sich den Brief vorgenommen, vergleicht dessen Aussagen mit den veröffentlichten E-Mails und seziert letztlich genüsslich die Argumente . Am Ende bleibt nicht viel übrig - nur die Gewissheit, meint "Ars-Technica"-Blogger Peter Bright, dass der Brief eine Firmen-Mentalität wiedergebe, wonach ethische Grenzen irrelevant sind, solange man nicht beim Übertritt eben dieser ertappt wird.

Zensur in China? Könnte sein ...

Glaubt man Analysten, erwägt Facebook einen Einstieg in den chinesischen Internet-Markt. Aber würde das Unternehmen dafür auch die Inhalte, die dessen Kunden dort veröffentlichen, zensieren, was quasi die Voraussetzung für einen China-Start wäre? Ja, Facebook könnte in manchen Ländern Inhalte blockieren, bestätigte nun ein Facebook-Lobbyist dem "Wall Street Journal": " Vielleicht blockieren wir Inhalte  in manchen, aber nicht allen Ländern," erklärte Adam Conner dem "WSJ". "Wir sind hin und wieder in einer unbequemen Lage, weil wir derzeit möglicherweise zu viel, Redefreiheit in Ländern haben, die damit noch keine Erfahrungen haben."

Eine Facebook-Sprecherin bestätigte, dass Conner für das Unternehmen arbeitet, wollte sich aber zu den angeblichen Zensur-Plänen nicht äußern.

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